Jede Blutspende lebenswichtige Hilfe für drei Menschen 

„DRK kämpft derzeit mit rückläufigen Zahlen“

Ludwig Wulf aus Mecklinge fühlt sich noch kerngesund, würde gerne weiter Blut spenden. Darf er aber aufgrund der Altersgrenze nicht. Links DRK-Helferin Brunhilde Röhl. Die 115. Spende war jetzt seine letzte. - Foto: Bechtel

Lemförde - „Ich darf nicht mehr Blut spenden, fühle mich aber noch total gesund. Es ist ja schon ein paarmal geändert worden. Früher waren es mal 65 Jahre, dann 68 und nun ist ab 73 Jahren definitiv Schluss“, sagte am Dienstagabend Ludwig Wulf aus Mecklinge im Lemförder Rittersaal ziemlich betroffen. Zuvor hatte ihm Dr. Bongartz gesagt, dass er die Altersgrenze erreicht habe. Aber zum 115. Mal konnte er noch seinen kostbaren Lebenssaft spenden. Dabei hätte er so gerne die 120. Auflage miterlebt….

„Im Moment haben wir mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen, obwohl wir sogar die Werbung verstärkt haben“, bedauerte Monika Meier-Rüffer, Vorsitzende des DRK Ortsvereins „Altes Amt Lemförde“, die mangelnde Resonanz und das Fehlen der 30- bis 40-Jährigen. Letztendlich spendeten 91 ihr Blut, darunter vier Erstspender. Jubiläumsspender waren Magdalene Brachem, Dieter Nitschke (beide zum 40. Mal), Uwe Hannker (zum 25. Mal) und Brunhilde Röhl (zum 10. Mal).

Dass Blut spenden wichtig und notwendig ist, sagen alle. Doch lediglich vier Prozent aller Bundesbürger sind aktive Blutspender, obwohl mehr als 40 Prozent der Bevölkerung spendefähig sind. „Insbesondere in der Generation unter 40 ist die Bereitschaft, Blut zu spenden, stark rückläufig“, weiß auch der DRK-Blutspendedienst NSTOB (Landesverbände des Deutschen Roten Kreuz Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen), der deshalb seit dem 2. November unter dem Slogan „Heldenmut? Spende Blut!“ seine neue Heldenkampagne gestartet hat. Schließlich gibt es fiktive Superhelden mit magischen Kräften viele, doch jeder kann mit seiner Blutspende zu einem echten Helden des Alltags werden und Leben retten! Werden doch Tag für Tag in Deutschland 15 000 Blutspender gebraucht – statistisch gesehen benötigt sogar alle sieben Sekunden ein Mensch Blut.

Demzufolge werden täglich im Bereich des DRK-Blutspendedienstes NSTOB 38 Termine angeboten. Der passende Spendetermin lässt sich innerhalb weniger Sekunden im Internet oder per App recherchieren und ist dann per Knopfdruck im Kalender des Smartphones. In der Regel dauert eine Spende nicht länger als 45 Minuten und innerhalb von 24 Stunden kann jeder mit seiner Spende drei Menschen lebenswichtige Hilfe zukommen lassen.

Während des jüngsten Blutspendetermins im Lemförder Rittersaal waren auch zahlreiche „Helden“ im Einsatz. So übernahmen in bewährter Weise Gundi Lösche und Angela Winkelmann die Anmeldungen. Angereist nach Lemförde war das Blutspendeteam aus Springe. Als Arzt weilte Dr. Heribert Bongartz vor Ort der entschied, wer letztlich spenden durfte. Zwölf ehrenamtliche Frauen des DRK-Ortsvereins betreuten die Spender von Beginn an bis zum Essen nach der Blutspende. Für eine Kinderbetreuung sorgte abermals die DRK-Kindertagesstätte „Schatzinsel“ in Persona von Erzieherin Valentina Dilger.

Monika Meier-Rüffers Dank gilt auf diesem Weg der Lemförder Orchideenzucht, die wieder für Blumenschmuck gesorgt hatte, dem Combi Verbrauchermarkt Lemförde, der jedes Mal einen großen Obstkorb spendiert, sowie dem neukauf Edeka Schwöppe, der erstmals das Gemüse für alle Salate zur Verfügung gestellt hatte.

cb

Mehr zum Thema:

Ex-Grüner Van der Bellen wird neuer Präsident in Österreich

Ex-Grüner Van der Bellen wird neuer Präsident in Österreich

Tödliche Schüsse auf Lokalpolitikerin und zwei Journalistinnen

Tödliche Schüsse auf Lokalpolitikerin und zwei Journalistinnen

Weihnachtliche Kulturtage in Syke

Weihnachtliche Kulturtage in Syke

Weihnachtsmarkt in Levern

Weihnachtsmarkt in Levern

Meistgelesene Artikel

Leester Weihnachtsmarkt: Das gegenwärtige Ambiente ein letztes Mal genießen

Leester Weihnachtsmarkt: Das gegenwärtige Ambiente ein letztes Mal genießen

Fußgänger (45) stirbt nach Kollision mit einem Auto

Fußgänger (45) stirbt nach Kollision mit einem Auto

Norbert Warnke: Tausendsassa bei der Feuerwehr

Norbert Warnke: Tausendsassa bei der Feuerwehr

Emotionaler Abschied für Warnke

Emotionaler Abschied für Warnke

Kommentare