Gedenkkonzert für Prof. Peter Feuchtwanger im Lemförder Rittersaal

Pianos erklingen auf höchstem Niveau

Acht Pianisten und Pianistinnen hatten sich am Mittwoch im Lemförder Rittersaal versammelt, um den verstorbenen Prof. Peter Feuchtwanger mit einem Gedenkkonzert zu ehren. - Foto: KulturBunt

Lemförde - Die „Feuchtwanger-Meisterkurskonzerte“ im Rittersaal Lemförde sind zu einer echten Tradition geworden. Wo kann man schon an einem Abend unterschiedlichste Pianistinnen und Pianisten auf hohem und höchsten Niveau erleben?

Seit 1994 war der internationale Klaviermeisterkurs mit Prof. Peter Feuchtwanger (London) in der Musikakademie Dümmer-See ein fester Baustein in der Kulturszene und ein Markenzeichen in der Klavierwelt. Im Juni dieses Jahres ist Peter Feuchtwanger verstorben und am Mittwoch fand im Amtshof Lemförde ein Gedenkkonzert besonderer Art statt.

Nach einer Schweigeminute und einigen persönlichen Worten von Ernst Völkening vom „KulturBunt“ und Prof. Michael Schmoll von der Musikakademie, gestaltete der renommierte Pianist Prof. Ludger Maxsein den ersten Teil des Klavierabends. Er setze mit vier Etüden von Franz Liszt, deren enormen Schwierigkeiten er mit traumwandlerischer Perfektion und Leichtigkeit bezwang und mit Robert Schumann´s „Kreisleriana“ einen echten Höhepunkt innerhalb der 18 Klavierabende, die das Lemförder Publikum schon erleben durfte. Berührend – nahezu ein Trauerlied – war seine an Peter Feuchtwanger gerichtete Zugabe, das kleine h-Moll Prélude von Frederic Chopin.

Nach der Pause folgten acht Pianistinnen und Pianisten, die sich auch in diesem Jahr zu einem Kurs „Die Klaviertechnik Peter Feuchtwangers“ in der Musikakademie einfanden und nun ihre Beiträge zum Gedenken an den großen Lehrer und Freund leisteten.

Susanne von Laun widmete sich zart einfühlend zwei Werken des Mozart-Sohnes Franz Xaver Mozart. Dr. Petra Neuhaus-Hanisch stellte mit Feuchtwangers „Tariqua II“ aus dem Jahr 1986 ein wichtiges Werk des Meisters vor, das dankbar und begeistert angenommen wurde. Stanislaw Widulin wendete sich mit dem a-Moll-Prélude sowie der zweiten Ballade dem großen Frederic Chopin zu und tat dies mit intensiver Agogik und Dynamik.

Die junge Pianistin Viktoria Lang präsentierte – gekonnt eingeführt von Achim Clemens – die „versunkene Kathedrale“ von Claude Debussy, Christian Lang entführte das begeisterte Publikum in die stille Welt des 1915 verstorbenen Alexander Skrijabin.

Einen mit Tiefe und Ausdruck gestalteten Choral „La chapelle de Guillaume Tell“ ließ Paul Fischer erklingen.

Daniel Kasparian spielte eine Bearbeitung des legendären Pianisten Wilhelm Kempff von Bachs Klavierkonzert f-Moll und ließ den offenen Schluss des „Andante“ raffiniert in ein Konzertrondo von Friedrich Kuhlau über Themen des „Don Giovanni“ von Mozart übergehen.

Den wahrhaft furiosen Abschluss setze Achim Clemens mit dem „Feuertanz“ des spanischen Komponisten Manuel de Falla, der nochmals das Publikum zu frenetischem Beifall animierte. Alle waren sich einig: Genau einen solchen Klavierabend hätte sich Peter Feuchtwanger, dessen Jugendbildnis eigens neben dem Flügel aufgestellt war, auch gewünscht.

uvo

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