Heimische Sänger freuen sich über 10000 Euro für App-Entwicklung

„Shanty Chor Dümmersee“ erhält Google-Förderung

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Mit Tablet wäre das nicht passiert: Der „Shanty Chor Dümmersee“ bewarb sich unter anderem mit diesem Foto bei der „Google Impact Challenge“. Die Sänger hatten Glück – der Chor wird mit 10000 Euro gefördert.

Hüde - Fünf Monate Wettbewerb, mehr als 2200 Teilnehmer, mehr als 700000 abgegebene Stimmen – nun stehen die Gewinner der ersten „Google Impact Challenge“ in Deutschland fest – der „Shanty Chor Dümmersee“ gehört zu den Siegern und freut sich über 10000 Euro Fördersumme. Wie kam es dazu?

Chormitglied Rainer Schieffer hatte sich im letzten Sommer daran gemacht, eine App, also ein kleines internetbasiertes Programm zu entwickeln, mit deren Hilfe die chorinterne Kommunikation verbessert werden sollte. Allerdings reichte das eigene Knowhow bald nicht mehr aus, um alle Wünsche an diese App auch zu realisieren. Da kam die „Google Impact Challenge“ gerade recht.

Google hatte einen Wettbewerb für gemeinnützige Vereine und Organisationen ausgeschrieben, mit dem gerade solche Vorhaben wie das des Chores unterstützt werden sollte. Vorausgesetzt, man ging als einer der Sieger aus diesem Wettbewerb hervor.

Schnell war eine erste kurze Bewerbung verfasst und schon bald konnten sich die Chormitglieder darüber freuen, dass man den Sprung in die nächste Runde der Challenge geschafft hatte. Nun allerdings wurde der Aufwand erheblich größer und Schieffer musste eine recht umfangreiche Bewerbung zusammenstellen. Dann hieß es warten.

Anfang Dezember erhielt der Chor dann eine weitere E-Mail mit der erfreulichen Nachricht, dass man weiterhin im Rennen um die 200 Finalplätze war. Es mussten noch einige Unterlagen eingereicht werden und gleich zu Beginn des Jahres war die Überraschung perfekt. Aus den mehr als 2000 Bewerbern hatte eine prominente Jury, der unter anderem die Bundesministerin Manuela Schwesig, Steffi Graf und Manuel Neuer angehörten, den Shanty Chor tatsächlich ins Finale der 200 besten Bewerbungen gewählt.

Über die 100 Sieger sollte nun in der Zeit vom 8. bis zum 24. Februar in einer öffentlichen Abstimmung im Internet entschieden werden. Nun galt es, Familienangehörige, Freunde, Bekannte und sonstige Sympathisanten zu motivieren, für den Chor abzustimmen. Es wurden Fotos gemacht, ein Video für You Tube gedreht, Handzettel verteilt, Plakate ausgehängt und hunderte von E-Mails verschickt.

Nicht immer waren die Sänger voller Zuversicht, eine Chance auf einen der Preise zu haben, denn in Anbetracht der Konkurrenz von 199 anderen Projekten, konnte man schon seine Zweifel haben, ob für das eigene Projekt genügend Stimmen zusammenkommen würden.

Mit durchaus gemischten Gefühlen reiste Projektleiter Rainer Schieffer dann am 25. Februar nach Berlin, wo im Beisein von Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles, der Direktorin von Google, Jacqueline Fuller und 400 Gästen aus Politik und Gesellschaft im traditionsreichen „Cafe Moskau“ die Sieger geehrt wurden. Diese Örtlichkeit veranlasste den humorvoll durch das Programm führenden Moderator zu der Aussage, dass sich der ehemalige Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht, wohl in seiner ganz in der Nähe liegenden Grabstätte in derselben umdrehen würde, wüsste er, dass ausgerechnet ein US-Großunternehmen in seinem sozialistischen „Partytempel“ feiern würde.

Die Freude war dann riesig, als Philipp Justus, Vize-Präsident von Google Deutschland und Zentraleuropa, die 100 Gewinner von je 10000 Euro Fördermitteln bekannt gab: Der „Shanty Chor Dümmersee“ war dabei. Die Mühe hatte sich gelohnt.

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