„Steh ich jetzt unter Denkmalschutz?“

Heiterer Blick auf den Herbst des Lebens

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Lisa Weiss mit dem Werk von Sky du Mont, das sie in der Cafeteria des Wohnparks II in Lemförde vorgestellt hatte.

Lemförde - Natürlich ist es eine ernste Sache, wenn der Blutdruck wie der Reifendruck beim Auto ist und man beim Aussteigen aus der Karre nicht weiß, ob es der Auspuff war oder man selbst. Sky du Mont, vielen bekannt aus dem Fernsehen, hat im Februar dieses Jahres das Buch „Steh ich jetzt unter Denkmalschutz? – Älterwerden ist nichts für Spaßbremsen“ herausgebracht, das Lisa Weiss jetzt im „LiteraTourTreff“ in der Caféteria im Wohnpark II in Lemförde vorstellte.

Mit leckerem Kuchen und so mancher guten Tasse Kaffee wurden die Bewohner und Gäste von Anja Woetzel, Betreuerin im Wohnpark, die dort an diesem Tag ihren letzten Arbeitstag hatte, verwöhnt. In einer Talkshow hatte Lisa Weiss Sky du Mont gesehen. „Das war hochinteressant“, sagte die Lembrucherin lächelnd, die ihrem Zuhörerkreis vorlas: „Sollte man sich entscheiden, dieses Buch zu lesen, sollte man wissen, dass alle Geschichten wahr sind und sich genauso zugetragen haben. Nur nicht unbedingt bei mir, sondern auch bei Freunden und Bekannten.“ Mit „Was heißt hier Senior?“ gab die Lehrerin im Ruhestand die erste Geschichte zum Besten.

Seniorenschnitzel, Seniorentreffen, Stützstrümpfe, Internet für Alte, Bücher in Großformat, Rabatt aufs Leben: du Mont ist für die Reduzierung aller Wörter, die mit „Senior“ anfangen. Sollen doch sogar die über 80-Jährigen ins Weltall geschickt werden. Aber: „Wir Älteren wollen es krachen lassen. Seniorenpower ist nichts anderes, als das, was in dem Wort steckt: Power“, meint der Autor, der sich auch á la Udo Jürgens sicher ist, dass mit 66 Jahren das Leben anfängt. Und dann?

„Nein, Älterwerden ist nichts für Spaßbremsen. Wer sich nicht über die eigenen Unzulänglichkeiten amüsieren kann, der ist sowieso verratzt“, so du Mont. Seiner Meinung nach brauche es im Dschungel der gutgemeinten Ratgeber endlich ein Buch, das die ungeschönte Wahrheit sagt und trotzdem Spaß macht. Sozusagen eine kleine Philosophie für Senioren und solche, die es werden wollen. Aber auch ein Trost für alle, die vom Steh- zum Sitzpinkler geworden sind und angesichts der Kerzenzahl auf ihrem Geburtstagskuchen an einen Fackelzug denken. Oder wenn die Ü50-Party plötzlich gar nicht mehr wie ein Witz klingt, wenn man wegen der kürzeren Wege vom Golfspielen zu Minigolf wechselt, im Fitnessstudio mehr Zeit in der Dusche und mit Ausruhen verbringt.

Sky du Mont hat ein ehrliches und vor allem mit viel Humor geschriebenes Buch über das große Glück, nicht allzu früh den Löffel abgeben zu müssen, geschrieben.

Lisa Weiss‘ persönliche Meinung: „Das, was man leise für sich liest, kann ganz witzig ankommen. Dasselbe vorgelesen, kann ordinär wirken und ist sicher nicht für alle Zuhörer auf Anhieb geeignet. Sitzpinkler – oversexed and underfucked – Blasen-Kracher, Spiegeleier kann man nur im Spiegel sehen.“

Zum letzten „LiteraTourTreff“ in diesem Jahr, am Donnerstag, 27. Oktober, um 15 Uhr, wird Anja Woetzel interessante Lektüre vorstellen. 

cb

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