20-Jähriger schweigt zur Tat

Angeklagter gibt laut Protokoll Freund die Hauptschuld

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Der Angeklagte will sich nicht zur Tat äußern.

Kirchweyhe / Verden - Der Angeklagte im Mordprozess um den gewaltsamen Tod eines Streitschlichters in Kirchweyhe will sich zur Tat nicht äußern. Er äußerte sich zu seinem Lebenslauf.

Vor dem Landgericht Verden verlas sein Verteidiger am Mittwoch aber eine Aussage von einem Haftprüfungstermin. Das Protokoll wurde in Anwesenheit des Staatsanwaltes, der Richter und der Verteidiger aufgenommen. Darin wurde der Tathergang beziehungsweise die enstprechende Nacht aus Sicht des Angeklagten geschildert. Laut dem Dokument gab der 20-Jährige einem Freund die Hauptschuld am Tod des 25 Jahre alten Opfers. Er selbst habe mehrfach versucht, seinen Freund von Gewalttätigkeiten abzuhalten. Der Tod des 25-Jährigen mache ihn sehr betroffen.

„Ich schäme mich dafür, dabeigewesen zu sein“, zitierte der Anwalt aus der Aussage. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 20-Jährigen vor, das Opfer am Bahnhof des Ortes im März nach der Rückkehr aus einer Disco so getreten zu haben, dass der junge Mann an inneren Verletzungen starb. Der 25-Jährige hatte versucht, einen Streit während der Busfahrt zu schlichten, an dem der Angeklagte beteiligt war.

Der 20-Jährige berichtete in der Verhandlung ausführlich aus seinem Leben und über sein schulisches und berufliches Scheitern. An Wochenenden habe er sich regelmäßig betrunken, sagte er.

Vor der Mittagspause im Gericht wurde ein Zeuge vernommen, der die nächtliche Busfahrt zur Diskothek "Fun Factory" in Wildeshausen organisiert hatte. Dort habe er seinen Geburtstag gefeiert. Da für seine Geburtstagsgesellschaft zwei Personen abgesagt hatten und somit Platz im Bus frei geworden sei, habe er den Angeklagten und seine zwei Freunde mitfahren lassen. Am Ende seiner Aussage wirkte der Zeuge aufgelöst und bedrückt.  

dpa / guf /pfa

Bilder der Trauerfeier

1500 Menschen bei Trauerfeier

Hintergrund

Das Landgericht hat insgesamt 20 Verhandlungstage angesetzt. Seit dem 10. September steht der mutmaßliche Täter in Verden vor Gericht.

Nach dem Tod des 25-jährigen Streitschlichters, der in Kirchweyhe ins Koma getreten worden war, eskalieren die Emotionen: Aufrufe zur Lynch-Justiz erschienen auf Facebook.

Kommentare

guenter rAntwort
(4)(0)

das ganze Vorgehen der Verantwortlichen ist doch auch Wasser auf die Mühlen dieser Leute, geben ihnen Steilvorlagen in deren kruden Argumentation. Würde denn mit solcher Nachsicht verfahren, wenn die Kinder/Enkel des Bürgermeisters und des Richters betroffen wären? Zunächst war ja noch das Opfer in den Medien selber schuld, weil er Streit gesucht hat. Und jetzt hat es lt. Bürgermeister der Gemeinde keinen Zusammenhang mit Migrationshintergrund. Wegschauen und Ignorieren ist da glaube ich der falsche Weg.

guenter rAntwort
(2)(0)

hinterher ist es keiner mehr gewesen. Keiner steht mehr zu siner Verantwortung und Rechtsanwälte formulieren Erklärungen, die so ersichtlich nicht vom mutmaßlichen Täter stammen. Das war vorgestern eine absolute Schande. Der Richter legt dem Angeklagten Worte in den Mund, der erste Zeuge wirkte eingeschüchtert und wurde darüberhinaus noch zusätzlich durch eindringliche Belehrungen des Richters und Einlassungen zusätzlich verunsichert.

ButenbremerAntwort
(2)(0)

Ich bin kein Hellseher, wage aber trotzdem folgende Prognose: Jeder wird es auf einen anderen schieben und schließlich ist es KEINER gewesen. Es war rutschig, ein Unfall mit Eigenverschulden des Toten, der Busfahrer hat nichts erkennen können und auch nicht eingegriffen, und....und...und

Die nächsten rechten Aufmärsche in Weyhe sind sicherlich schon in der Planung - leider!

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