Daniel Brinker mit 20 Jahren schon Chefkoch im „Seeblick“ in Lembruch

„Es gibt Tage, da muss man 16 Stunden arbeiten“

Daniel Brinker ist mit gerade einmal 20 Jahren Chefkoch im Hotel „Seeblick“ in Lembruch. - Foto: Bechtel

Lembruch - Von Christa Bechtel. Ein bisschen Glück, eine Portion Selbstbewusstsein, viel Engagement und jede Menge Liebe zum Beruf: Attribute, die der Meller Daniel Brinker vereint, sodass er mit gerade einmal 20 Jahren Chefkoch im Hotel „Seeblick“ in Lembruch am Dümmer – Niedersachsens zweitgrößter Binnensee – wurde.

Als Daniel Brinker während seiner Schulzeit am Zukunftstag für Jungen und Mädchen (früher Girls‘Day) teilnahm, schnupperte er gleich zweimal in das Berufsbild „Koch“ hinein. An diese Schnuppertage schlossen sich ein freiwilliges Praktikum als Koch sowie ein weiteres Schulpraktikum an. „Da habe ich für mich entdeckt, dass das sehr abwechslungsreich ist, total viel Spaß macht. Man muss viel im Team zusammen arbeiten. Das hat sich während meiner Ausbildung auch bestätigt“, listet der 20-Jährige auf. Obwohl es nicht immer ganz einfach sei. „Es gibt Tage, da muss man 16 Stunden arbeiten“, sagt er leise.

In Melle-Westerhausen aufgewachsen absolvierte Daniel Brinker nach seinem Realschulabschluss eine dreijährige Lehre im Hotel Van der Valk in Melle. Seit einem Jahr arbeitet er im Hotel Seeblick in Lembruch. Nachdem der Küchenchef ging „waren wir etwa zwei Monate ohne Führungsposition“, erläutert der gebürtige Meller, der diese Situation als Chance sah. Sobald er sich alles angeeignet hatte, machte er „Nägel mit Köpfen“ – und wurde Chefkoch. Momentan arbeiten unter seiner Leitung drei Gesellen und eine Aushilfe.

Sein Aufgabengebiet sei relativ breit gefächert: „Ich führe Gastgespräche; wir hatten kürzlich erst eine Hochzeit mit 120 Personen, wo ich die Wünsche der Kunden umgesetzt habe. Ich übernehme die Kalkulation, schreibe Speisekarten und Dienstpläne, organisiere und sorge für die Bestellungen“, zählt er lächelnd auf.

Was ist seine Philosophie beim Kochen? Brinker: „Als Küchenteam setzen wir viel auf Regionalität. Am Dümmer bieten wir daher gerne Fisch an, zumal wir in Dümmerlohausen die Aalräucherei Hoffmann haben. Dort beziehen wir frische Forellen oder geräucherten Aal. Das heißt, wir arbeiten mehr mit regionalen Gerichten, wie beispielsweise auch Lamm. Ansonsten viel Fisch, der sehr gut angenommen wird.“

Hin und wieder überrascht er die Gäste mit kreativen Ideen. Denn auch unter großem Zeitdruck werden in der Küche köstliche Menüs gezaubert und die Meisterwerke mit raffinierter Dekoration präsentiert. Zurzeit arbeitet er auf dem Saucierposten. „Das heißt Fleisch und Soßen – da fühle ich mich auch am Wohlsten“, meint er schmunzelnd. Hat es den Gästen bislang immer geschmeckt, was gekocht wurde oder gab es auch mal Beschwerden? „Beschwerden bleiben natürlich nie aus. Wir sind alles nur Menschen und keine Maschinen, sodass Fehler passieren. Aber das ist sehr selten“, antwortet Brinker.

Wenn man den Beruf des Kochs gewählt hat, muss man eigentlich immer dann arbeiten, wenn Freunde und Bekannte frei haben. Hat Daniel Brinker dadurch schon Freunde verloren? Oder wie geht er damit um?

Nach der Schulzeit sei das normal, dass Freundschaften auseinander gehen würden, meint er. . Aber: „Ich habe das schon sehr gemerkt“, gibt er unumwunden zu, dass dadurch Beziehungen in die Brüche gingen. „Weil man keine Zeit hat. Oder dann nicht Zeit hat, wenn der andere Zeit hat. Das ist nicht ganz einfach. Momentan stelle ich jedoch nur meinen Beruf über alles“, betont der junge Mann.

In seiner Freizeit, sofern er sie hat, ist er gerne mit dem Mountainbike unterwegs. „Das ist ganz wichtig, dass man einen Ausgleich von der Arbeit hat“, hebt er hervor. Ansonsten besucht er in seiner Freizeit am liebsten seine Verwandtschaft. Für die Zukunft wünscht er sich: „Weiterkommen und noch viel lernen!“

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