Dr. Holger Hertwig stellt im Dümmer-Museum aus

Lebhaftes Farbenspiel erzeugt kraftvolle Atmosphäre

Holger Hertwig stellt expressionistische Landschaften im Dümmer-Museum aus. J Foto: Bechtel

Lembruch - Von Christa Bechtel. Lebhaftes Farbspiel mit warmen, glühenden Farben kennzeichnen Dr. Holger Hertwigs expressionistische Bilder, in denen er kraftvolle Atmos-phären schafft und mit der Wechselwirkung zwischen vereinfachter Form, Landschaft und Licht spielt. Derzeit stellt der Bremer 17 seiner Werke im Lembrucher Dümmer-Museum aus. Der Titel „Von Nord nach Süd - Von Christa Bechtel. Expressionistische Landschaftsbilder“.

Zur Vernissage hieß Museumsleiterin Sabine Hacke die Besucher willkommen. Dabei nahm sie die Gelegenheit wahr, die Einrichtung, die 1968 als Heimatmuseum gegründet wurde, näher vorzustellen. So sei unter dem Dach des Museums nicht nur die heimische Vogelwelt zu Hause, sondern zum Beispiel auch die Archäologie. „Die Funde sind ein Markstein der Menschheit dieser Region“, erklärte Hacke, die weiter auf die jährlichen Sonderausstellungen wies. Den Kanon in diesem Jahr runde Holger Hertwig ab.

Bereits im Kreismuseum Syke ausgestellt

„Danke, dass ich die Möglichkeit habe, einen Teil meiner Bilder hier zu zeigen“, sagte eingangs der Künstler, der selbst in seine Ausstellung einführte. Er freue sich auch deshalb besonders: „Weil ich vor drei Jahren schon eine Ausstellung im Kreismuseum Syke hatte, sodass ich nun in beiden Museen des Landkreises Diepholz ausstellen konnte beziehungsweise kann“, veranschaulichte der gebürtige Bremer, der hauptberuflich als Lehrer vor allem das Fach Kunst, aber auch Geographie, Deutsch und Geschichte unterrichtet.

„Vielleicht erinnern Sie sich an ihre Schulzeit? In der Geographie gab es immer diese naturlandschaftliche Gliederung Deutschlands mit Tiefland, der Mittelgebirgsregion, das Alpenvorland, die Alpen. Da ich auch Geograph bin – darin habe ich damals promoviert – habe ich mir gedacht, dass man diesen geografischen, naturräumlichen Aspekt verbinden könnte, um ihn in einer Ausstellung zu präsentieren.“ Damit verdeutlichte der Maler, wie ihm im vergangenen Jahr die Idee „Von Nord nach Süd“ gekommen sei. Das plane er als längere unbefristete Reihe. „Der Start findet hier im Dümmer-Museum statt“, wies Hertwig auf die Premiere hin.

„Für viele Kollegen ist das überhaupt nicht mehr zeitgemäß“

Ungewöhnlich sei sicher, so der Künstler weiter, sich im 21. Jahrhundert zum Expressionismus zu bekennen. Die Stilrichtung sei immerhin gut 100 Jahre alt. Nach den Künstlergruppen „Brücke“ und „Blauer Reiter“ sei sie nahezu aus der gegenwärtigen Kunst vollständig verschwunden. „Man hat es heute nicht leicht, wenn man sich dazu bekennt“, meinte der Pädagoge, der damit sogar im Künstlerkreis Probleme hat. Hertwig: „Für viele Kollegen ist das überhaupt nicht mehr zeitgemäß.“ Aber erfreulicherweise seien die alten Expressionisten weiterhin hochgeschätzt. „Ich bin der Auffassung, dass der Expressionismus noch ganz viel zu sagen hat“, betonte der Künstler, der viele Ideen hat, „was ich schaffen und malen möchte.“

Dass Holger Hertwig mit großer Begeisterung seit seiner Kindheit zeichnet und malt, verrät er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich hatte Kunstleistungskurs am Gymnasium. Aber bis 2008 habe ich eher sporadisch und kleinformatig gemalt.“ Seit 2008 habe er die Malerei jedoch intensiviert, „sodass ich es für mich inzwischen als Berufung ansehe und ausstelle.“ Das entscheidende Ereignis sei für ihn die „Brücke“ Ausstellung in Oldenburg gewesen. „Da habe ich gewusst, ich muss jetzt ganz viel malen und habe mich bewusst in die Tradition des deutschen Expressionismus gestellt“, so der Bremer, der zurzeit in Acryl malt. In acht Jahren, wenn er in den Ruhestand geht, möchte er auf Öl umsteigen.

In seinen Bildern spielt neben konsequenter Formvereinfachung die Ausdruckskraft der Farben eine eminent wichtige Rolle. Im Anbau des Dümmer-Museums können Besucher Holger Hertwigs Südbilder bewundern und in der ersten Etage die Nordbilder genießen. Bis Sonntag, 16. Oktober, kann die Ausstellung von dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr besucht werden.

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