Vikar Julien Fuchs hat Gemeindephase in Lemförde gestartet

„Den Glauben weitergeben“

Vikar Julien Fuchs hat in den evangelischen Dümmer Kirchengemeinden seine zweijährige Gemeindephase angetreten. - Foto: cb

Lemförde - Von Christa Bechtel. „Für die Arbeitsgemeinschaft Dümmer Region bedeutet es eine Anerkennung der gut eingespielten Zusammenarbeit der drei Kirchengemeinden Brockum, Burlage und Lemförde, dass die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover nun schon zum dritten Mal einen jungen Theologen zum Vikariat an den Dümmer See schickt. Es tut unseren Gemeinden gut, die Anregungen und die Fragen der jungen Kollegen zu hören und darauf zu antworten; das ist ausgesprochen erfrischend und belebend“, freut sich Lemfördes Pastor und Vikariatsleiter Eckhart Schätzel.

Denn nach Juliane Worbs, die inzwischen Pastorin in Sulingen ist, und Corinna Schäfer – sie ist seit Juni in der Pressestelle der Landeskirche Hannover tätig – ist nun erstmals mit Julien Fuchs ein Vikar nach Lemförde gekommen. „Als Jugendlicher war ich bereits sehr beeinflusst durch mein Elternhaus, das eine starke Frömmigkeit hatte. Es war eine besondere Form von Frömmigkeit, da mein Vater katholisch war, meine Mutter evangelisch“, erzählt Julien Fuchs, der seinerzeit in die Entscheidungsphase mit der Frage kam: Zu welcher Konfession entscheide ich mich? Hinzu kam, dass er sich schon als Jugendlicher mit theologischen Fragen auseinandersetzte. Letztendlich entschied er sich für die evangelische Kirche. „Weil sie mir sozusagen vom Denken und von meinem Entwicklungsstand näher stand, den ich bis dato hatte.“

„Ich war fest davon überzeugt, dass es Gott gibt"

Sein Theologiestudium begann der 30-Jährige mehr oder weniger aus intellektuellen Problemen heraus. „Ich war fest davon überzeugt, dass es Gott gibt und fühlte mich in einer gewissen Form von ihm geborgen. Aber der Wunsch, Pastor zu werden, war erst am Ende meines Studiums ausgeprägt“, gibt der Vikar unumwunden zu, der während seines Studiums durch einige Glaubenskrisen ging. Dadurch aber eine ganz neue Dimension des Glaubens an Jesus Christus fand. „Diesen Glauben, der mir geholfen hat, möchte ich nun an andere Menschen weitergeben“, betont Fuchs, der gebürtig aus Bayern kommt. Da seine Mutter jedoch das Meer liebt, zog Familie Fuchs Ende der 1980er Jahre über mehrere Umwege 1994 nach Ostfriesland. Seit Ende März dieses Jahres lebt Julien Fuchs mit seiner Mutter in Lemförde.

Im Juni beendete er seine religionspädagogische Ausbildung in der Grundschule Lemförde. „Ich hatte gleich eine gute Beziehung zu den Kindern. Sie haben mich zwar als Lehrperson wahrgenommen, aber dadurch, dass ich jünger bin, war ich näher dran an ihnen“, meint Fuchs. Besonders Spaß gemacht habe ihm die Wissensvermittlung sowie Lehrinhalte pädagogisch aufzuarbeiten und den Schülern lehrgerecht beizubringen. „Die Kinder haben es gut aufgenommen und ich konnte mich ausprobieren; das war für mich eine tolle Erfahrung“, sagt er schmunzelnd.

Aufgaben: Andachten, Gespräche oder Geburtstagsbesuche 

Während seiner zweijährigen Gemeindephase kommen auf Julien Fuchs Aufgaben wie Andachten, seelsorgerische Gespräche oder Geburtstagsbesuche zu. „Das sind für mich wichtige Erfahrungen, da ich so den Kontakt zu den Menschen aufbauen kann. Und ich bekomme die Möglichkeit, immer mehr in den Pfarrberuf hineinzuwachsen“, hebt der Vikar hervor. Am Sonntag, 25. September, 19 Uhr, hält er eigenständig in der Martin-Luther-Kirche seinen ersten Gottesdienst. „Dazu gehört für mich, da ich noch nicht die Erfahrung habe, sehr viel Vorbereitung“, bekennt er. Was ihm derzeit noch fremd ist, seien Organisation und Gemeindeführung. „Das wird sicher ein Schwerpunkt werden. Da bewundere ich Herrn Schätzel, wie er alles gut im Griff hat“, erklärt Fuchs lächelnd, der in seiner Freizeit gerne liest, Schach spielt oder schwimmen geht.

Für die kommenden zwei Jahre in Lemförde wünscht sich Julien Fuchs: „Dass ich die beruflichen Anforderungen an den Pfarrberuf lerne, sodass ich eigenständig eine Gemeinde führen kann. An den Aufgaben möchte ich mich selbst auch weiter entwickeln, um meinen eigenen Stil als Pfarrer zu finden.“ Wichtig sei ihm: „Dass ich für mich selbst einen Weg finde, dem Glauben so Ausdruck zu verleihen, dass bei den Menschen die Botschaft ankommt.“

Mehr zum Thema:

220 Kinder entdecken den Wald

220 Kinder entdecken den Wald

Raketenstart in Rotenburg

Raketenstart in Rotenburg

Shimon Peres tot, Bilder aus dem Leben des Friedensnobelpreisträgers

Shimon Peres tot, Bilder aus dem Leben des Friedensnobelpreisträgers

Transporter der Zukunft: Mercedes Vision Van

Transporter der Zukunft: Mercedes Vision Van

Meistgelesene Artikel

Von Schwarme bis zum Polizeikommissariat in Leeste eskortiert

Von Schwarme bis zum Polizeikommissariat in Leeste eskortiert

Premiere „im Großen und Ganzen ein Erfolg“

Premiere „im Großen und Ganzen ein Erfolg“

„Der Herbst ist da“ in kurzen Hosen

„Der Herbst ist da“ in kurzen Hosen

Kommentare