Apfelwickler ist dieses Jahr häufig im Kreis Diepholz vertreten

Kleiner Schädling, großer Ärger

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Der Apfelwickler kann dafür sorgen, dass die Äpfel faul zu Boden fallen.

Landkreis   Diepholz - Der Name klingt ja erstmal ganz niedlich. Apfelwickler. Leider wickelt der nur Millimeter große Schädling die Äpfel nicht, sondern schädigt sie. Und in diesem Jahr war er besonders umtriebig und hat bei den Apfelgärtnern im Landkreis Diepholz für einigen Ärger gesorgt.

„Die Witterung für ihn war offenbar perfekt“, erklärt Pomologin Ariane Müller aus Bassum. Der Schädling legt als Falter seine 30 bis 60 Eier auf den Früchten oder den Blättern der Obstbäume ab. Die Larven ernähren sich dann von der Frucht.

Der Befall von Apfelwicklern kann mit ein Grund sein, warum ein Apfel früh vom Baum fällt. Ein anderer ist, wenn der Baum zu viele Früchte trägt. Auf jeden Fall sei es ein Trugschluss, zu glauben, ein Apfel sei automatisch reif, wenn er am Boden liege, sagt Müller. „Selbst wenn sie gut aussehen.“ Aus ihnen könne Mus oder Belag für Torten gemacht werden. Allerdings sollten sie schnell verwendet werden.

Die Äpfel, die keine Verwendung finden, sollten nicht auf den Kompost, sondern in der Restmülltonne entsorgt werden, um ein Ausbreiten des Apfelwicklers zu verhindern. Denn die Raupe krieche aus dem Apfel unter die Borke des Baumes und verpuppe sich dort.

Schutz gegen den Schädling bieten der Wellpappe-Fanggürtel oder eine Pheromon-Falle. Der Fanggürtel muss einmal pro Woche nach Larven und Puppen abgesucht und im Oktober entfernt werden. Ihn empfielt Müller besonders.

Trotz des Apfelwicklers sei die Apfelernte im Landkreis in diesem Jahr gut, auch wenn man über die Qualität der Früchte noch nichts sagen könne. „Jetzt beginnt die Erntezeit erst richtig“, sagt Müller. Sie schätzt, dass es an die 100 verschiedene Sorten im Kreis Diepholz gibt. Die häufigsten seien „Jakob Lebel“ und der „Grahams Jubiläumsapfel“. 

Die Apfelblüte sei erst spät in Gang gekommen. „Anfang Frühling hatten wir im Vergleich mit 2015 einen Rücklauf von 14 Tagen. Den haben wir aber inzwischen gut aufgeholt“, sagt die Pomologin. Es sei auch immer eine Frage des Standortes. Dort, wo die Bäume gut geschützt stünden, seien die Bedingungen besser.

juk

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