Beifall von 200 Zuhörern für CDU-Bundestagsfraktionschef

Kauder will europäische Grenzschutz-Polizei

Gratulation nach der Nominierung: (v.l.) Volker Meyer, Sybille und Axel Knoerig mit Volker Kauder. - Foto: Seidel

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Traum-Ergebnis für den CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig: Mit 189 von 193 Stimmen nominierte ihn der CDU-Kreisverband als Kandidaten für die Bundestagswahl 2017. Nur drei Mitglieder stimmten während der geheimen Ur-Wahl am Montagabend bei Hartje-Melloh in Varrel gegen den 49-jährigen Abgeordneten aus Kirchdorf, ein Wähler enthielt sich der Stimme.

„Das ist ein Ergebnis von 97,9 Prozent!“, stellte der CDU-Landtagsabgeordnete Volker Meyer unter dem Beifall der rund 200 Teilnehmer im Saal fest. Knoerig ist seit sieben Jahren Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Diepholz/Nienburg I.

Volkstümlich und selbstbewusst präsentierte sich die Union 20 Tage vor der Kommunalwahl – mit zünftiger Blasmusik des Varreler Bläserchors und einem Ehrengast mit Ecken und Kanten: Vollmundig, energisch und eloquent beschrieb Volker Kauder als Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion politische Brennpunkte sowie Herausforderungen – und würzte das Ganze mit einer kräftigen Prise Zuversicht und Optimismus.

Schlagfertig verband er die Entschuldigung für seine Verspätung – bedingt durch Stau nach einem Unfall auf der Autobahn – mit einer klaren politischen Position: „Mit dem Straßenbau sind wir noch lange nicht am Ende, der ländliche Raum muss angebunden werden.“ Unmissverständlich der Zusatz: „Solange der 3-D-Drucker die Bierkiste noch nicht ausspuckt und sie transportiert werden muss, brauchen wir den Straßenbau!“ Kauder beschwor den Zusammenhalt in der 310 Mitglieder starken Bundestagsfraktion und bekannte, genau dafür in schwierigen Zeiten besonders dankbar zu sein: „Immer, wenn es besonders schwierig war, kam es auf die Union an“, blickte er zurück auf die bundesdeutsche Nachkriegsgeschichte – und brach eine dicke Lanze für eine pragmatische Politik. Eine Regierungspolitik, wohlgemerkt: „Wir sind für die Opposition nicht geeignet. Da gehören ideologisch geprägte Parteien hin.“

Alles, was in Deutschland erreicht worden sei, das sei nicht vom Himmel gefallen: „Es ist eine Gemeinschaftsleistung der Bürger. Wir haben als Union unseren Beitrag dazu geleistet“, stellte er unter Beifall des Publikums fest. Für die Zukunft sei es entscheidend, den Wettbewerb im rasanten technischen Fortschritt zu gewinnen – und zwar gegen eine globale Konkurrenz: „Da müssen wir uns mächtig anstrengen!“ Und dafür sei eine exzellente Ausbildung, die den Mangel an Bodenschätzen in Deutschland mehr als ausgleichen müsse, elementar: „Wer nichts im Boden hat, der muss es in der Birne haben“, hämmerte Kauder seinen Zuhörern ein – und war fest überzeugt: „Dieses Jahr wird zu einer Bewährungsprobe für Europa!“

Genau das müsse in der Flüchtlingsfrage entschlossen handeln – und dafür, so forderte Kauder, müsse unbedingt eine europäische Grenzschutz-Polizei gegründet werden: „Europa muss geschlossen handeln.“ Der 66-Jährige erläuterte seinen Zuhörern, warum die Türkei trotz aller Differenzen ein unverzichtbarer Partner in der Flüchtlingspolitik ist – gleichwohl sie „meilenweit von unserem Europa entfernt ist“.

Ohne wenn und aber forderte Kauder Terror-Bekämpfung, unterstrich andererseits die Religionsfreiheit in Deutschland, lehnte die uneingeschränkte Verschleierung ab und forderte Partnerschaft statt Patriarchat.

„Urteile in Gerichten werden weder im Namen des Kopftuches noch im Namen des Kreuzes, sondern im Namen des Volkes gesprochen!“, betonte er und forderte, die Union müsse in einem Punkt immer das bleiben, was sie sei: „Wir machen Politik auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes.“ Stehend quittierten die Zuhörer Kauders Rede mit anhaltendem Beifall.

Schon zu Beginn der Wahlkreisversammlung hatte Landrat Cord Bockhop in seinem Grußwort festgestellt: „Menschen suchen nach Politikern mit Ecken und Kanten.“ Glattheit lasse ein Vakuum entstehen.

Das Engagement eines erfahrenen Politikers lobte Volker Meyer: Seit drei Jahrzehnten wirkt Karl-Heinz Klare als CDU-Landtagsabgeordneter, zurzeit als Landtags-Vizepräsident. Klare war es auch, der den Einsatz Knoerigs in Berlin würdigte – insbesondere für den Wahlkreis Diepholz/Nienburg I. Das konnte Frank Schmädeke als CDU-Kreisvorsitzender in Nienburg nur bestätigen: „Du hast dich erfolgreich um unsere Interessen gekümmert“, wandte er sich direkt an Knoerig.

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