Klares Votum für Transparenz und Förderung des Ehrenamtes

Neuer Wind beim Landvolk

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Während der Versammlung: Vorsitzender Theo Runge und Geschäftsführer Wilhelm Bergmann (l.). ·

Sulingen - Es ist ein anderer Wind, der durch die Reihen des Kreisverbandes Grafschaft Diepholz des Niedersächischen Landvolks weht – ob ein besserer, bleibt abzuwarten: Ein Jahr nachdem Theo Runge die Kapitänsrolle von Ex-Kreislandwirt Lothar Lampe übernommen hatte, moderierte er gestern erstmals die Hauptversammlung. Leichte Kurskorrekturen scheinen deutlich. Setzte Amtsvorgänger Lampe primär auf Pflege von Netzwerken, unter anderem in Hannover, Berlin und Brüssel, räumt Runge anscheinend dem „Wir-Gefühl“ in den eigenen Reihen oberste Priorität ein.

Hemdsärmelig (im positiven Sinne), kollegial präsentierte sich der „Neue“, sprach dann auch von der „ersten Versammlung unter meiner Regie“, erklärte „streng nach Vorschrift“ vorgehen zu wollen, kam dann auch schnell zu Inhalten der Verbandspolitik auf Kreisebene.

Thema „Baufenster“: Galt Runges Amtsvorgänger Lothar Lampe als Verfechter der Bauleitplanung zur Entwicklung von Tierhaltungsanlagen, scheinen beim aktuellen Vorsitzenden (zumindest leise) Bedenken aufzukommen: „Wir legen unseren Beruf in die Hände der Kommunen. Wer kann wirklich vorhersagen, wie sich ein Betrieb in zehn bis 15 Jahren entwickelt.“ Der Vorsitzende fordert eine offene Diskussion, auch weil er Informationsdefizite ausgemacht habe. „Nicht nur in den Räten, sondern auch in unseren Betrieben.“

Einer Optimierung der Kommunikation scheint der Vorstand um den Vorsitzenden aus Jacobidrebber in der Agenda der Wahlperiode oberste Priorität einzuräumen – intern, aber genauso mit dem Ziel einer Verbesserung der Außendarstellung der Landwirtschaft im Verbandsgebiet. Theo Runge sprach von der Einstellung einer Mitarbeiterin für den Bereich „Öffentlichkeitsarbeit und Transparenz schaffen“, genauso von einer Intensivierung der Bemühungen um die „Grünen Klassenzimmer“ und die Beteiligung an Projekten wie dem „Tag des offenen Hofes“ (17. Juni, Betriebe Hespos in Kuppendorf und Johanning in Rehden). „Wir wollen zeigen, wie auf dem Acker und im Stall gearbeitet wird.“

Auch hier apellierte der Vorsitzende an das „Wir-Gefühl“ unter den Berufskollegen und forderte auf, die beiden Betriebe bei der Durchführung der Großveranstaltungen zu unterstützen.

Das Pro in puncto Öffentlichkeitsarbeit und Transparenz spiegelt sich nicht zuletzt in der Jahresrechnung 2011 des Verbandes sowie im Haushaltsplan 2012 wider. Geschäftsführer Wilhelm Bergmann sprach mit Blick auf das Haushaltsjahr 2012 von geplanten Ausgaben für die Öffentlichkeitsarbeit in Höhe von 80 000 Euro (bisher 69 000 Euro, Personalkosten nicht mitgerechnet).

Einen ähnlich hohen Stellenwert wie die Förderung der Kommunikation scheint für den neuen Vorsitzenden die des ehrenamtlichen Engagements zu haben. „Das Ehrenamt hat für die Bauernverbände seit jeher eine überragende Bedeutung und wird für uns zunehmend wichtiger werden“, sagte Runge. Zu den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Verbandes zählt Wilfried Meyer aus Wagenfeld. Nach der dritten Wiederwahl als Ortsvertrauensmann wurde er gestern im Gasthaus Husmann in Groß Lessen mit der silbernen Ehrennadel des Landesverbandes ausgezeichnet. · oti

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