Neues Dach für den Schlossturm: Arbeiten sind fast abgeschlossen

Zehn Tonnen schwere Schiefer-Haut aufgebracht

Dachdeckermeister Klaus Simanowski hinterlässt seine handwerklichen Fingerabdrücke am Schlossturm. - Foto: Bitter

Diepholz - Von Richard W. Bitter. Die Dacharbeiten an der barocken Haube des Diepholzer Schlosses sind bereits abgeschlossen, die Blitzschutzanlage, die Wetterfahne und die Turmkugel sind montiert und deshalb konnten die oberen Gerüst-Etagen entfernt werden. Seit einigen Tagen zeigt die ausgeschweifte Haube ihr neues Gesicht. Nun strahlt die neue Dachhaut in zeitloser Eleganz in den blauen Sommerhimmel. Ihr Glanz entsteht durch den Glimmer, der in dem spanischen Naturmaterial eingelagert ist.

Damals: Die alte Schieferdeckung 2005, zur Feier 625 Jahre Stadtrechte, noch mit der „doppelten Naht“ an den Graten.

Nur noch wenige Quadratmeter des neuen Schieferbelages sind einige Meter tiefer auf die Abdachung am Fuß der zwölfseitigen Fachwerketage aufzubringen. Sie schützt die Mauerkrone vor dem Niederschlag. Einige Bleiverwahrungen fehlen noch und dann sind die Arbeiten am Dach des ehrwürdigen Schlossturmes zu Diepholz abgeschlossen. Dachdeckermeister Klaus Simanowski aus Bippen und seine Gesellen haben in den letzten Wochen etwa 300 Quadratmeter von den schwarzgrauen Natursteinen auf den hölzernen Untergrund genagelt. Insgesamt lasten jetzt etwa zehn Tonnen Gewicht zusätzlich auf der hölzernen Tragkonstruktion.

Wer sich die Dachhaut genau ansieht, beispielsweise beim „Vorher-Nachher-Vergleich“ der beiden Bilder oben auf dieser Seite, der wird einige Veränderungen feststellen.

Anders als bei der vorherigen Dacheindeckung haben sich die Baufachleute für ein anderes Verlegemuster, die „Deutsche Schuppendeckung“ entschieden. Sie gilt als die „Königsdisziplin“ im Schieferhandwerk. Die einzelnen Schuppen sind ca. 28 mal 20 Zentimeter groß und haben eine sichtbar bleibende bogenförmige Kante, die dem fertigen Belag das schuppenartige Aussehen verleiht.

Während die bisherigenrechteckigen Schieferplatten in waagerecht verlaufenden Reihen – Gebinde genannt – von Grat zu Grat verlegt waren, haben die Schieferhandwerker jetzt den Gebinden etwa 20 Prozent Gebindesteigung gegeben.

Heute: die neue Schieferdeckung auf der barocken Haube. Die Reihen sind mit einer Steigung aufgebracht. - Fotos: Bitter

Auch an den Graten wurde eine Abweichung gegenüber der bisherigen Ausführung vorgenommen. Bisher waren die zwölf Grate optisch durch aufgelegte doppelte Plattenreihen betont worden. An den Graten war allerdings trotz der doppelten Schichtung der Schindeln permanent „hinterläufiges Wasser“ eingedrungen und hatte die bekannten Folgeschäden am Turm verursacht.

Aktuell wurde auf diese „Doppelnaht“ verzichtet. Stattdessen wurden die Schieferplatten im Bereich der Grate stumpf gestoßen und mit Bleilamellen unterlegt. Diese verhindern jedes Eindringen von Regenwasser, auch bei Wind. Und sollte dann doch der Sturm in 40 Meter Höhe das Wasser dachaufwärts treiben, dann schützt zusätzlich eine faserverstärkte Unterspannbahn das darunterliegende Holz und leitet das Wassser sicher zur Traufe. Diese erhielt am untersten Abschluss eine kupferne Tropfkante, die den Regentropfen den Weg nach unten zeigt.

Die zuvor beschriebene Schuppendeckung und die neue Gratausbildung ist eindeutig risikoärmer als die frühere Ausführung. Zudem wurde sie zuverlässig ausgeführt und verspricht deshalb ein sehr nachhaltiges Ergebnis.

In wenigen Tagen werden die Arbeiten am Turm abgeschlossen sein und das Höhengerüst kann abgebaut werden. So kann das Wahrzeichen von Diepholz am Grafensonntag am 16. Oktober sein generalüberholtes äußeres Gewand der Öffentlichkeit zeigen.

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