Veterinäramt, Polizei und Tierschützer transportieren über 100 Hunde aus Dörrieloh ab

Hunde vom Gnadenhof evakuiert

Die Tierschützer trugen spezielle Schutzanzüge, als sie gestern über 100 Hunde von einem Hof in Dörrieloh abtransportierten.

Sulingen - DÖRRIELOH (sis) · Hundegebell, die Vierbeiner sprinten über das Grundstück: Nein, kein Idyll. Polizei, Veterinär-amt und Tierschützer waren gestern auf einem Hof in Dörrieloh im Einsatz, um über 100 Hunde aller Altersstufen zu retten.

Die Polizeibeamten mussten zwischenzeitlich leicht eingreifen, den freien Zugang sichern.

Auf dem Hof des Ehepaares B. finden sich zudem über 40 Katzen und 14 Pferde, Ziegen, Hängebauchschweine und Frettchen. Seit zwei Jahren wohnt das Paar auf dem ehemaligen Gehöft, woher die Tiere stammen, ist gestern zweitrangig.

Dr. Anja Eisenack gibt den Helfern die Anweisung, alle Hunde abzutransportieren, das Verwaltungsgericht habe „grünes Licht“ dafür gegeben. Die Leiterin des Veterinäramtes hat nach einer ersten Begehung des Hofes entschieden, alle Hunde abzutransportieren, da auf dem gesamten Gelände keine trockene Liegefläche für die Tiere existiert. Helfer berichten, dass überall, auch im Haus, Kot liegt, der Gestank sei unerträglich, überall würden Hunde herumlaufen, nicht nur auf den von der Straße her einsehbaren Flächen – kurz: eine Untersuchung der Tiere vor Ort ist nicht möglich. Mitglieder des Tierschutzvereins Sulingen transportieren die ersten Hunde in speziellen Hundeanhängern ab. Welpen darunter, blinde Hunde. Neben allerlei Mischlingen sollen auch als Kampfhunde eingestufte Rassen dabei sein.

Währenddessen telefoniert Frau B. mit einem Anwalt, kurzzeitig will das Ehepaar die Tierschützer am Betreten des öffentlich als „Gnadenhof“ bezeichneten Areals und am Abtransport der Tiere hindern, doch die Polizeibeamten können die Situation klären. Die Tierschützer können mit dem Transport fortfahren, im vom Tierschutzverein bestellten Lkw, in dem spezielle Hundekäfigen vorhanden sind. Ziel: das Tierheim in Lindern, in dem die Vierbeiner zunächst untersucht werden müssen. Danach werde man die Hunde auf weitere Tierheime verteilen müssen, denn nicht alle können in Lindern bleiben. Erst gegen 17.30 Uhr treffen auch die letzten Hunde in Lindern ein, wo Tierärzte bereit stehen, um die Untersuchungen durchzuführen. Offiziell ist die „vorübergehende Fortnahme“ der Tiere damit nach einigen Stunden beendet. Die Vierbeiner werden „auf Kosten der Besitzer tierschutzgerecht untergebracht“. Weitere Angaben kann Dr. Eisenack nicht machen, mit dem Hinweis auf das „laufende Verfahren“. Und die anderen Tiere? „Da prüfen wir die Verhältnismäßigkeit. Wenn die Tiere versorgt sind, dann können sie hier vor Ort bleiben. Das werden wir engmaschig kontrollieren“, erklärt die Veterinäramtsleiterin. Das gilt auch für die Vorgänge auf dem sogenannten „Gnadenhof“ und den mit ihm möglicherweise verbundenen Organisationen, die derzeit im Zuge der Ermittlungen überprüft werden, um Strukturen eventueller Beteiligungen zu ermitteln.

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