Archäologischer Sonntag am Dümmer-Museum in Lembruch

Spannende Reise in die Bronzezeit

„Guck mal Papa, es qualmt“: Justus und sein Vater Peter entfachten mit Feuersteinen und Stroh ein kleines Feuer. - Foto: Bechtel

Lembruch - „Guck mal Papa, es qualmt“, sagte Justus ganz aufgeregt zu seinem Vater, obwohl er etwas husten musste. Schon kurze Zeit später brannte dann sogar ein Feuerchen in der kleinen Schale. Mit Feuersteinen und Stroh hatten Justus und sein Vater Peter dieses entfacht. Gleich daneben flocht Sonja Latussek aus Lünen aus Bast eine Kette. Dazu hatte sie zauberhafte Elemente aus Aluminiumdraht, der mit Gold beschichtet war, geformt, die man in die Kette einhängen konnte. „Damit werden die bronzezeitlichen Schmuckstücke nachempfunden“, erklärte sie lächelnd und betrachtete stolz ihr Werk.

Nicht nur diese Drei nahmen am archäologischen Sonntag am Lembrucher Dümmer-Museum teil, sondern viele weitere kleine und große Besucher von Nah und Fern. Der Osnabrücker Archäo-Techniker Klaus Haller und der Jagdwissenschaftler und staatlich geprüfte Naturschützer Guido Groneik aus Ostercappeln entführten dieses Mal alle interessierten Gäste in die Bronzezeit am Dümmer.

„Traditionell im Sommer laden wir zu einer Open-Air-Veranstaltung zur Archäologie ein“, verdeutlichte Museumsleiterin Sabine Hacke. Ebenfalls traditionell habe man bislang sehr oft die Steinzeit angeboten – auch mit Blick auf die Dauerausstellung im Museum.

„In diesem Jahr setzen wir das chronologisch zeitlich fort. Daher steht heute die Bronzezeit im Mittelpunkt“, definierte Hacke. Dementsprechend habe Klaus Haller auch seine Ausstattung mitgebracht, der zudem zu Mitmachaktionen einlade.

So hatte der Archäo-Techniker einen Schachtofen gebaut, den man schon in der Bronzezeit benutzte und in dem er mehrfach Bronze schmolz. Mittels Formen goss der Osnabrücker beispielsweise kleine Amulette oder Messerklingen. „Ziemlich genau mit den Methoden, die auch vor 3.000 Jahren zur Verfügung standen“, betonte Haller, der gerade per Blasebalg das Feuer anschürte. Für die Kinder benutzte er während des Gießens allerdings nicht Bronze, sondern Zinn. „Wie man das so von Silvester kennt“, meinte Sabine Hacke schmunzelnd.

Mit dem Langbogen, wie er auch aus der Bronzezeit bekannt ist, bot Guido Groneik dazu Bogenschießen an. Dabei zielten die Schützen auf ein Ziel, das aussah wie ein Elch. Auch diese Aktion, wie alle anderen, wurden von den Kindern, wie auch von Erwachsenen gleichermaßen gut angenommen.

Eine kleine Neuigkeit noch aus dem Museum: Genau vor einem Jahr herrschte zum archäologischen Sonntag Abschiedsstimmung im Dümmer-Museum. Denn nur wenige Tage später wurde der Einbaum – eine Leihgabe – , der 1962 durch Professor Dr. Jürgen Deichmüller im Ochsenmoor ausgegraben wurde, in das Landesmuseum nach Hannover gebracht. Dieser Einbaum, der nachweislich das älteste in Norddeutschland erhaltene, steinzeitliche Boot aus der Zeit um 3 500 vor Christus ist, wurde jedoch inzwischen von den Archäologen Thorsten Helmerking und Dr. Hans Joachim Behnke nachgebaut (wir berichteten).

Nachdem er seit etwa einem halben Jahr im Außenbereich des Museums getrocknet ist, wurde er am Tag nach dem archäologischen Sonntag in die Dauerausstellung des Dümmer-Museums transportiert. Sobald die Ausstellungseinheit umgestaltet wurde, soll dann auch der Einbaum offiziell eingeweiht werden. 

cb

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