Juraj Sivulka nimmt sich Heinrich Heine vor

Klassiker für ein junges Publikum

Juraj Sivulka überzeugt mit seinem Mix aus Rezitation und biografischen Hintergründen über Heinrich Heine. ·
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Juraj Sivulka überzeugt mit seinem Mix aus Rezitation und biografischen Hintergründen über Heinrich Heine. ·

Stuhr - MOORDEICH · Die Plüschkatze darf nicht fehlen, als Anna Kauf und Elisa Gluschke aus der fünften Klasse der Lise-Meitner-Schule Heinrich Heines Gedicht „Mein Kind, wir waren Kinder“ rezitieren. Schließlich handelt dieses Werk eines der bedeutendsten deutschen Dichter mitunter von Katzen.

An den Vortrag der beiden Schülerinnen schließt Lehrer Juraj Sivulka an. Heines melancholisches Sehnen nach einer ehrlichen und unbeschwerten Zeit erwacht im Forum der Lise-Meitner-Schule am Freitagabend abwechslungsreich zum Leben.

Im Rezitieren von Gedichten hat der Deutsch- und Sportlehrer Juraj Sivulka bereits jahrelange Erfahrung: Im Jahr 2000 begann der Literaturbegeisterte damit, eigene Gedichte vorzustellen, 2004 hielt er erstmals eine Literaturlesung der Reihe „Stationen eines Lebens“.

Seitdem hat der gebürtige Slowake Biografisches und Werke von Dichtergrößen, wie Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Theodor Fontane, Theodor Storm, Eduard Mörike, Joseph von Eichendorff und eben Heinrich Heine, einem ständig wachsenden Publikum näher gebracht.

Im vergangenen Sommer ist Sivulka nun als Lehrer an die Lise-Meitner-Schule gewechselt – klar, dass er sofort an Gesamtschuldirektor Gerhard Heinemann herantrat und eine Lesung gemeinsam mit Schülern und Lehrern gestalten wollte.

Dabei heraus kam eine spannende und interaktive Mischung aus Rezitation und Musik, bei der insgesamt acht Mitwirkende auf der Bühne standen. Auch das Forum war mit rund 130 Gästen gut gefüllt. „Es ist schön, dass wir auch so viele Schüler an die klassische deutsche Literatur heranführen können“, freute sich Sivulka.

Beim Hören der zum Teil spöttischen und pointenreichen Gedichte Heines war einige Male ein Lachen aus dem Publikum zu vernehmen. So etwa in einem Werk über die Studentenhochburg Göttingen, die Heine, als „schöne Stadt“ bezeichnete, „die man sich am besten mit dem Rücken anschaut“.

Sivulka gestaltete die Übergänge von biografischen Informationen zu ausgewählten Versen des Dichters fließend.

Auf diese Weise erfuhr man spannende Hintergründe: So hatte Heine Zeit seines Lebens Probleme mit seiner jüdischen Herkunft, weswegen er sich taufen ließ und von Harry in Heinrich umbenannte. Die Probleme des Lyrikers blieben indes bestehen – Heine hatte es sich durch seine Polemik mit der deutschen Bevölkerung verscherzt, weswegen er 1831 nach Paris auswanderte.

Der romantische Dichter blieb zudem wirtschaftlich erfolglos und lebte zum Teil in bitterer Armut. „Brotloseste der Künste, Poesie!“, hieß es da in einem Vers Heines.

Mit schauspielerischen Einlagen von erbost bis melancholisch vergegenwärtigte Sivulka die Gemütszustände des Literaten hautnah. Auch die Fünftklässlerinnen Elisa Gluschke und Anna Kauf verbuchten mit ihren passenden Betonungen und Rezitationen samt Requisiten einen gelungenen Auftritt.

Während des Abends tat sich auch die 17-jährige Julia Tratsch hervor, die am Klavier mal sinnlich, mal fröhlich und mit Tempo für musikalische Untermalung sorgte. „Julia ist vor einem Jahr an die KGS Brinkum gewechselt und kann sich von unserer Schule einfach nicht trennen“, verriet Sivulka.

Ebenfalls am Klavier waren die beiden jüngeren Schülerinnen Derya Eren und Sarah Aileen Siegmund zu Werke, die vierhändig spielten und dabei eine souveräne Figur machten. Die Lehrerkollegen Simone Ehrichs (Violoncello) und Bernhard Schencke (Violoncello und Klavier) rundeten das Ensemble rund um Sivulka ab. · tk

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