Fest zu Ehren der Beere am 7. August

Heidelbeeren: Erntezeit für blaue Kraftpakete

Alles blau, soweit das Auge reicht: Erntehelferin Rosa geht das Pflücken der kleinen blauen Beeren gut von der Hand. - Foto: Niederheide

Landkreis Diepholz - Von Dieter Niederheide. Es sind kleine blaue, der Gesundheit dienlichen Kraftpakete, die jetzt Hochsaison haben. Gemeint ist die Heidelbeere, die seit jetzt auf den Plantagen der Region von Pflückerinnen und Pflückern, zum Beispiel aus Polen, von den Sträuchern geerntet werden.

Die Beeren haben weder Stiel noch Kerne, man muss sie nicht schälen – nur waschen und in den Mund stecken. Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Heidelbeeranbauer, Heiner Husmann aus Borstel bei Sulingen, erklärte auf Anfrage: 2016 sei zwar keine Rekordernte zu erwarten, die Frucht sei jedoch von einer guten Qualität und Größe. Dank der Erntehelferinnen und Erntehelfer, die pflückend an den blau leuchtenden Sträuchern im Einsatz sind, kommen die Heidelbeeren schnellstens frisch zu den Verbrauchern.

Anbauer Walter Nüstedt (Bassum-Döhren an der B 51) hat die Erfahrung gemacht, dass Frauen die Besseren beim Heidelbeerpflücken sind. Im Gespräch mit unserer Zeitung zum Thema Heidelbeerernte sagte der Chef des Erdbeerhofes Nüstedt: „Frauen sind beim Heidelbeerpflücken flotter, sie haben die bessere Fingerfertigkeit.“ Eine gute Pflückerin bringe es auf etwa sieben bis acht Kilo Heidelbeeren in der Stunde.

Auf der Heidelbeerplantage der Familie Nüstedt sind auch Selbstpflücker zu beobachten. Seit Jahrzehnten bietet Nüstedt bereits Erdbeeren – Namensgeber des Hofes – zum Selbstpflücken an. Nun gilt das ebenso schon seit vielen Jahren auch für Heidelbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren, Gurken, Bohnen. Selbsternte ist auch bei Zuckermais und Kartoffeln möglich.

Zurzeit machen bei den Heidelbeeren viele Familien vom Selbstpfücken Gebrauch. Annegret Nüstedt: „In früheren Zeiten wurden Heidelbeeren selbstgepflückt für die Vorratshaltung, in der heutigen Zeit mehr aus Spaß an der Sache. Manche sind fast jeden Tag da, pflücken sich das eine oder andere Schälchen für den sofortigen Verzehr daheim oder den Heidelbeerkuchen und haben so die Beeren immer frisch vom Tag.“

Es kommen junge Familien mit ihren Kindern, weil die Eltern ihnen zeigen wollen, wie sie selber früher mit ihren Eltern zum Beerenpflücken waren. Eine Tradition lebt weiter, so könnte man sagen. Gar nicht erfreut sind die Plantagenbesitzer jedoch über die ungebetenen „Schnabelpflücker“, die zur Erntezeit richtig zulangen. Gemeint sind die Stare.

In Kirchdorf-Scharringhausen bei Heinrich Thiermann stehen die Heidelbeersträucher auf rund 200 Hektar, beispielsweise im Darlatener Moor. Insgesamt sind auf den Feldern und in den Hallen beim Verpacken und Sortieren rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Das Unternehmen Thiermann (Spargelhof Thiermann) zählt ohne Zweifel zu den größten Heidelbeeranbauern in deutschen Landen.

Anke Meyer von der Marketingabteilung ist überzeugt, dass es eine gute Heidelbeerernte wird. „Das Wetter hat uns bisher in die Karten gespielt“, erklärte sie auf Anfrage. Ein besonderes Ereignis steht bei Thiermann bevor, und zwar wird es am Sonntag, 7. August, auf dem Anwesen das Heidelbeerfest mit kulinarischen Leckereien geben. Laut Werbeslogan des Unternehmens in Scharringhausen sind Heidelbeeren eine legitime Art, blau zu sein.

Das geht auch schon am Nachmittag, wenn man Heidelbeer-Muffins serviert.

Heidelbeer-Muffins

Zutaten für zirka 12 Muffins: 150 Gramm Butter 100 Gramm Zucker 150 Gramm Mehl 50 Gramm gemahlene Mandeln 50 Gramm Creme fraiche 2 Eier 1 Päckchen Vanillezucker 1 Teelöffel Backpulver etwa 300 Gramm Heidelbeeren

Zubereitung: Aus Butter, Zucker, Eiern und Mehl einen Rührteig herstellen. Gemahlene Mandeln, Creme fraiche, Vanillezucker und Backpulver unterrühren.

Muffinblech mit Papierförmchen auslegen (oder die Muffinform sorgfältig fetten). Die Hälfte des Teigs in die Förmchen füllen. Die gewaschenen Heidelbeeren auf dem Teig verteilen, den Rest des Teigs darüber geben. Die Muffins bei 180 Grad etwa 20 Minuten backen.

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