Dümmer-Museum: „Leben im Wasser“ nach vier Jahren eingestellt

Ein letzter Blick durch das Binokular

Mit Dorothee Wibbing starteten Bjarne Finjas (l.) und Fabian Pascal den Blick durchs Binokular. Dort waren kleine Lebewesen zu sehen. Die jungen Forscher entdeckten unter anderem Hüpferlinge und Rädertierchen. - Foto: Bechtel

Lembruch - Seit dem frühen Frühjahr war die Forschungsstation „Leben im Wasser“ jeden ersten Freitag im Monat von 15 bis 17 Uhr im Dümmer-Museum Lembruch für alle geöffnet. Unter der fachkundigen Leitung von Dorothee Wibbing, Diplom-Ingenieurin (FH Landschaftsentwicklung) konnten kleine und große Besucher den Kleinstlebewesen aus dem Dümmer nachspüren. Am vergangenen Freitag fand dieses offene Angebot zum vorerst letzten Mal statt.

Seit 2010 wird die Forschungsstation „Leben im Wasser“ als Umweltbildungsprojekt im Dümmer-Museum angeboten, die sich in erster Linie an Schulklassen richtet. „Die Saison ist gut gelaufen. Wir haben wöchentliche Messungen vorgenommen, aber auch die Materialien weiter aktualisiert. Bei uns kann man zudem die Protokolle einsehen“, erklärt Museumsleiterin Sabine Hacke im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Forscherdrang von Gruppen sei nach wie vor ungebrochen. Es habe sogar Zeiten gegeben: „Wenn viele Touristen da waren, dass auch Einzelbesucher, an die sich das offene Angebot am Freitagnachmittag ebenfalls richtet, vor Ort waren“, stellt die Museumsleiterin heraus. Vier Jahre habe es dieses regelmäßige offene Angebot gegeben. Aber: „Es endet mit dem Ende der Saison. Wir haben es in diesem Jahr sowieso nur noch an einem Freitag pro Monat angeboten, da die Resonanz nicht so war, wie wir es uns vorgestellt haben“, so Hacke.

Die mangelnde Resonanz liege vielleicht auch daran, dass die Wasserqualität des Dümmers sehr gut gewesen sei und die Segler und Surfer mit der Saison mehr als zufrieden seien. „Es hat nicht gestunken, es hat keine blauen Teppiche gegeben. Dann lässt wahrscheinlich auch das Interesse, danach zu forschen, nach“, mutmaßt die Museumsleiterin, die ergänzt: „Das haben wir im offenen Angebot gemerkt.“ Sollte es zu Veränderungen am See kommen, „öffnen wir selbstverständlich und geben das Angebot an die interessierte Öffentlichkeit wieder frei“, signalisiert Hacke, deren Dank Dorothee Wibbing gilt. „Für die gute und zuverlässige Betreuung dieses offenen Angebotes.“

Die freiberufliche Mitarbeiterin des Naturschutzrings Dümmer konnte an diesem letzten Freitag unter anderem Familie Franke aus Hannover im Forschungslabor begrüßen. Begeistert gingen Fabian Pascal und Bjarne Finjas sowie deren Eltern Daniela Franke und Markus Schilling mit Dorothee Wibbing zum Dümmer, um Wasserproben zu holen. Als Bjarne später per Binokular über die beiden getrennten Strahlengänge das Wasser sah, sagte er spontan: „Das sieht aus wie Blätter.“

„Kinder kommen eigentlich immer“

Es waren aber keine Blätter, sondern kleine Lebewesen, die die Hannoveraner kurze Zeit später ebenfalls auf dem großen Bildschirm sahen. Wie zum Beispiel Hüpferlinge, Rädertierchen oder Larven der Hüpferlinge.

Mit Blick auf die Besucherzahlen des offenen Forschungslabors meinte Wibbing: „Es war ein bisschen durchwachsen. Dadurch, dass es keine augenscheinlichen Probleme am See gab, war die Interessenlage geringer. Aber Kinder kommen eigentlich immer und forschen, sind begeistert von dem Blick durchs Mikroskop. Auch die Erwachsenen im Gleichschritt, weil die Planktonwelt faszinierend ist.“ Manche feiern übrigens sogar ihren Kindergeburtstag im Dümmer-Museum, um dort zu forschen.

Zielgruppen für das Forschungslabor „Leben im Wasser“ sind Kinder ab etwa neun Jahren bis Erwachsene jeden Alters. Das Angebot „Mit der Entdeckerweste unterwegs in der Forschungsstation ‚Leben im Wasser‘“ richtet sich an Grundschulklassen. Mit „Plankton live“ können fünfte und sechste Klassen den Mikroskop-Führerschein absolvieren. „Plankton kennenlernen, Messwerte erfassen, Landschaft erkunden, Dümmersanierung verstehen“ richtet sich an die Klassen 7 bis 12 und Erwachsene. Für alle Angebote sind Anmeldungen unter Telefon 05447/341 erforderlich.

Ende des Monats klingt die Saison im Dümmer-Museum aus. Bis dahin sind noch zwei Veranstaltungen geplant: Der Kulturtreff „Der Museumssalon“ am Mittwoch, 26. Oktober, 19 Uhr, sowie traditionell am Sonntag, 30. Oktober, von 11 bis 17 Uhr der große Bücherflohmarkt mit günstiger Lektüre für die ganze Familie. Im November hat die Einrichtung dann nur noch sonntags geöffnet.

„Eventuell gibt es in diesem Jahr auch noch eine Extraveranstaltung mit einer Einweihung und einem Gläschen Sekt“, sagt Sabine Hacke geheimnisvoll lächelnd und voller Vorfreude.  

cb

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