Weyher Gemeindeverwaltung warnt vor Container-Aufsteller aus Dortmund

Dubiose Praktiken mit Altkleiderspenden?

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Ein Verein aus Dortmund hat diesen Container ungefragt an der B 6 in Erichshof aufgestellt. ·

Weyhe - Von Sigi Schritt · Klappe auf. Kleidung rein. Klappe zu. Verschwunden in einem Metallcontainer sind dann Pullover, Hemden und Hosen , die nicht mehr zurück in den Kleiderschrank sollen. Von diesen Metallboxen gibt es derzeit in Weyhe 160 Stück an 80 Standorten. Die Verwaltung plant, die Standorte zu zentralisieren. Denn sie verweist auf einige Probleme und neuerdings auf einen Aufsteller mit dubiosen Praktiken.

„An den Containerstandorten sammelt sich häufig Müll an. Außerdem treten Verkehrsbehinderungen auf“, sagt Steffen Nadrowski, Leiter des Fachbereichs Bau, Planung und Umwelt der Gemeindeverwaltung. Das Hauptproblem sei jedoch die Anzahl der Firmen. „Es sind zehn von denen wir wissen.“ Container verschiedener Firmen stehen manchmal nebeneinander. Wenn es darum geht, den Platz von Müll zu befreien, dann schieben die Unternehmen den schwarzen Peter hin und her. „Zehn Unternehmen – das bedeutet auch zehn verschiedene Reaktionszeiten“, so Nadrowski weiter. Deshalb hat die Politik der Verwaltung den Auftrag erteilt, die Situation auf Basis einer straßenrechtlichen Sondernutzungserlaubnis zu bereinigen, bei der sowohl Standorte als auch Anzahl der Aufsteller bedarfsgerecht konzentriert werden. „Zu diesem Zweck haben wir ein Verfahren entwickelt, sagt Nadrowski. In den nächsten Wochen werden wir die Betreiber ansprechen, erste Sondierungsgespräche führen und dann das Verfahren offiziell einleiten.“ Ingmar Braunert, zuständig für Straßenrecht, ergänzt: „Altkleider sammeln ist ein großes Geschäft. Da sind nicht nur gemeinnützige Organisationen und seriöse Firmen aktiv sondern auch Menschen mit dubiosen Geschäftspraktiken, die sich ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen.“ Das ist laut Braunert und Nadrowski bei der Babynotfallhilfe Dortmund der Fall. Sie sagen, dass die Verwaltung hellhörig geworden ist, als gegen den Verein ein Sammlungsverbot im Land Rheinland-Pfalz erlassen worden ist. Dessen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion hat laut einer Pressemitteilung „erhebliche Zweifel an ordnungsgemäßen Sammlungen und einer zweckentsprechenden Verwendung des Sammlungsertrages“. Dieses Verbot habe der Verein ignoriert und in einer Stadt den Versuch unternommen, einen Altkleidercontainer im Namen der „Babynotfallhilfe BNH e.V. – Familienhilfe“ ohne Erlaubnis des Grundstückseigentümers aufzustellen.

„In Weyhe stehen seit geraumer Zeit vier Container der Babynotfallhilfe“, sagt Nadrowski – am Handelsweg, an der Lahauser Straße, an der Kirchweyher Straße Höhe Neukauf sowie an der Bundesstraße 6 an einer Bushaltestelle. Die Verwaltung spricht Behinderungen an, weil Weyher Beschicker der Dortmunder Babynotfallhilfe-Container in Kirchweyhe auf der Landesstraße oder in Erichshof auf der Bushaltespur halten und den Verkehr blockieren. Nach den ersten Einschätzungen bekommt daher der Verein für alle Weyher Standorte keine notwendige verkehrsrechtlichen Sondererlaubnis.

Nach dem Verwendungszweck der Spenden befragt, habe ein Fahrer, der einen Container geleert hat, die Auskunft gegeben, dass er für das Deutsche Rote Kreuz die Kleidung abholt, sagt Braunert. Doch das sei falsch, wie er recherchiert hat. Steffen Nadrowski und Ingmar Braunert bitten die Bürger genau zu prüfen, wem sie eine Kleiderspende zukommen lassen und wem nicht. „Es wäre sehr schade, wenn die Spendenbereitschaft aufgrund einzelner schwarzer Schafe abnimmt“, so Braunert.

„Manche Aufsteller nehmen es in Kauf, dass sie den Standort nach zwei bis drei Monaten räumen müssen. In Erichshof hat die Babynotfallhilfe den Container aufgestellt, ohne den Besitzer des Grundstücks zu fragen. Nach mehrmaligen Aufforderungen, den Container abzutransportieren, habe der Verein Hans-Georg Enz angeboten, eine Jahresmiete von 300 Euro zu entrichten. Er willigte ein. „Eine Anzahlung kam erst nach mehrmaligen Anrufen“, sagt Enz.

Der Vorsitzende des Vereins, Sadri Kacem, zeigt sich auf der Homepage des Vereins mit einem Bild vor einem Vier-Sterne-Hotel und schreibt: „Unsere Hilfe besteht aus Beratungsgesprächen, Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen, Besuche zu Hause oder im Krankenhaus sowie auch aus Grundverpflegung für Mutter und Kind in Form von Babybekleidung, Windeln und Lebensmitteln. In bestimmten Fällen arbeiten wir auch mit Kleiderkammern und Sozialkaufhäusern zusammen oder vermitteln die Kontaktaufnahme zu den entsprechenden Stellen.“ Für eine Stellungnahme war er weder telefonisch noch per E-Mail erreichbar.

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