Schäferhoffest in Stemshorn

Tiere, Kunst und altes Handwerk

Die Drohner Strickeschläger in Aktion. Sie gaben dem interessierten Publikum einen Einblick in die alte Handwerkskunst. - Foto: Bechtel

Stemshorn - Osnabrück, Vechta, Herford, Bielefeld, Bremen, Hannover, Diepholz, Minden oder gar Gummersbach: Wie eine Landkarte wirkten die Autos, die am Sonntag am Schäferhof in Stemshorn parkten.

Auslöser für dieses überregionale Interesse war das Schäferhoffest, zu dem Familie Seel und der Verein Naturraum Dümmerniederung sowie einige Aussteller und Kooperationspartner in sechster Auflage eingeladen hatten.

„Mit dem Schäferhoffest wollen wir den Touristen am Dümmer eine Attraktion bieten. Ganz wichtig ist, dass wir mit unseren Freunden (Kooperationspartner), mit denen wir im Naturschutzgebiet zusammen arbeiten, zusammen kommen. Ohne diese Mitwirkenden gebe es kein Hoffest“, betonte Schäfermeister Michael Seel im Gespräch mit unserer Zeitung. 

Besonders freute er sich: „Dass erstmals die Niedersächsisch Westfälische Anglervereinigung (NWA) Osnabrück dabei ist.“ Ziel des Festes sei es: „Wir sind eine Landschaftspflege-Schäferei. Deshalb ist es mir wichtig, dass die Besucher die Natur erleben und sie mit allen Sinnen schmecken.“ Damit meinte Michael Seel die „Diepholzer Moorschnucke“, die es als Schnucken-Bratwurst oder –Braten/Keule mit Spaltkartoffeln und Kraut zu „schmecken“ gab.

„Wir wollen nicht nur demonstrieren, dass wir angeln, sondern wir machen uns auch für den Naturschutz stark“, hob am NWA-Informationsstand Hartmut Wendt, Jugendleiter in der Gruppe Hunteburg, hervor. „Marmelade ist das kleine Glück, das man essen kann“, sagen Petra Kolodziej und ihre Tochter Franziska, die viele leckere Sorten im Angebot hatten. „Das beruhigt ungemein und man hat etwas geschafft“, unterstrich Annika Habicht aus Hunteburg, die damit das Spinnen meinte. 

Eine Spinngruppe, deren Mitglieder aus Hunteburg, Osnabrück und Stemwede kommen, stellte dieses schöne alte Handwerk in der Scheune des Schäferhofes vor. Denn schließlich liefern die Schafe auch jede Menge Wolle. „Wir möchten, dass dieses alte Handwerk erhalten und lebendig bleibt“, wünschte sich Sabine Jordan aus Stemwede. Ein weiteres altes Handwerk, das es bereits seit dem 17. Jahrhundert gibt, nämlich das Herstellen von Seilen, stellten die Strickeschläger aus Drohne vor, die sogar Hundeleinen „fabrizieren“.

Farbenfrohe Kunst in Form von Malerei und Collagen präsentierten Annemarie Richard aus Enger und Sylke Gräb aus Bohmte. Die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD) informierte über Fledermäuse allgemein, über ihren Schutz oder über ihre Vorkommen in der Region. „Und wie man die Fledermäuse, weil sie so limitiert sind, durch ihre mangelnden Quartiere unterstützen kann“, veranschaulichte Vorsitzender Claus Tormöhlen. Blumenstecker als Schafe zum Selbermachen boten Michaela Krüger und Kathleen Pinkert vom Reiterhof Krüger aus Melle-Buer an.

Doch auch die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) informierte ebenfalls über ihre Arbeit, wie auch die Naturschutzstation Dümmer, der Verein Naturraum Dümmerniederung, das Dümmer-Kleeblatt, die DümmerWeserLand Touristik, der Geflügelzuchtverein Bohmte, der Diepholzer Gänsezuchtverein oder der Hegering Lemförde, der mit seinem Naturmobil mit lebensechten Präparaten vor Ort weilte.

Eine akustische Kostprobe gaben im Verlauf des Nachmittags dann die Jagdhornbläser. In einer kleinen Ausstellung stellte die Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz im Kommunikationsforum „Alter Schafstall“ die heimischen Eulenarten vor. Apropos Kommunikationsforum: Dort gab es auch köstlichen selbstgebackenen Kuchen nebst verschiedenen Sorten Kaffee.

Beim Verein „lena“, gleich Lernen – Erleben – Natur – Abenteuer, aus Börninghausen wurden Kinder und Erwachsene in die Jungsteinzeit entführt. „Da konnten die Menschen schon mit Pfeil und Bogen jagen, wurden sesshaft und haben sich Gefäße und Schmuck aus Keramik hergestellt. Und genau das machen wir heute“, stellten die Pädagoginnen Ulrike Meier-Hohmann, die auch Soziologin und Natur- und Landschaftsführerin ist, und Sophia Pannkuche ihre Angebote vor. Zum weiteren Spielen und Toben luden zum Beispiel aufgetürmte Heuballen ein, die die Mädchen und Jungen als Kletterburg nutzten.

Getreu dem geläufigen Sprichwort „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“ drehten einige Kinder, allerdings auf dem Rücken von zwei Ponys, so manche Runde. Hütevorführungen mit den Diepholzer Moorschnucken und Hobbyschäfer Peter Müller mit seinem Border Collie „Joe“, der von Laura Seel und ihrer Hütehündin „Nora“ unterstützt wurde, rundeten das rundum gelungene Programm auf dem Schäferhof ab.

cb

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