Klaus-Joachim Bachhofer ist seit 100 Tagen Pastor in Kirchdorf

Wege zum Glauben bereiten

Klaus-Joachim Bachhofer erkundet seinen Zuständigkeitsbereich Dorf um Dorf. - Foto: S. Wendt

Kirchdorf - Kirchdorfs Pastor Klaus-Joachim Bachhofer, seit 100 Tagen im Amt, kann zwischenzeitlich sehr genau seinen Zuständigkeitsbereich benennen. Viel wichtiger aber noch als diese eher sekundäre Thematik ist ihm, auch inhaltlich in der Kirchengemeinde Wege zu beschreiten – und der Gemeinde anzubieten, ihm darauf zu folgen.

Im Zentrum steht, nicht nur sinnbildlich, die Kirche in Kirchdorf. Dass in den weiteren Dörfern keine kirchliche Stätte steht, sei eher ungewöhnlich. Die Kapellen sind Eigentum der politischen Gemeinde. So gelte es einerseits, die Glaubensgemeinde zentral nach Kirchdorf in den Gottesdienst zu holen, aber auch, Kirche in die Dörfer zu tragen. Ein Mittel sind die Besuche des Pastors bei privaten Jubiläen, ein anderes seine Einladungen zu öffentlichen Veranstaltungen. Darin sieht sich der Pastor aber nicht als Einzelkämpfer von der Kanzel, sondern im Verbund mit den Kollegen aus den weiteren Pfarrämtern der Region. „Wir müssen uns stärker vernetzen und im Team arbeiten“, sagt Bachhofer. 

Eine andere Idee, stärker in den Mitgliedsgemeinden kirchliche Präsenz zu zeigen, böten Andachten in den jeweiligen Kapellen, etwa zur Passionszeit. Der nächste Termin für das Miteinander, das auch Bachhofer schätzt, ist der Regionalgottesdienst am kommenden Sonntag, 30. Oktober, am Malermuseum in Wehrbleck, zu dem die Kollegen aus Barenburg/Varrel und Freistatt zusammen mit Klaus-Joachim Bachhofer einladen. Beginn ist um 10 Uhr. Der Termin diene dem Kennenlernen, man habe möglichst viele Akteure aus allen Gemeinden einbezogen, freut sich Bachhofer auf eine große Gemeinschaft.

Vom Kirchdorfer Herbstmarkt hat Bachhofer bereits mehrfach gehört: Der sei bei fast jedem Gespräch Thema, sei etwas Besonderes für die Menschen und genieße sozusagen ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Für Bachhofer ist es ein besonderes Zeichen, dass der Markt mit dem Gottesdienst am 5. November um 15 Uhr eröffnet wird. So zeige sich, dass Kirche ein Teil der Gesellschaft ist, nah bei den Menschen. Kirche gehe zwar raus, doch Gottesdienst bleibe Gottesdienst. Ob Bachhofer selbst musikalisch beitragen wird zum Gottesdienst beim Herbstmarkt, lässt der 46-Jährige noch offen.

Den Glauben leben, das ist ein wichtiges Thema: Den Blick hoch zu Gott richten. Zulassen, dass der christliche Glaube „das Vakuum füllt, was Sinnfragen angeht“. „Mich stört es, wenn Glauben durch Extremisten in ein negatives Image rutscht. Dabei glauben wir doch an einen Gott, der uns annimmt, ungeachtet unserer Arbeit oder Leistungsfähigkeit, der an Frieden glaubt und predigt: Liebet eure Feinde“, erinnert Bachhofer.

Der Vater dreier Kinder möchte künftig Angebote für Kinder und Jugendliche entwickeln, den Kindergottesdienst stärken, die Altersgruppe vor den Konfirmanden ansprechen, aber auch die Jugend, für die die Kirchengemeinde aktuell gar nichts biete.

Den christlichen Glauben diskutieren, ihn kennenlernen, gerne in einem Bibelgesprächskreis, das sei ein Wunsch für die künftige Arbeit. Gerne könnten diese Kreise auch in den Dörfern vor Ort stattfinden. Es gelte, Impulse zu setzen für Themen und Gruppen, die durch die Vakanz ein wenig „eingeschlafen“ seien, sagt Bachhofer.

Inwieweit Gemeindearbeit auch durch die neuen Medien geschehen kann, bleibe abzuwarten. „Wieviele Menschen informieren sich denn auf unserer Homepage über unsere Arbeit?“ Auf diese Frage habe er noch keine abschließende Antwort gefunden, sagt Bachhofer. Und bis die Kirchgänger per „WhatsApp“ zum Gottesdienst gerufen werden, erledigen das die Glocken von Sankt-Nikolai, die, wie von jeher, auch den Arbeitsbeginn für 8 Uhr und die Mittagspause für 12 Uhr einläuten.

sis

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