Ländlicher Raum produziert mehr Strom, als er verbraucht

Zweiter Trafo notwendig

Auf Schienen wird der 60 Tonnen schwere Transformator in Position gebracht, vor Ort informierten Eileen Schöne (l.) und Uwe Gehrke (2.v.r.) Kirchdorfs stellvertretenden Bürgermeister Helko Krickemann (2.v.l.) und Fachbereichsleiter Bauen und Entwicklung Günther Dahm (r.), Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters. - Fotos: S. Wendt

Kirchdorf - Die Gemeinde Kirchdorf ist ein bisschen schwerer geworden: Ein 60 Tonnen Koloss steht jetzt in der Kommune, sicher verankert, denn das Umspannwerk in Kirchdorf, das den Strom aus Erneuerbaren Energiequellen aufnimmt und in die nächst stärkere 110 Volt-Leitung speist, wurde um einen zweiten Transformator erweitert.

Uwe Gehrke, für die Avacon-Anlage in Kirchdorf verantwortlicher Meister, freut sich: Rein technisch gesehen, seien nun die Abläufe besser planbar. Etwa bei Reparaturarbeiten. Musste bisher Strom in dem Fall erst etwas kompliziert umgeleitet werden auf andere Umspannwerke, könne nun der eine Transformator abgeschaltet werden, während der andere weiterläuft. Tatsächlich ist es so, dass seit dem Bau des Umspannwerkes Kirchdorf im Jahr 2009 ein erhebliches Maß an Strom in der Region mehr produziert wurde, als noch vor sieben Jahren.

Der neue Transformator im Umspannwerk Kirchdorf kann voraussichtlich im Mai in Betrieb gehen.

Mittlerweile soviel, wie der bisherige Transformator gerade aufnehmen konnte. „Der ländliche Raum produziert deutlich mehr Energie, als er verbraucht“, bestätigt Gehrke. Nach Angaben der Avacon liege der Anteil an erneuerbaren Energien im hauseigenen Netz aktuell bei 186 Prozent. Netzbetreiber Avacon plant die Erweiterungen gemäß den Ergebnissen eigener Studien. Wieviele weitere Biomasse-, Windkraft- oder Solaranlagen gebaut werden müssten, damit auch Trafo Nummer zwei in der Anlage an seine Kapazitätsgrenze stößt, sei auf keine Formel zu bringen.

1,44 Millionen Euro investiert die Avacon in ein neues zusätzliches Leitungs- sowie Tranformatoren-Schaltfeld in Kirchdorf. Die Arbeiten haben im August begonnen und sollen im Mai 2017 beendet sein, dann geht auch der zweite Transformator „ans Netz“. Nach mehreren Tagen ist der Schwertransport aus dem österreichischen Linz in der Nacht zu Mittwoch in Kirchdorf angekommen.

Laut Pressesprecherin Kirsten Fricke investiere die Firma jährlich rund „165 Millionen Euro in Netzausbau und Netzsteuerung, um die Netze für die stetig wachsenden Anforderungen fit zu machen.“ Neben der Erweiterung des Umspannwerkes in Kirchdorf laufen bereits die Planungen für die Erweiterung des Umspannwerkes Sulingen. Platz genug für einen dritten Transformator ist übrigens im Umspannwerk Kirchdorf vorhanden.

Inwieweit Strom aus weiteren Anlagen auf dem Gebiet der Samtgemeinde Kirchdorf dazukäme, werden die neu gewählten Kommunalpolitiker mit der Ausweisung von Flächen für weitere Standorte für Windkraft oder Biomasse entscheiden. Der aktuell gültige Flächennutzungsplan indes sieht keine weiteren Standorte vor. 

sis

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