Marie Kreienbrock feiert 100. Geburtstag

Zahlreiche Glückwünsche zum Ehrentag

Zum 100. Geburtstag gab es für Marie Kreienbrock aus Lemförde unter anderem einen farbenfrohen Blumenstrauß. J Foto: Bechtel

Lemförde - Mitten in den Wirren des Ersten Weltkrieges erblickte Marie Kreienbrock geborene Uhtbrok am 27. September 1916 in Levern das Licht der Welt. Gestern feierte sie in der ATV Seniorenresidenz in Lemförde im Kreise ihrer Familie, mit Verwandten und einigen Weggefährten ihren 100. Geburtstag.

Zu den offiziellen Gratulanten zählten stellvertretender Landrat Werner Schneider, Stephanie Budke-Stambusch, Bürgermeisterin des „Flecken Lemförde“, Pastor Eckhart Schätzel, die Schwestern Irmhild und Maria vom Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Lemförde sowie ihr Hausarzt Markus Detert. Bundespräsident Joachim Gauck übermittelte seine Glückwünsche schriftlich. Und auch Thorsten Grimm, Geschäftsführer der ATV Seniorenresidenz, ließ es sich nicht nehmen, um zu diesem besonderen Ereignis mit einem prächtigen Blumenstrauß zu gratulieren.

Dass sie 100 Jahre alt würde, das wollte Marie Kreienbrock eigentlich gar nicht. „Aber jetzt bin ich es; jetzt ist es gut“, sagt die Jubilarin verschmitzt lächelnd, die in Niedermehnen bei Onkel und Tante aufwuchs. „Wir mussten ein Jahr Haushalt machen“, blickt sie auf ihre Tätigkeit in Lübbecke zurück. Aber sogar in Hamburg, wo es ihr sehr gut gefiel, war sie im Haushalt tätig. 1935 ging sie mit ihrem Bruder Karl und ihrer Schwägerin Emma nach Lemförde, wo die drei ein Textilgeschäft übernahmen.

„Wir sind sonntags immer tanzen gegangen. Da habe ich auch meinen Mann kennengelernt“, erzählt sie mit leuchtenden Augen. So läuteten 1939 für Marie Uhtbrok und Alfred Kreienbrock, der inzwischen beim Militär war, die Hochzeitsglocken. Zuvor hatte Alfred Kreienbrock das Malerfachgeschäft, das er schon von seinem Vater Heinrich übernommen hatte, in der Bahnhofstraße in Lemförde geführt.

1940 wurde Tochter Ursula geboren, ein Jahr später Sohn Jürgen. Alfred Kreienbrock kehrte erst 1949 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. 1969 verstarb er. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Jürgen Kreienbrock das Malerfachgeschäft in Lemförde. Heute zählen die Enkelkinder Thomas, Olaf und Isabel sowie die Urenkel Linda und Julian zu den Nachkommen.

Bis März 2015 war Marie Kreienbrock bei Sohn Jürgen und Schwiegertochter Renate zuhause. „Ihr Frühstück und ihr Abendessen hat sie bis dahin noch selbst gemacht; wir haben nur gemeinsam zu Mittag gegessen“, erklärt Jürgen Kreienbrock. Seit letztem Jahr wird die 100-Jährige liebevoll in der ATV Seniorenresidenz betreut. „Wenn man sitzend sein Geld verdienen könnte, dann wäre ich reich“, meint die Seniorin lachend, die immer noch gerne singt. Ansonsten wird ihr auch mal etwas vorgelesen. Und Sohn Jürgen oder Schwiegertochter Renate schauen täglich bei ihr vorbei, um beispielsweise mit ihr spazieren zu gehen. 

cb

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