Stellvertreter: Lars Wiegmann und Wilhelm Finster

Hartmut Henke neuer Bürgermeister von Marl

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Der neue Marler Bürgermeister Hartmut Henke (Mitte) mit seinen Stellvertretern Lars Wiegmann (2.v.l.) und Wilhelm Finster (2.v.r.) im Kreise der Ratskollegen. 

Marl - Von Marcel Jendrusch. Hartmut Henke ist neuer Bürgermeister der Gemeinde Marl. Er wurde im Rahmen der konstituierenden Ratssitzung im Schützenhaus am Dienstagabend einstimmig, bei eigener Enthaltung, ins Amt gewählt. Erster Stellvertreter ist Lars Wiegmann, zweiter Stellvertreter ist Wilhelm Finster. Auch sie wurden einstimmig, bei eigener Enthaltung, gewählt.

Der Abend stand jedoch ganz im Zeichen des scheidenden Bürgermeisters Ludwig Wiegmann. Er hatte zu Sitzungsbeginn die neuen Ratsmitglieder per Handschlag verpflichtet. Bevor er die Sitzungsleitung an die Altersvorsitzende Gertlinde Schönewald abgab, hatte er seine Zeit in der Lokalpolitik für Ratsmitglieder und Zuhörer Revue passieren lassen.

„Nichts ist ewig und ich denke mal, dass wir heute zügig durchkommen“, begann Wiegmann seinen Rückblick. Er erinnerte daran, dass in den späten 70er- und frühen 80er-Jahren regelmäßig lange getagt worden war.

„Arbeit war Spaß und keine Belastung“

Besonders war ihm die Sitzung vom 4. Dezember 1978 im Gedächtnis geblieben. Diese hatte um 19 Uhr begonnen – Schluss war um 1.10 Uhr. „Durch die Einführung der Beschlussvorlagen wurde die Sitzungszeit dann weniger“, führte Wiegmann aus.

In seinen 40 Ratsjahren, 25 davon als Bürgermeister, habe ihm die Arbeit immer Spaß gemacht und sei keine Belastung gewesen. Zusammen sei die Gemeinde mit Augenmaß weiterentwickelt worden, sie gebe heute ein unverwechselbares Bild ab. Es sei viel erreicht worden. 

Wiegmann zählte die Entwicklung des Thieplatzes, die Renovierung von Straßen und die Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten auf. Besonders in Erinnerung sei ihm auch die 850-Jahr-Feier und die Gestaltung des Gemeindewappens geblieben. „In meinen 40 Jahren im Gemeinderat habe ich zahlreiche Ratskollegen kennengelernt. Ich möchte allen und auch der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit danken. Marl ist wirklich liebens- und lebenswert.“

"Politisches Urgestein"

Lob und Dank gab es auch vom Nachfolger: „Für mich bist du ein politisches Urgestein und das Synonym für den Rat der Gemeinde Marl“, sagte Henke in seiner Laudatio. „Du warst 40 Jahre im Rat. Das ist ein halbes Menschenleben, wenn nicht sogar schon ein bisschen mehr. Als Bürgermeister hast du fünf Wahlperioden hinter dir – das hat noch kein Bundeskanzler geschafft.“ Henke hoffte, dass Wiegmann ihm und dem Gremium als Berater erhalten bleibe. „Genieße dein Renterleben. Bleib fit und gesund.“ Der Dank des neuen Bürgermeisters ging auch an Marga Wiegmann. Sie habe ihren Mann in den vergangenen Jahrzehnten sicher das ein oder andere Mal zugunsten der Politik entbehren müssen.

Zuvor hatte Hartmut Henke schon Jutta Lohaus-Möhlfeld und Hermann Vocks verabschiedet. Lohaus-Möhlfeld war seit 2006 im Rat, zunächst zweite, dann erste stellvertretende Bürgermeisterin. Vocks kann auf 25 Jahre Ratszugehörigkeit zurückblicken. Von 2001 bis 2006 hatte auch er den Stellvertreterposten des Bürgermeisters inne. „Ich danke euch für eure lange, ehrenamtliche Tätigkeit in der Politik“, lobte Henke die beiden.

Neben der Bürgermeisterwahl und der Ehrung der ausgeschiedenen Ratsmitglieder standen weitere organisatorische Punkte auf der Tagesordnung. Verschiedene Fraktionen oder Gruppen gibt es nicht. Die Kandidaten waren vor der Kommunalwahl als Wählergemeinschaft angetreten, dies soll auch so beibehalten werden.

Auf die Bildung eines Verwaltungsausschusses verzichtete der Rat. Auch weitere Ausschüsse wurden nicht gebildet. Einstimmig wurde beschlossen, dass Rüdiger Scheibe als Gemeindedirektor fungieren soll. Sein Vertreter ist Gerd-Dieter Bühning.

Gemeinde überträgt Breitbandversorgung

Weitere Themen der Sitzung am Dienstagabend waren der Ausbau und die Förderung von schnellem Internet. Das Gremium war sich einig, die Aufgabe der Breitbandversorgung an die Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ zu übertragen. „Einstimmig“, verkündete Bürgermeister Henke nach dem Durchzählen der gehobenen Hände.

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