Anne Carola Diekmann absolviert Ausbildung in Aschen

Zimmerin-Lehrling aus Namibia

Anne Carola Diekmann kommt aus Namibia. 10 000 Kilometer von zu Hause entfernt absolviert sie eine Ausbildung zur Zimmerin bei der Firma Brandt Holzbau in Aschen – hier mit Geschäftsführer Friedrich Winkelmann. - Foto: Jansen

Aschen - Von Eberhard Jansen. Ihr Traumberuf ist Zimmerin. Diesen lernt sie 10.000 Kilometer von zu Hause entfernt.  Anne Carola Diekmann kommt aus Namibia und absolviert den zweiten Teil ihrer Handwerkslehre bei Brandt Holzbau in Aschen.

Damit ist die 21-Jährige nicht nur der erste weibliche Auszubildende des seit 1885 existierenden Zimmerei-Betriebes, sondern auch der mit der weitesten Anreise. Und jemand, der das duale Ausbildungssystem mit Betrieb und Berufschule in Deutschland sehr zu schätzen weiß.

Anne Carola Diekmann spricht perfekt und akzentfrei Deutsch. Ihre Urgroßeltern sind seinerzeit aus dem Raum Papenburg in die damalige Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ ausgewandert. Als Nachkomme hat sie einen deutschen Pass – neben dem namibischen. So gab es keine Probleme mit Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis.

Anne Carola Diekmanns Eltern betreiben eine Farm in Namibia. „Diekmannshausen“ heißt sie und liegt 60 Kilometer vom nächsten Ort Otjiwarongo – mit 30.000 Einwohnern doppelt so groß wie Diepholz – entfernt.

„Zimmerer-Meister in Namibia haben ihren Beruf alle in Deutschland gelernt“, berichtet die 21-Jährige. Ein Meister aus ihrem Bekanntenkreis nahm die 21-Jährige mit zu einer Fachmesse nach Hannover. Dort knüpfte sie Kontakte, konnte in Deutschland ein Praktikum machen. „Ursprünglich wollte ich Tischlerin werden“, erzählt Anne Carola Diekmann, die von der Arbeit mit Holz begeistert ist. Doch dann schwenkte sie auf Zimmerin um.

„Der Beruf des Zimmerers ist viel komplexer“, erklärt ihr Lehrherr Friedrich Winkelmann, Geschäftsführer von Brandt Holzbau. Zimmerer können ein ganzes Haus bauen. Tischler (Schreiner) beschäftigen sich mit dem Bau von Möbeln und Bestandteilen eines Gebäudes wie Fenster, Türen und Treppen.

Anne Carola Diekmann mag es etwas weniger filigran. Sie lernt in Aschen, wie Häuser in Holzrahmenbauweise, Fachwerkgiebel und Dachstühle entstehen.

Ihr englischsprachiger Schulabschluss aus Namibia wurde als Abitur anerkannt, ihre Lehre daher auf zwei Jahre verkürzt. Ihr erstes Lehrjahr absolvierte die 21-Jährige in einem Betrieb in Marburg/Hessen. Um ihr Wissen zu erweitern, wollte sie noch in eine andere Firma und fand über einen Diepholzer Bekannten Brandt Holzbau. Dieser Betrieb in Aschen war mit zwei Auszubildenden eigentlich schon belegt. Doch Anne Carola Diekmann überzeugte Geschäftsführer Winkelmann mit ihrer Neugier und ihrem beruflichen Wissenshunger. Er stellte sie ein – und sieht die erste Frau im Handwerksbereich seines Betriebes als Bereicherung.

Die Ausbildungsvergütung im Zimmerer-Handwerk ist relativ hoch. So braucht Diekmann keine Unterstützung. „Ich komme gut klar“, sagt die Auszubildende, die in Hüde wohnt. Nach Abschluss der Lehre will Anne Carola Diekmann auf traditionelle Wanderschaft gehen, dann ihre Meisterprüfung ablegen und sich in ihrem Heimatland selbstständig machen.

Eines musste sie für ihre Lehre in Deutschland aufgeben: Die 21-Jährige spielte in Namibia in der Inliner-Hockey-Nationalmannschaft.

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