Verteidigungsministerin beim Stoppelmarkt

Wenn die Bundeswehr Fleischsalat nach Berlin bringt

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei ihrer Stoppelmarkt-Festrede.

Diepholz/Vechta - Von Eberhard Jansen. 1976 war Ursula von der Leyen schon einmal beim Stoppelmarkt in Vechta. Als 17-Jährige begleitete sie ihren Vater Ernst Albrecht, der seinerzeit niedersächsischer Ministerpräsident und Festredner des Stoppelmarkt-Frühschoppens war. 40 Jahre später trat Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin gut gelaunt ans Festrednerpult. Unter den Zuhörern im großen Niedersachsenzelt war auch wieder eine Delegation der Stadt Diepholz.

Vorher hatte Ursula von der Leyen einen Rundgang über die Traditionsveranstaltung in der Diepholzer Nachbarstadt Vechta unternommen. Im Twistringer Zelt stieß sie auf die Diepholzer Delegation, erkannte den früheren Landtags-Vizepräsidenten Hans-Werner Schwarz und nahm sich Zeit für einen kurzen Plausch.

Anfangs ihrer lockeren Rede erwähnte von der Leyen auch den Diepholzer Landtagsabgeordneten und heutigen Landtagsvizepräsidenten Karl-Heinz Klare: „Mit ihm habe ich Schulpolitik gelernt.“

Doch ganz klar: Ursula von der Leyens Rede-Schwerpunkt war die Bundeswehr, deren „Chefin“ sie ist. Sie habe sich erst an den Ton dort und die vielen Abkürzungen gewöhnen müssen, gab sie zu. Dabei hatte sie auch Beispiele für inoffizielle Abkürzungen in der Truppe parat – wie „z.m.“ („zu mir“) oder „füns“ („findet überhaupt nicht statt“).

Sie habe zudem den Fehler gemacht, einmal zu sagen, dass sie Milchkaffee mag. Jetzt bekomme sie dieses Getränk immer serviert – in deutschen Kasernen ebenso wie auf Schiffen der Marine und bei Truppenbesuchen im Ausland.

Die Delegation der Stadt Diepholz war wieder beim Stoppelmarkt-Frühschoppen der Stadt Vechta zu Gast und zeigte sich amüsiert von der Rede der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Für Heiterkeit in den Reihen der von der Stadt Vechta eingeladenen Gäste sorgte von der Leyens Geschichte, wie sie ihrem Redner-Vorgänger von 2014, Kanzleramts-Chef Peter Altmaier, Fleischsalat aus Vechta mit nach Berlin bringen möchte – mit Hilfe eines Logistik-Bataillons der Bundeswehr. Dieses macht um die „Gefahrenzone“ Goslar einen großen Bogen, denn dort wohnt Vize-Kanzler Sigmar Gabriel, der bekanntlich auch kein Kostverächter ist.

Aber Ursula von der Leyen – übrigens in der 718-jährigen Geschichte des Stoppelmarktes erst die zweite Frau, die die Festrede hielt – sprach auch ernsthaft über die Streitkräfte und sagte unter anderem: „Die zehntausenden von Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sind Frauen und Männer, die etwas Besonderes tun.“ Langer Beifall war der Frühschoppen-Gäste war ihr – beziehungsweise der Bundeswehr – gewiss.

Vechtas Bürgermeister Helmut Gels hatte die Gäste begrüßt, die sich am Mittag traditionell mit Vizebohnensuppe stärken konnten. Namentlich hieß er unter anderem den Minister für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt und früheren niedersächsischen Finanzminister Hartmut Möllring sowie zahlreiche Bundes- und Landtagsabgeordnete – sowie Vertreter von Kirchen, Verbände und Organisationen willkommen.

Mit Ursula von der Leyen als Stoppelmarkt-Festrednerin hatte Vechta wieder jemanden aus der deutschen Politik-Prominenz.

Der diesjährige Festredner beim Diepholzer Großmarkt (15. bis 18. September) – der kurzzeitige FDP-Generalsekretär Patrick Döring – ist da wesentlich weniger bekannt.

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