Nahezu ausverkauftes Haus beim Neujahrskonzert in Diepholzer Theater

Liebeserklärung an den klassischen Walzer

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Die rund 500 Besucher fieberten beim traditionellen Neujahrskonzert dem musikalischen Programm entgegen und freuten sich auf den Sektempfang in der Pause.

Brauns-Bömerman - Von SimoneDIEPHOLZ · Der Kulturring Diepholz bot seinen Besuchern zum obligaten Neujahrskonzert die volle Bandbreite: Ein harmonisches Orchester, eine bezaubernde Koloratursopranistin, einen neuen Moderator und den prickelnden Sekt in der Pause. Vor nahezu ausverkauftem Haus – es blieben nur wenige der 541 Plätze im Theater der Stadt Diepholz leer – begeisterte das Programm vom ersten Takt an. Das erste „Bravo“ fiel am Freitagabend gleich nach dem Start mit einem Stück des berühmten Komponisten Antonin Dvorak.

Beim „Frontmann“ im weißen Frack hatten sich bereits Entzugserscheinungen eingestellt. Zwei oder drei Jahre war Volker Schmidt-Gertenbach nicht in Diep holz gewesen. „Ich freue mich so sehr, wieder auf diesem Podium zu stehen“, bescheinigte der Dirigent seinem Publikum. Er stand an diesem ganz speziellen Abend zur Einstimmung der Gäste auf das neue Jahr der Großpolnischen Philharmonie Kalisch vor. Das Motto des Konzertes „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“ wurde Programm.

Mit der „Aufforderung zum Tanz“ von Komponist Carl-Maria von Weber bestach der Dirigent direkt mit seiner feinen Art, Musik verbal zu erläutern, bevor man in das Hörvergnügen einstieg. In dem Stück fordert ein Herr die Dame zum Tanz auf. Ihre Antwort und die Verliebtheit, die sich entwickelt, werden vom Dirigenten wörtlich geschildert, ehe die Geschichte in musikalischer Sprache vorgetragen wird.

Angesichts solcher Erklärungen wurde es für den Moderator des Abends, Rainer Zagovec, schwer, neben dem begnadeten Geschichtenerzähler Schmidt-Gertenbach zu bestehen. Dieser gab ihm Vorschusslorbeeren: „Wissen Sie, keiner moderiert feiner als Rainer…“. Doch einige Damen resümierten bereits in der Pause während des Sektempfangs: „Nächstes Mal soll bitte Schmidt-Gertenbach wieder moderieren“.

Die kleinen Geschichten und Lebensweisheiten, Gedichte und Witze des Moderators waren zwar amüsant und mit charmantem Wiener Schmäh versehen, wirkten aber doch etwas aufgesetzt. Sein Urteil über die smarte, junge Koloratursopranistin Lilla Galambos aus Budapest passte hingegen. Sie sei ein Theaterkind durch und durch, mit neun Jahren Durchstart auf der Bühne, Ballett- und Gesangsausbildung auch in Wien, erfuhr das Publikum. „In ihrer Brust wohnt wunderbar keine kleine Nachtigall“, stellte der Moderator fest und spielte damit auf die Koloratur, sprich die Gesangsverzierungen, ihrer Partien aus großen klassischen Walzern an.

In der Tat: Galambos bestach durch Grazie, Anmut, Talent und Optik. Wie in einer Gala erhellte die Solokünstlerin immer wieder die Bühne – sei es zu Robert Stolz „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“, die Arie der Adele „Mein Herr Marquis“ aus Johann Strauss’ „Fledermaus“ oder das Stück „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ aus der Operette „Giuditta“ von Franz Lehár.

Das Publikum war mit Pfiffen à la Sportpalast Berlin zu dem „Wiener Praterleben“ von Siegfried Translateur gefragt, dessen Walzer in Berlin schlicht seitdem „Sportpalastwalzer“ heißt. Der feurige norddeutsche Johannes Brahms mit dem „Ungarischen Tanz No. 5“, die Ouvertüre aus „Banditenstreiche“ von Franz von Suppé und dem König der Operettenkomponisten Franz Lehár und sein großer Walzer „Gold und Silber“ erfreuten das Publikum. Eine Zugabe war die Polka „Ohne Sorgen“ von Josef Strauss, die die Besucher mit dem gleichnamigen Credo ins neue Jahr entließ.

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