Deutsche Meisterschaft im Moorfußball zum ersten Mal im Kreis Diepholz

Wenn der Ball rollt und der Matsch spritzt

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Nix für kleine Zimperliesen: In der Damenliga geht es ordentlich zur Sache.

Lembruch - Von Julia Kreykenbohm. Wenn gekickt wird, bis der Matsch fliegt und weder Augen noch Spieler trocken bleiben – dann ist Zeit für eine ganz spezielle Form des beliebtesten Ballsports der Welt: Moorfußball. Und genau den möchte Karsten Lammers in den Landkreis Diepholz tragen.

Seine Vision: Packende Fußballspiele an zwei Tagen, bei denen sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer ordentlich Spaß haben. Mehr lockere Party als verbissenes Turnier und das Ganze unter dem Titel „Deutsche Meisterschaft im Moorfußball“. Und zwar bereits zum vierten Mal – allerdings zum ersten Mal im Kreis Diepholz.

„Bisher waren wir immer in Rieste am Alfsee“, berichtet Lammers. „Doch da stehen in diesem Jahr keine geeigneten Flächen zur Verfügung.“ Wenn Lammers von den „Flächen“ spricht, können Naturfreunde beruhigt sein, denn der Veranstalter aus Bramsche hat nicht vor, die Kicker durch ein echtes Moor toben zu lassen. „Wir nehmen dafür landwirtschaftliche Flächen, die werden umgepflügt und gewässert, so dass es ordentlich matschig ist.“ Dann werden noch Tore aufgestellt und los geht der „schmutzige Sport“ – der eigentlich alles andere ist als das. „Bei uns gibt es keine Ultras, keine Randale, keine verbissenen Kämpfe, wo es nur ums Gewinnen geht. Bei uns steht der Spaß im Mittelpunkt. Fußball soll gefeiert und als das gesehen werden, was er ist. Nämlich ein großartiger Sport.“

Zurück zur besagten Fläche: Die wird am alten Campingplatz am Schoddenhof am Dümmersee in Lembruch sein, wo rund 30 Hektar präpariert werden. „Das ist das erste Mal, dass ich meinen Teilnehmern Strom, fließend Wasser, Duschen und Toiletten bieten kann“, freut sich Lammers. Sechs Spielfelder werden vorbereitet, jedes 60 mal 30 Meter. Ein Spiel dauert zwei mal zehn Minuten.

„Es gibt eine Damen- und eine Herrenliga und Business-Mix, bei dem mindestens eine Dame auf dem Platz stehen muss. Mitmachen darf jeder ab 18 Jahre, weil auch Alkohol ausgeschenkt wird. „16-Jährige können theoretisch dabeisein, wenn sie eine Unterschrift der Eltern vorweisen können“, so Lammers.

Beim Moorfußball steht ganz klar der Spaß im Vordergrund.

Als er 2011 das erste Mal ein Moorfußballturnier veanstaltete, hatte er auf Anhieb 30 Mannschaften am Start – also rund 450 Teilnehmer, denn eine Mannschaft besteht meist aus 20 Leuten, obwohl nur sechs immer auf dem Feld sind. „Man braucht soviele, weil man das Spiel sonst gar nicht durchhält.“ Beim nächsten Turnier verdoppelte sich die Zahl der Teilnehmer. „Bei dem Event in Lembruch möchte ich gern die 1000er Marke knacken“, verrät Lammers. 20 Teams haben sich bereits jetzt angemeldet. Viele seien „Wiederholungstäter“. Sie kommen aus Berlin und verschiedenen Orten in Niedersachsen. Die Idee für diesen ungewöhnlichen Sport stammt übrigens aus Finnland – dem Heimatland für Wettkämpfe wie „Ehefrauen-Tragen“ und „Handy-Weitwurf“.

Der Zeitplan für das große Event steht bereits. Am Freitag, 3. Juni, reisen die Teams an. Abends sollen sich die Teilnehmer auf dem Campingplatz oder im Festzelt ein bisschen „beschnuppern“. Highlight wird die Auslosung der Gruppenspiele sein.

Nach der Eröffnung durch Bürgermeisterin Margarete Schlick und Lammers, startet dann am Samstag die Deutsche Meisterschaft mit den Vorrundenspielen. Am Abend beginnt ab 19.30 Uhr die „3. Halbzeit“ im Festzelt – die öffentliche Party mit „DJane Feelgood“, die wie in den Vorjahren für Stimmung sorgen soll. Auch am Samstag wird die Auslosung – dann der Finalrunden am Sonntag – zelebriert.

Am Sonntag geht es dann „mit Rücksicht auf die Party am Vorabend“ erst ab 10 Uhr in den Endspurt mit den Finalspielen. Die Sieger der Kategorien „Damen“ und „Herren“ gewinnen neben dem Titel „Deutscher Meister“ eine Reise zur Moorfußball-Weltmeisterschaft im finnischen Ukkohalla. Um 16 Uhr ist dann Schluss.

Wer bei diesem Spektakel dabei sein möchte, sollte ein Team von 20 Leuten auf die Beine stellen. Alle zusammen zahlen dann 250 Euro Startgebühr, in denen auch der Eintritt für die Zeltfeten abends enthalten sind. Wer auf dem Campingplatz zelten will, zahlt noch 15 Euro extra, sowie drei Euro Müllpfand. Zelte und Schlafsäcke müssen die Teilnehmer mitbringen. Wer mag, kann sich auch ein Frühstück buchen. Anmelden kann man sich bis zum 30. April auf der Internetseite des Veranstalters. Lammers rät zur Eile. „Nach 80 Mannschaften machen wir einen Anmeldestopp.“

Dem Veranstalter ist die Freude auf das Event anzumerken. Er schildert begeistert spannende Spiele aus dem Vorjahr, berichtet von Teams, die niemand auf dem Schirm hatte und die am Ende den Sieg holten und lobt die Kreativität der Mannschaften, die sich mit Namen wie „Dynamo Tresen“, „Die-mit-dem-Dreck-tanzen“, „Livermoor“ oder „FC Hau-daneben“ angemeldet haben. „Der Spaß ist das allerwichtigste“, hebt Lammers noch einmal hervor. „Bei uns gewinnen nicht die besten Spieler – sondern die, mit dem größten Willen.“

www.moorfussball.com

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