Ehemaligentreffen in der Diepholzer Graf-Friedrich-Schule

Sorge um „Haltungsverfall“

An der Graf-Friedrich-Schule trafen sich 70 Ex-Schüler der Abitur-Jahrgänge 1951, 1956 und 1966, um ihr eisernes, diamantenes beziehungsweise goldenes Abitur zu feiern. -  Foto: Manholt

Diepholz - Von Louisa Manholt. 1951, 1956, 1966: Das sind nicht etwa die Jahre, in denen Deutschland Fußball-Weltmeister wurde, sondern die Abitur-Jahrgänge, die am Samstag ihren Jahrestag feierten. Das Diepholzer Gymnasium Graf-Friedrich-Schule (GFS) hatte die ehemaligen Abiturienten zur Feier ihres eisernen, diamantenen und goldenen Abiturs eingeladen.

Obwohl regelmäßige Klassentreffen stattfinden, folgten rund 70 Männer und Frauen aus vier Klassen der Einladung zum Sektfrühstück in der GFS. Auch zwei ehemalige Lehrer – Werner Zeeb (früherer Schulleiter) und Hasso Apitz – waren dabei.

Räumlich hat sich an der GFS viel verändert. Die nun Jubiläum feiernden Ex-Schüler waren noch im Gebäude der heutigen Dr.-Kinghorst-Schule an der Hindenburgstraße unterrichtet worden. Aus dem grauen Betonbau, der in den 1970er Jahren an der Thouarsstraße entstand und in den die GFS umzog, ist nach umfassender Neugestaltung ein farbenfrohes und helles Gebäude geworden. Das betonte auch der derzeitige Schulleiter Lars Buse in seiner Begrüßungsrede.

Buse zitierte zudem aus alten Jahresberichten der ehemaligen Schüler. Wie beispielsweise die Sorge des damaligen Schuldirektors über den möglichen „Haltungsverfall“ seiner Schüler.

Um noch weitere alte Erinnerungen wach zu rütteln, zeigte Buse die Reifeprüfungsaufgaben im Fach Mathematik des Jahrgangs von 1956, der sein diamantenes Abitur feierte. Einige der sieben anwesenden Ehemaligen waren sich sicher, dass sie diese auch heute noch lösen könnten, andere hingegen ist das Fach inzwischen zu fremd geworden. Auf die Frage, ob Schule im Laufe der Zeit leichter geworden sei, antwortete Buse: „Nicht leichter, sondern anders: Die Formulierungen haben sich geändert, manche Themen gibt es nicht mehr, dafür kamen andere rein.“

Die GFS hat sich in den letzten Jahrzehnten auch deutlich vergrößert: Während damals rund ein Dutzend Lehrer an der Schule angestellt waren, sind es heute um die 80, die sich um rund 900 Schüler kümmern. Trotzdem, so erzählte Buse, habe sich das Schülerverhalten im Laufe der Jahrzehnte nicht wesentlich verändert. Die Sorge um möglichen „Haltungsverfall“ bestehe auch heute noch so wie damals.

Nach der Begrüßungsrede teilten sich die drei Jahrgänge auf und schwelgten in Erinnerungen an ihr damalige Schulzeit. So erinnerten sich die Ehemaligen, die eisernes und diamantenes Abitur feierten (Jahrgänge 1951 und 1956), daran, wie der damalige Kunstlehrer von den damals jungen Mädchen verehrt wurde. Auch die damalige Mode war ein Thema: Bei einem Klassenausflug hatten fast alle Mädchen ein Dirndl getragen. Dazu ein geflochtener Haarkranz, der nur „das halbe Rathaus“ genannt wurde, in Anlehnung an das Diepholzer Rathaus.

In den Reihen der 42 Ex-Schüler des Jahrgangs von 1966 verteilte Koordinator Dietrich Ahrenshop Urkunden zur Feier des goldenen Abiturs. Auch hier waren Klassenausflüge im Gedächtnis geblieben. Wie beispielsweise die Paddeltour 1964, die trotz der Sommerferien mit Lehrerbegleitung stattfand.

Besonders bemerkenswert: Die Verlobung zweier Lehrer während des Ausflugs. „Sie waren an einem Abend Essen gegangen und wir hatten uns nichts bei gedacht“, erzählte eine Ehemalige. „Und dann erzählten sie und von der Verlobung. ‚Na, das muss doch dann stattgefunden haben‘, dachten wir uns“.

Während die drei Jahrgänge sich noch erinnern können, was sie als Heranwachsende in der Schule erlebt haben, hat es die Schulleitung der GFS nicht ganz so leicht. Wegen eines Schimmelbefalls in dem früheren grauen Betongebäude und anderer Probleme sind viele Dokumente aus dem Archiv nicht mehr vorhanden. Wer also noch Unterlagen zur Graf-Friedrich-Schule besitzt, kann sich an die Schulleitung wenden und mithelfen, das Archiv wieder zu füllen (Tel. 05441/99280).

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