Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier referiert beim „Trio-Sonntag“

Neue Wege für die Kirche

Volles Haus: Der Vortrag von Dr. Birgit Klostermeier anlässlich des „Trio-Sonntages“ in Brockum stieß auf reges Interesse. Die Landessuperintendentin des Sprengels Osnabrück referierte zur Zukunft der evangelischen Kirche. J Foto: Mühlke

Brockum - Von Heidrun Mühlke. In der Kirche gab es in den zurückliegenden Jahren viele Veränderungen. Doch wohin wird der Weg der evangelischen Kirche führen? Eine Frage, die Landessuperintendentin des Sprengels Osnabrück, Dr. Birgit Klostermeier, bei der jüngsten Auflage des Trio-Sonntages aufgriff. „Zwischen Wohnzimmer und Marktplatz – neue Wege für die Evangelische Kirche!“

Darum ging es im Vortrag und im gemeinsamen Gespräch mit den Kirchengemeinden Brockum, Burlage und Lemförde. Wer über die evangelische Kirche nachdenke, beschäftige sich unweigerlich mit der Religion in unserer Gesellschaft. „Viele Kulturen bringen viele Religionen und anderen Glauben mit sich“, weiß die Geistliche, Religion gehöre zum Menschen dazu und beantworte Fragen. „Manchmal lässt sich die eigene Religion im Gespräch besser verstehen“, machte Klostermeier deutlich.

„Unsere Kirche ist vielfältig, farbenfroh und voller Ideen. Der Gottesdienst soll immer möglichst attraktiv sein. Dennoch bleiben die Kirchenbänke öfters leer, und ihre Mitgliederzahlen gehen zurück“, so Klostermeier. Wie aber könne sich die Kirche im Markt behaupten? Müssen wirklich alle Konkurrenzen mitgemacht werden? Signalisiert das Haus Gottes nicht Stille und ist eine Oase zum Einkehren, wo unsere Seele Nahrung bekommen kann?

„Man muss nichts Neues erfinden. Alles war schon einmal da. Es ist manchmal nur von der Gewohnheit zugeschüttet.“ Die Kirche sei ein strukturierter Ort der Tradition – mehr als 2000 Jahre alt. „Wir brauchen Ehrenamtliche, die sich etwas zutrauen und Pastoren, die nicht vorschreiben sondern den Raum zum Experimentieren freigeben.“

Gerade die Kirche müsse Gelder und Räume zur Verfügung stellen und theologisch weiterdenken. „Öffnet die Türen statt sie zuzuhalten“, empfahl Klostermeier. Das Nachdenken beginne vor Ort, dann müsse man mit der Landeskirche im Austausch bleiben. Die Idee sei, der Landeskirche zu erlauben ein Sabbatjahr einzulegen, um sich Zeit zu nehmen, Ideen zum Öffnen zu sammeln und fantasievolle Lösungen für Veränderungen zu sammeln.

Eingangs hatten die drei Kirchengemeinden Brockum, Burlage und Lemförde gemeinsam in der Brockumer Kirche Gottesdienst gefeiert. Pastor Eckhart Schätzel hat gepredigt und der „Regenbogenchor“ der „Arbeitsgemeinschaft Dümmer Region“ übernahm gemeinsam mit der Orgelmusik die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes.

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