51. Chorkonzert der Chorkreisgruppe Diepholz: Besucher gehen auf Zeitreise

„Wenn es Ihnen gefallen hat, buchen Sie wieder bei uns“

Einander an die Hände nehmen und auf Frieden hoffen, das Gefühl hatte der Pop- & Gospelchor „Pfeffer und Salz“ und lebte es auf der Bühne aus. -  Foto: Brauns-Bömermann

Diepholz -Der imaginäre Bus war bereitgestellt und die 380 Zuhörer im Diepholzer Theater stiegen gern ein und begaben sich auf eine (Zeit-)Reise. Es war das 51. Chorkonzert der Chorkreisgruppe Diepholz im Kreischorverband, und dieser beschritt neue Wege. Als Gast-Chor unter den insgesamt fünf auftretenden Gruppen war der Frauenchor „Viva la Musica“ unter der Leitung von Iryna Slavina aus Osnabrück.

Das musikalische Motto des Musiknachmittages war „Zeitreise“, das strategische für die Zukunft hieß Austausch und Vernetzung. „Lasst uns doch bitte noch mehr vernetzen zwischen den Chorverbänden“, appellierte Edith Bohne, die seit fünf Jahren in Wallenhorst bei Osnabrück wohnt und aus der Region Diepholz stammt, vor dem Auftritt der Gäste aus Osnabrück. Das war nach der Pause.

Vor ihr waren die Gäste bereits „eingestiegen in den Bus“ von der Vorsitzenden der Chorkreisgruppe Diepholz, Silke Husmann, und waren bereits mit dem Männergesangverein Brockum unter der Leitung von Gerard van der Nulft musikalisch in „Westerland“ auf Sylt wie die Musikgruppe „Die Ärzte“ gewesen, hatten zum Akkordeon von Jürgen Schneemilch und dem Männergesangverein Heede mit Leiter Danilo Sodogé zur Volksweise „Schön ist die Jugend“ in vergangenen Zeiten geschwelgt. Die Reiseleitung der Musikreise übernahm Leta Henderson, Chorleiterin zahlreicher Chöre um Wagenfeld, mit zahlreichen Details zu Alter, Intention und Ausdruck der Musikstücke.

Was durfte nicht fehlen Anfang April? Frühlingslieder – während draußen die Narzissen sich reckten, bereute kein Gast die zwei Stunden im Dunklen im Theatersaal. Der MGV Heede sang vom Frühling, der da ist, der MGV Brockum zog per Stimmen „In die blühende Welt“, die Chorgemeinschaft Eydelstedt unter der Leitung von Ludger Hartz empfahl „Carpe Diem, Liebe das Leben“. Zeitlich unterstrichen das gute alte Grammophon mit Schellackplatte, Plattenspieler, Kassettenrecorder, Walkman und Kopfhörer das Alter der ausgewählten Stücke.

Der Pop- & Gospelchor „Pfeffer und Salz“ unter der Leitung von Ing-Marie Ingvarsson datierte seine Stücke wie im Cabaret der 1920er Jahre mit Conférencier und Bauchplakat. „Seit einem Jahr leitet Ing-Marie den Chor“, verriet Henderson „mit einem schwedischen Touch“. Gut so, denn die Schweden waren immer beim Grand Prix de Eurovision erfolgreich. Die Leiterin zum Baumwollpflückerlied „Pick a bale of cotton“ an der Trommel, sonst spritzig, bluesig und jazzig am Klavier in Begleitung ihrer Sänger. Dem Worksong und den Gospels folgte ein Evergreen zum Mitsingen: „Mein kleiner grüner Kaktus“ und der gesanglich formulierte Wunsch nach Frieden „Lied für den Frieden“. Das datierte der Chor auf das Jahr 1973 und auf aktuellen Bedarf auf das Jahr 2016.

Eine Zugabe bei stehenden Ovationen musste der Gastchor „Viva la Musica“ dem Publikum bereits während des Konzertes geben. „Wissen Sie was so schön an der Liebe ist?“, die Frage einer Sängerin. „Wenn Sie die Zugabe gehört haben, wissen Sie es“. Der Text beinhaltete auf jeden Fall die Tatsache, dass dazu kein Geld nötig sei und überall geküsst würde. Vollständige Begeisterung initiierte der vierstimmige Frauenchor mit Stücken wie „Irgendwo auf der Welt“ aus dem Film „Ein blonder Traum“ mit Lilian Harvey und Willy Fritsch, „In der Nacht ist der Mensch nicht gern allein“ von Powerfrau Marika Rökk und „Schau mich bitte nicht so an“, der Kultsong von Édith Piaf auf Französisch „La vie en rose“ und von zahlreichen bekannten Sängern gecovert. „Unsere Solistin haben wir nicht eingekauft, sie ist ein Mitglied des Chores“, die Erläuterung zu einem wunderbaren Solo. „Memory“, da war Reiseleiterin Henderson besonders stolz, kam direkt aus dem Musical „Cats“ aus London nach Diepholz und „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh´n“ sang frech schon Wenke Myhre ist aber viel älter. Mit Text von Robert Gilbert und der Musik von Filmkomponist Anton Profes, der schon die „Sissi-Filme“ vertonte.

Zum Schluss der wunderbaren „Busreise“ im Geiste durch Zeit und Raum bat Silke Husmann die Gäste: „Wenn es Ihnen gefallen hat, buchen Sie wieder bei uns“. - sbb

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