Avacon und Tennet investieren jeweils hohe Summen in das Stromnetz

Teurer Knotenpunkt in Kuppendorf

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Das Betriebsgebäude nimmt sich relativ klein aus.

Kuppendorf - Das Ferienhaus liegt, bei Tageslicht besehen, idyllisch in der Natur, in Strandnähe. Nach dem traumhaften Sonnenuntergang: Pechschwarze Nacht. Ist man gar nicht gewöhnt. Irgendwo ist immer Licht, die nächste Straßenlaterne nie weit. Doch woher kommt der Strom – insbesondere, wenn die Atomkraftwerke abgeschaltet werden sollen und die fossilen Brennstoffe sich dem Ende entgegen neigen? Eine Frage, die die Energieunternehmen handeln lässt. Sichtbar wird das derzeit in Kuppendorf.

Etwa 20000 Quadratmeter groß ist das Areal, auf dem gerade nicht nur ein 110-Kilovolt-Umspannwerk entsteht, für vier Millionen Euro gebaut von der Avacon, das die hier produzierte Energie in das 380 Kilovolt-Hochspannungsnetz einspeist. Hierfür wiederum baut die Tennet ein weiteres, eigenes Umspannwerk (ebenfalls für ein „paar Millionen“, wie Pressesprecher Alexander Gress sich trotz Nachfrage nicht genau festlegen möchte). Benötigt werden beide, um den Strom „in die Verbrauchsschwerpunkte“ zu leiten, wie es Michaela Fiedler aus der Abteilung Kommunikation des Avacon Hauptsitzes in Helmstedt erklärt.

Laut Fiedler entstehen für die Avacon sechs Schaltfelder, sie können insgesamt 250 Megawatt transportieren (zum Vergleich: die Windkraftanlagen an Land etwa produzieren Leistungen je um ein Megawatt). „Insgesamt beträgt die Einspeiseleistung Erneuerbarer Energien ins gesamte Avacon-Netz etwa 8500 Megawatt – eine Leistung vergleichbar mit der von etwa zehn konventionellen Großkraftwerken. Rund 38000 Anlagen erzeugten im letzten Jahr elf Milliarden Kilowattstunden grünen Strom – eine Energiemenge, die rechnerisch für die Versorgung von mehr als drei Millionen Haushalten reicht“, hat man bei der Avacon errechnet. 1,5 Milliarden habe man bereits in die eigenen Energienetze investiert. Mit der Integration der Hochspannungsnetze (die Avacon übernahm zum 1. Juli den Teilbetrieb Mitte der E.ON Netz GmbH, der 10800 Kilometer Hochspannungsnetze der 110-Kilovolt-Ebene umfasst – und etwa 300 Mitarbeiter) habe die Firma ihre Position als Netzbetreiber gestärkt.

Für die Tennet ist ihr Umspannwerk in direkter Nachbarschaft eine „relativ kleine Anlage“, sagt Gress. Man werde in Kuppendorf keine neuen Leitungen bauen. Dass beide Leitungen fast parallel laufen, schaffe günstige Voraussetzungen. Wieso? „Weil wir keine langen Leitungswege haben, die wir neu bauen müssen, zudem können wir den Standort eines alten E.ON Umspannwerkes nutzen.“ Transformator und Betriebsgebäude werden vor Ort neu gebaut, Servicegruppen später zu Wartungsarbeiten hinfahren. Das Werk solle entsprechend der Umgebung begrünt werden.

Für beide Unternehmen ist es vor allem das Einspeisen von in der Region erzeugter Energie aus den „grünen Anlagen“ (Windkraft, Biogasanlagen), die die Investition notwendig machen. „Um einem Ausfall vorzubeugen, Sicherheit auch weiterhin zu garantieren“, erklärt Alexander Gress.

In der höheren Spannung der Tennet (380 Kilovolt) könne mehr transportiert werden. Das sei notwendig, weil, wie bereits bundesweit berichtet, in dieser Region mehr Energie produziert als benötigt wird, während andernorts deutlich mehr Bedarf ist. Für den Transport sind die Leitungen die lebenswichtige Strom-Ader, als „Knotenpunkt“ dienen die Umspannwerke. Auch das Tennet-Umspannwerk soll im Laufe des Jahres 2015 fertiggestellt sein.

sis

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