„See Sicht“: Skulpturen im Entstehungsprozess am Dümmer

Sichtbare Zeichen

Lothar Serusets Skulptur „Fischer fischen Fische“ wurde provisorisch auf dem Dorfplatz aufgestellt und mit einem Gerüst versehen. - Foto: Brauns-Bömermann

Hüde - Der Sommer 2016 ist auch im beschaulichen Hüde anders. Sie gehören schon fast zum Alltagsbild: Die Künstler „in residence“, die drei Wochen lang vor Ort Skulpturen für den Skulpturenpfad „See Sicht“ bauen. Dabei heißt das Motto des Kunstentstehungsprozesses: Vorbeischauen, anschauen, staunen. Besucher und Fragende sind insbesondere eingeladen, mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen.

Künstlerin Martina Benz ist in Eickhöpen landseits der Deichkrone anzutreffen, arbeitend an ihrer Skulptur „Wolkenbruch“. „Ich liege gut in der Zeit und freue mich über jedes Gespräch mit Besuchern des Sees“, erläutert sie. Die vorbereitenden Arbeiten wie Betonsockel und das Podest aus Beton in bleu seien sehr gelungen. Der Fertigstellung der Skulptur aus Granitpflastersteinen auf Stahlstangen, geformt wie eine abregnende Wolke, mit Strängen, die gen Boden gehen und den Wasserkreislauf symbolisieren, steht nichts mehr im Weg.

Beim Besuch der Künstlerin zeigt sich bereits fast die gesamte Skulptur. „Es ist eine schwere körperliche Arbeit“, erklärt sie, denn sie bohrt durch jeden Granitpflasterstein ein Loch für den Auffädelungsprozess. Ihre Skulptur hat den finalen Standort gefunden: Am Kreuzungspunkt Ruröders Patt und Deich.

Auf Hüdes Dorfplatz ist in der Zeit ab der Vernissage viel zu sehen. Lothar Serusets Skulptur „Fischer fischen Fische“ wurde provisorisch auf dem Dorfplatz aufgestellt und mit einem Gerüst versehen. „Uns halfen mit dem technischen Equipment ansässige Firmen“, freut es ihn. Der Figur „Fischer und dem gefangenen Fisch“ geht es nun ans Leder, nein Holz. Die rund vier Meter hohe Säule wird am endgültigen Standort mahnend wirken und erinnert an Geckpfähle niedersächsischer Hallenhäuser, die Schaden abwenden sollen. „Wir freuen uns sehr, hier arbeiten zu dürfen, die Menschen, die zuschauen, zollen Tribut“, erzählt Seruset.

Der Standort der etwa drei Meter hohen singenden Dome von Sebastian David steht fest: „Die Dome brauchen den Wind, um zu klingen“, ergo muss die Skulpturengruppe Rohrdommel am See stehen. An der Surfeinsatzstelle in Hüde werden die Stelen aufgestellt.

„Ich habe die Blöcke in Plattentechnik geformt, sie konnten im Dorfhaus langsam vortrocknen und werden final in meinem Brennofen getrocknet vor dem Verkleben“, erklärt Heidrun Kohnert über ihre Tonblöcke, die später einen 2,40 Meter hohen Turm bilden sollen. Auch sie kommt gut voran und hat sich einen Wunschstandort ausgesucht: Am Hundestrand in Lembruch auf der Landseite des Deichs. „Vermutlich werde ich eine zweite Säule fertigstellen können, entgegen der Planungen.“

Letzter im Bunde der Künstler ist Willi Weiner. Er arbeitet in der kühlen Kulturscheune an Hüdes südwestlichem Ortsausgang. Sein Gewerk ist das Schweißen von Cortenstahl, seine Dreier-skulptur wird „Regenfänger“ heißen. „Wir haben einen wunderbaren Standort gefunden unter einer Weide am Hundestrand in Lembruch am Wassersaum“, schwärmt er. Zwei der Hydria-Wasserbehälter sind schon fast fertig, vor dem dritten steht das Spantengerüst. Die gemeinsame Füllhöhe, das Wasser oder Luftniveau, je nach Sichtweise, wird final in Blautürkistönen dargestellt in Kontrast zu der restlichen Oxidationsoberfläche des Stahls.

Abends sind die Künstler sichtlich geschafft, loben alle die umsorgende Beköstigung durch Mitglieder des Dorfvereins. Ab jetzt denkt jeder in der Zeitplanung an die Fertigstellung und Präsentation am Samstag, 27. August. 

sbb

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