Hospiz-Stiftung Stemweder Berg lädt zum Stiftertreffen ein

„Danke, dass sie einfach da waren“

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Das Stiftertreffen der Hospiz-Stiftung Stemweder Berg am Sonntag im Gemeinderaum der katholischen Kirche Lemförde war gut besucht. Auf dem Bild informiert Schwester Irmhild Espendiller (Mitte) die Gäste über die Arbeit der Stiftung. 

Lemförde - Das 9. Stiftertreffen der Hospiz-Stiftung Stemweder Berg wurde zu einem Abend des Blickes zurück und nach vorn. Die Einladung für Stifter, Kuratorium, Mitarbeiter, Freunde und Förderer der Hospiz-Arbeit in Lemförde am Totensonntag war wegweisend geplant. Pastor Eckhart Schätzel nannte den Sonntag „Ewigkeitssonntag“, das klang viel hoffungsvoller.

Um Hoffnung sollte es auch im Referat des eingeladenen Gastes Ursula Frühauf, Leiterin der Trauerbegleitung im Osnabrücker Hospiz, gehen, die über die Aufgabe der Trauerbegleitung in den Hospizdiensten sprach. Doch vor dem Ausblick, was im nächsten Jahr auf die haupt- und ehrenamtlichen Hospizhelfer zukommt, war der Dank an der Reihe und ein kurzer Bericht zur Finanzlage und Arbeit der Stiftung.

„Mit diesem Abend möchten wir uns bei ihnen für ihre Unterstützung bedanken. Durch ihre Zustiftung tragen sie wesentlich dazu bei, dass in unserer Region eine engagierte und professionelle Hospizarbeit möglich ist“, hatte Pastor Dr. Marc Weber, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums, eingeladen.

„Danke, dass sie einfach da waren und mit aushalten und Menschen in schwierigen Lebensphasen helfen“, adressierte Pastor Schätzel an die ehrenamtlichen Helfer.

Stiftungskapital in Höhe von rund 350. 000 Euro

Max Sorge, Vorstand, lieferte Zahlen und Erläuterungen zur Umstrukturierung der Finanzen: „Bei aktuell schlechter Zinssituation trotz Stiftungskapital in Höhe von rund 350. 000 Euro mussten wir umdenken. Wir haben in gute Aktien investiert, um Erträge zu erwirtschaften.“ Auch verzeichne die Stiftung höhere Mieteinnahmen. Kommendes Jahr könne ein Seminar „Trauerbegleitung“ für die Mitarbeiter finanziert werden. Insgesamt stünde die Stiftung besser dar, als im Jahr zuvor.

Schwester Maria Thiede berichtete über die Arbeit im vergangenen Jahr: „Wir zählen 37 Ehrenamtliche. Dieses Jahr betreuten wir insgesamt 57 Sterbende, davon verstarben 14 zuhause, 34 in Pflegeheimen und neun im Krankenhaus.“ Die Helfer mussten dazu in sieben Pflegeheime und in Krankenhäuser fahren. Da Sterbebegleitung für die Mitarbeiter sehr anstrengend sein könne, schien es ihr sehr wichtig, dass gerade auch in die Achtsamkeit für die Ehrenamtlichen investiert wird. „Im Dezember fahren wir ein Wochenende in die Akademie Stapelfeld zur Rekreation.“ Auch ist ein Seminar „Sterbebegleitung für Demenzkranke“ geplant.

Schwester Irmhild Espendiller ergänzte: „Wir stellen verstärkt die Inanspruchnahme unserer Angebote bei Unfällen und Suizid als plötzliche Todesarten fest.“ Das fordere die Mitarbeiter „on top“.

„Trauer ist eine Fähigkeit“

Die Überleitung zum Thema von Referentin Frühauf lieferte sie gleich mit: „Unser Trauerfrühstück wird sehr gut besucht und wir haben ein 14-tägiges Angebot für eine Gruppe Trauernder. Leider wird das von den Krankenkassen nicht refinanziert.“

„Sterbebegleitung ist fördergeldfähig, Trauerbegleitung bislang nicht“, den Status hatte Frühauf kritisch dabei. Denn es sei so wichtig, die Trauer richtig zu verarbeiten. „Trauer ist nämlich eine Fähigkeit und kein Defizit, mit Verlust umzugehen“, mahnte die Fachfrau aus über 25-jähriger Arbeit. 50 bis 60 Prozent aller Trauernden brauchen keine Begleitung, 30 bis 40 Prozent tut sie gut und bei zehn Prozent müsse an der verunglückten Trauer in der Psychotherapie gearbeitet werden. Damit aus Trauer Liebe werden kann, erklärte sie die Gezeiten der Trauer, das aktive Realisieren der Körperreaktionen und Mechanismen der Bewältigung. Die Liste war lang, ging von Erzählen in „leere Ohren“, Erinnerungsrituale, Kreativität, Bewegung, Natur, Glaube, Musik bis zu Selbsthilfegruppen.

Schnell stellte sich in den Berichten aus der Hospizgruppe heraus, dass Trauer so individuell ist, wie die Menschen. „Achten sie sehr achtsam auf ihre Mitarbeiter“ empfahl sie aus Erfahrung. Die Zeiten der Erholung seien sehr wichtig, um danach wieder hilfreich sein zu können. „Es ist aber genauso wichtig zu erkennen, wo unsere Grenzen sind.“ Damit meinte sie die Abgabe an Fachleute in Schwerstfällen. Sie schloss mit einem Mahnsatz aus dem Zen: „Hört, hört. Leben und Tod sind ernsthafte Dinge. Schnell vergeht die Zeit. Seid wachsam.“

Musikalisch wurde das Stiftertreffen von Julia Hafer und Rudolf Seippel mit diversen Werken, vom Barock bis zur Klassik, in vorweihnachtlichem Ambiente des Gemeinderaumes der katholischen Kirchengemeinde „Zu den Heiligen Engeln“ in Lemförde bereichert.

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