Landvolk Diepholz veranstaltet Ferienkiste-Aktion

Kinder zu Gast auf Schäferhof in Stemshorn

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Begeistert nahmen 14 Kinder an der Ferienkistenaktion „Vom Schaf zur Filzmaus“ auf dem Schäferhof in Stemshorn teil. - Foto: 

Stemshorn - Dass die Schafe zu den ältesten Haustieren der Welt gehören. Oder dass das Schaffell aus äußeren, steifen und groben Haaren, die als Schutz gegen die Witterung dienen, sowie aus inneren, weichen und feinen Haaren besteht – und was man daraus Tolles machen kann: All das erfuhren 14 Mädchen und Jungen, die im Rahmen der „Ferienkiste“ Altes Amt Lemförde an der Veranstaltung „Vom Schaf zur Filzmaus“ auf dem Schäferhof der Familie Seel im Ochsenmoor in Stemshorn teilnahmen. Veranstalter war das Landvolk Diepholz.

Schäfermeister Michael Seel, der mit seiner Familie seit April 2012 den Schäferhof gepachtet hat und so eine alte Tradition fortführt, stellte den Kinder zum Auftakt seine Schafherde, bestehend aus Moorschnucken, vor. Insbesondere wies er auf die „Diepholzer Moorschnucke“, eine robuste Schafrasse, die er für die Landschaftspflege einsetzt. Staunend sahen die Mädchen und Jungen aber auch die Flaschenlämmer. „Die wurden mit der Flasche großgezogen, weil die Mütter sie nicht angenommen haben. Das heißt, wir haben sie, wie bei den Babys, mit Milchpulver und Flaschen großgezogen“, so Laura Seels Erklärung. Die seien so zutraulich, „dass sie immer wieder angelaufen kommen.“ Doch auch den kleinen Hühnern und Küken, aber auch den Hasen sowie der Heuscheune statteten die „Ferienkisten“-Kinder einen Besuch ab. Und dann entführten Andrea Bürger-Seel und ihre Tochter Laura die Kinder in das Reich des Filzens. Denn aus flauschiger Schafwolle kann man wunderbare Figuren kreieren.

Zwei süße kleine Filzmäuse – sogar eine Weihnachtsmaus – als Muster schauten die Kinder erwartungsfroh an, so nach dem Motto: „Wollt ihr mich nachmachen?“ Doch erst einmal erklärte Andrea den Sechs- bis Zwölfjährigen, dass sie auf die Nadel achten sollten. „Die ist sehr spitz und hat Widerhaken. Wenn ihr damit in die ‚Haare‘ (Vlies) stecht verfestigt sich das Ganze durch die Widerhaken“, erklärte sie den Kids und veranschaulichte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Das ist von unseren Moorschnucken gewaschene und kardierte Wolle, die man auch zum Spinnen nehmen kann.“ Mit den Nadeln hätten sich allerdings hin und wieder Kinder schon gestochen. „Das bleibt nicht aus; besonders, wenn man nicht aufpasst“, betonte sie.

Mit großer Begeisterung fertigten alle dann Mäuse, Schafe oder Inka und Mara jeweils ein Schweinekissen. „Die sind momentan auf dem Schweine-Trip“, meinte Andrea Bürger-Seel lachend. Sobald der Körper fest war, verschönerten die Kinder – unter denen sich auch vier Jungs befanden – mit weicher Merinowolle ihre Figuren. „Ich habe das Filzen auch schon mit meiner Klasse gemacht und fand das total cool“, sagte Fabian begeistert. Henry hatte die Veranstaltung im Ferienkistenheft entdeckt und fand sie gut. Deshalb habe er sich angemeldet.“ Mika wollte diese Technik dagegen unbedingt mal ausprobieren, zumal er in den Vorjahren immer im Urlaub gewesen sei. „Ich habe noch nie ein Schaf gestreichelt – und hier sind so viele. Und gefilzt habe ich auch noch nie“, gab Leni unumwunden zu. Ob Maus, Schaf oder Schweinekissen: Am Ende nahmen die Kinder ihre Kunstwerke mit strahlenden Augen mit nach Hause. 

cb

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