Bürger haben mehr Interesse an Demokratie 

Partei der Nichtwähler verliert 4,15 Prozent

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Erst um 3.15 Uhr gingen in der Nacht zum Montag die Lichter aus im Kreishaus Diepholz. So lange dauerte es, bis alle Vorgaben für die Kommunalwahlen erfüllt waren – inklusive einer Stunde vorsorglicher Wartezeit.

Denn die letzten Ergebnisse aus den Kommunen waren, so berichtete Erster Kreisrat Wolfram van Lessen, kurz nach zwei Uhr an den Landeswahlleiter gemeldet worden. Damit Nachfragen schnell geklärt werden können, ist besagte Stunde Wartezeit vorgeschrieben. Diese Stunden-Regelung gilt genauso für das Zusammenspiel zwischen den Kommunen und dem Landkreis. Nachfragen habe es am Wahlabend auch gegeben, bestätigte der Erste Kreisrat.

In seiner Funktion als Kreiswahlleiter hatte Wolfram van Lessen am Sonntag verschiedene Wahllokale besucht. „Die Mitarbeiter waren alle guter Stimmung, mit Interesse und Engagement im Einsatz“, dankte der Kreiswahlleiter den Helfern – vor allem den rund 2 240 Ehrenamtlichen, die in den 238 Urnenwahllokalen sowie in „etwa“ 42 Briefwahllokalen im Einsatz waren. Die genaue Zahl stehe erst mit der Wahlniederschrift fest, so van Lessen. Denn noch am Wahltag kann – je nach Resonanz – bei mindestens 50 Wahlbriefen ein neuer Auszählbereich gebildet werden. Das endgültige Ergebnis der Kreiswahl stellt der Kreiswahlausschuss am Montag, 19. September, um 10 Uhr im Kreishaus Diepholz fest – öffentlich.

Vertreter aller Parteien verfolgten aber bereits am Wahlabend mit großer Spannung die Auszählung der Stimmen. Am Ende hatten exakt 99.302 Bürger gewählt – und damit deutlich mehr als die Hälfte aller Wahlberechtigten. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,58 Prozent. Die Partei der Nichtwähler musste enorme Verluste einstecken musste: Sie verlor 4,15 Prozent – was Politiker aller Fraktionen freute. Mehr Verluste hatte allein die SPD zu beklagen. Denn sie musste fast fünf Prozent (exakt 4,96) ihrer Stimmen abgeben. Die CDU verlor knapp vier Prozent (3,66). Nur unwesentlich weniger Verluste machten die Grünen (3,59). Alle anderen Parteien gewannen Stimmen hinzu – allen voran die AfD mit 7,70 Prozent, gefolgt von der Freien Wählergemeinschaft mit 2,92 Prozent. Fast einen Prozentpunkt mehr (0,95) holten die Liberalen. Die Linke gewann marginal (0,37 Prozent) und die sonstigen Parteien spielten kaum eine Rolle (0,26 Prozent).

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