Vorstand hat den Kreisverband aufgelöst / Keine Nachfolger gefunden

Kinderschutzbund ist nun Geschichte

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Dieser Vorstand ist Geschichte: Nicole Köper-Köster (Schriftführerin), Christine Gieseke (Schatzmeisterin), Martina Hartmann (Erste Stellvertreterin), Hannelore Wiesmann (Zweite Stellvertreterin) und Alexandra Reuter (Vorsitzende) des Deutschen Kinderschutzbundes Kreisverband Diepholz. 

Lemförde - Von Simone Brauns-Bömermann. Das Wunder am Donnerstagabend im Hort im Familienzentrum in Lemförde blieb aus. Der Vorstand „Die Lobby für Kinder“ des Deutschen Kinderschutzbundes, Kreisverband Diepholz, hatte vergeblich seit sieben Monaten eine Nachfolge für den kompletten Vorstand gesucht und nicht gefunden. Auch zur Jahreshauptversammlung gab es keine Freiwilligen.

So sah sich der alte Vorstand unter der Leitung von Alexandra Reuter der Auflösung des Kreisverbandes gegenüber, der seit 26 Jahren und seit zehn Jahren unter der Leitung von Reuter arbeitet. „Wir übergeben einen gesunden Verein mit erfolgreichen Projekten“, hatte Reuter in ihrer Einladung formuliert auf der Suche nach neuen Vorstandsfreiwilligen.

Laut Satzung wird der Teil des Vereinsvermögens nach Abzug der noch zu finanzierenden Projekte an den Landesverband übergeben. „Auch das werden wir dann noch ehrenamtlich wie die gesamte Lobbyarbeit für Hilfe bedürftiger Kinder abwickeln müssen“, sagte eine frustrierte Schatzmeisterin Christine Gieseke, die wehmütig auf die fehlende und wenig wertschätzende Unterstützung der Samtgemeinde zurückschaute.

Von Ignoranz bis Ablehnung

Auf ganzer Linie resümierten die Vorstandsmitglieder in ihren Berichten entweder Ignoranz, fehlende Hilfsbereitschaft und sogar Ablehnung der Institution bei der Gemeindeverwaltung.

„Über das finanzielle Aufstocken für ein Teambuilding-Projekt für die Grundschule Lemförde, initiierten wir eine 450-Euro-Stelle für Kinder- und Jugendlichen-Therapeutin Martina Feldmann. Da wir die Samtgemeinde als Schulträger in der Pflicht sahen, führten wir Gespräche, boten Kooperation an. Von Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe konnte kein Bedarf der Förderung verhaltensauffälliger Kinder festgestellt werden“, berichtete die Vorsitzende. Das Projekt wird von den Schülern gut angenommen, die Entlastung für die Schule sei spürbar.

2015 hatte sich der Kinderschutzbund in der Von-Sanden-Oberschule für die Integration von Flüchtlingskindern aus sozial schwachen Familien eingesetzt. Sprachkurse und Einzelunterricht des beauftragen Unternehmens Blitzmerker fruchteten. Seit 2016 wird das Angebot vom Familienzentrum fortgeführt. Das Standbein „Schatzkiste“, die soziale Kleiderabgabe, sei Dreh- und Angelpunkt in der sozialen Betreuung in der Samtgemeinde. „Der Umgang mit den asylsuchenden Familien ist aus Sicht des engagierten Teams höflich und wertschätzend“.

Problematisch dagegen sei eher das Verhalten vermeintlich wohlhabender Spender, die außerhalb der Öffnungszeiten ihren Unrat vor der Schatzkiste entsorgen. „Aber auch diese mindestens 20 Säcke pro Woche dürfen nicht zum Bauhof in die Container“, so Reuter.

Aus den Reihen der 59 Mitglieder fand sich kein Anwärter auf die Vorstandsarbeit. Sichtlich betrübt wurde der Beschluss zur Auflösung des Vereins gefasst. Alexandra Reuter stellte noch einmal zusammenfassend fest: „Ein Projekt dieser Größenordnung braucht ein gesundes Verhältnis zwischen Ehren- und Hauptamt“. Ivonne Hafer signalisierte die Übernahme der Trägerschaft der „Schatzkiste“ durch das Familienzentrum.

Der Vorstand wird noch zu einer Vollversammlung am 15. Dezember um 19 Uhr im Hort einladen. „Für das Projekt psychomotorische Förderung und Begleitung von Grundschülern suchen wir eine geeignete Möglichkeit, damit das der Grundschule zugesagte stabile Angebot die folgenden zwei Jahre fortgeführt werden kann“, beendete Reuter.

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