Düsseldorfer Künstlerin gibt Unterricht am Dümmer

Ob Boote oder Blumen: „Malen ist die pure Lebensfreude“

Mit Ulrike Schwartz (4.v.l.) aus Düsseldorf starten diese Künstler in dieser Woche in einen Aquarell-Malkursus in der „Landlust Kulturscheune“ in Hüde; es fehlt Krista Hory. Die Ergebnisse werden am 23. September vorgestellt. - Foto: Bechtel

Hüde - Von Christa Bechtel. „Wir malen alle Aquarell; die schwerste Technik, weil man relativ wenig verbessern kann. Aber es gibt ein paar Tricks“, sagt Ulrike Schwartz aus Düsseldorf geheimnisvoll lächelnd. In dieser Woche wird sie acht Malerinnen und einem Maler diese Tricks im Atelier der Landlust Kulturscheune auf dem Ferienhof Hage in Hüde nahe bringen. Die Ergebnisse können dort im Rahmen einer Vernissage am Freitag, 23. September von 17 bis 19 Uhr von Alt und Jung bewundert werden.

„Malen ist die pure Lebensfreude“ ist Ulrike Schwartz‘ Maxime, die sich seit über 40 Jahren mit immer größerer Begeisterung der Aquarellmalerei widmet. Ab 2006 gab die frühere Kauffrau und Vertriebsleiterin in einem der größten Papierwerke Europas für das Reiseunternehmen SKR-Studien Kontakt Reisen als Dozentin für Aquarellmalerei Malunterricht in Unkel bei Bonn, Ohlstadt bei Murnau und ab 2009 auch im Schloss Raesfeld im Münsterland. Seit 2013 gibt sie für SKR keine Malkurse mehr, sondern veranstaltet ab und zu Workshops in ihrem Atelier in Düsseldorf. Eine Herzensangelegenheit sind der gebürtigen Berlinerin, die in Norddeutschland aufwuchs, die Malkurse am Dümmer.

„Wir werden in dieser Woche keine ‚Hausfrauenbildchen‘ malen, sondern wagen uns schon ein bisschen in Richtung Kunst“, betont die Kursleiterin im Gespräch mit unserer Redaktion, die ergänzt: „Es wird ganz viel improvisiert, ganz viel Risiko eingegangen, um auch etwas Flotteres zustande zu bringen.“ Jeden Tag werde es ein neues Thema, beispielsweise „Moor“, „Segelboote“, Blumenwiese“ oder „Weite“ (in der Landschaft) geben. „Dann haben wir immer einen ‚Menschentag‘; das müssen leider die Teilnehmer über sich ergehen lassen“, erklärt sie schmunzelnd, dass alle sich gegenseitig skizzieren werden. „Porträts mit Hüten. Es wird aber auch Menschengruppen und Bewegungsstudien geben. Das muss ganz schnell gehen“, bemerkt Schwartz, dass man etwa zehn Studien anfertigt, aus denen vielleicht ein gutes Bild entsteht. Denn: „Nur im schnellen Arbeiten und mit Risiko bekommt man überhaupt etwas zustande, was Richtung Kunst gehen könnte“, weiß sie aus ihrer jahrzehntelangen Erfahrung.

Warum nehmen alle mit so großer Begeisterung an den Dümmer-Malkursen teil? „Der Kursus hat mich interessiert, weil Ulrike anders malt als andere“, so Gisela Tüffers aus Düsseldorf. „Mir gefällt die Art, wie Ulrike das Malen vermittelt, einfach unheimlich gut“, stellt Gabriele Strauch-Nasemann, ebenfalls aus Düsseldorf, heraus. Antje Tschach aus Kiel hofft, dass ihr der Malkursus viel bringt. „Ich denke, dass wir in der Gemeinschaft etwas zustande bringen werden.“

„In Aquarelle richtig verliebt“

„Einmal im Jahr male ich eine Woche. Das ist Entspannung in netter Gesellschaft – und manchmal kommt sogar etwas dabei rum“, meint Antje Stock aus Bergisch-Gladbach, die gebürtig aus Osnabrück kommt, lachend. „Ich habe in Aquarell noch ganz viel zu lernen und möchte auch immer mehr lernen“, definiert Ingrid Tschach aus Wilhelmshaven ihre Beweggründe. Sonst malt sie in Öl. „Aber ich habe mich in Aquarell richtig verliebt.“ Barbara Tschach ist am Dümmer in Hüde zuhause und hat vor zehn Jahren ihren ersten Aquarell-Malkursus in Unkel am Rhein bei Ulrike Schwartz absolviert. „Seitdem habe ich jedes Jahr versucht, einen Kursus bei ihr zu machen. Das bereitet mir viel Freude und ich habe eine Menge gelernt. Ich hoffe, dass ich auch diesmal wieder zufrieden nach Hause gehe“, wünscht sich die Künstlerin, die im Juni einige ihrer Werke im Hüder Dorfhaus ausstellte.

Auch für Margot Koenen aus Düsseldorf ist es einmal im Jahr „Usus“, bei Ulrike an einem Kursus teilzunehmen. „Manchmal auch mehrere, denn sie hat mich ja zum Malen verführt“, bekennt die Düsseldorferin. „Hahn im Korb“ ist Hans-Jürgen Herschell aus Hamburg, der sich in Hamburger Manier mit „nimm dir nichts vor, dann schlägt dir auch nichts fehl“ äußert. Krista Hory aus Frankfurt weilte noch im Stau auf der Autobahn. „Auch eine ganz Treue, die einmal im Jahr kommt; eine gute Teilnehmerin, die immer ein bisschen wilde Bilder bringt“, so Ulrike Schwartz, der es wichtig ist: „Dass die verschiedenen Maler ihre Eigenständigkeit behalten. Ich versuche, jeden abzuholen, wo er steht, aber auch in seiner eigenen Technik zu unterstützen.“ Man darf also auf die Ergebnisse am 23. September gespannt sein.

Mehr zum Thema:

Ermittler verdächtigen Patientin der Brandstiftung

Ermittler verdächtigen Patientin der Brandstiftung

Die neuen E-Autos aus Paris

Die neuen E-Autos aus Paris

Internationales Fußballturnier in Großenkneten

Internationales Fußballturnier in Großenkneten

Fast 10 000 Tote durch Moskaus Syrien-Einsatz

Fast 10 000 Tote durch Moskaus Syrien-Einsatz

Meistgelesene Artikel

Freie Fahrt auf der Kreisstraße 101

Freie Fahrt auf der Kreisstraße 101

Trecker Treck: Gelungene vierte Ausgabe

Trecker Treck: Gelungene vierte Ausgabe

Junger Filmemacher aus Twistringen bringt „Nirgendwo“ in die Kinos

Junger Filmemacher aus Twistringen bringt „Nirgendwo“ in die Kinos

Wieder Sabotage im Maisfeld

Wieder Sabotage im Maisfeld

Kommentare