Fachausschuss diskutiert über Famila-Ansiedlung

„Den nächsten Schritt gehen“

Auf dem Gelände am Groweg auf der östlichen Ausfahrt des Bahnhofstunnels soll das neue Einkaufszentrum entstehen. - Foto: Reckmann

Diepholz - Von Sven Reckmann. Die geplante Ansiedlung eines Famila-Marktes in Diepholz wird planerisch weiter vorangetrieben. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt empfahl auf seiner Sitzung gestern Nachmittag mehrheitlich, den Entwurf des Bebauungsplans Nr. 94 „Groweg“ öffentlich auszulegen.

Damit erhalten Bürger und die sogenannten Träger öffentlicher Belange (zum Beispiel Behörden) die Möglichkeit zur erneuten Stellungnahme.

Mit sechs zu fünf Stimmen votierte der Ausschuss für eine entsprechende Beschlussempfehlung der Verwaltung. Mit Ja stimmten CDU und FDP – SPD und der Grünen-Vertreter lehnten ab.

Gegenstimmen der SPD

Für die SPD, die das Famila-Projekt bislang positiv begleitet hatte, erklärte Manfred Albers den neuen Kurs: Die SPD habe immer Klarheit gefordert, dass die Ansiedlung von Famila nicht zur Schwächung der Innenstadt führt. „Die Zweifel meiner Fraktion sind nicht hinreichend ausgeräumt worden. Wir sind uns nicht sicher, dass diese Planungen Diepholz voranbringen werden“, sagte Albers.

Grünen-Vertreter Martin Kühn krtisierte, man habe die Planung dem Investor angepasst. Die Innenstadt sei zwischen Bremer und St. Nicolai-Kirche angesiedelt und nicht hinter dem Bahnhof.

Und Herbert Heidemann (SPD) führte aus, man komme in Diepholz auf eine Dichte von Lebensmittelmärkten wie an wenigen anderen Orten. Ds sei nicht das, was die Stadt am nötigsten brauche.

Mit dem Famila-Markt drei Vollversorger in Diepholz

Für die Befürworter antwortete Wilhelm Paradiek (CDU), es gebe zwar viele kleinere Märkte als Nahversorger. Aber einen weiteren großen, „den können wir als Mittelzentrum gut gebrauchen.“ Zusammen mit dem Famila-Markt zählte er drei Vollversorger in Diepholz. „Das stärkt die Stadt eher, als dass es sie schwächt.“

Prof. Dr. Winfried Schröder (SPD) kritisierte das Verfahren als wenig transparent. „Aber in der Auslegung bekommt die Öffentlichkeit doch gerade die Möglichkeit, in die Planungen Einblick zu nehmen“, entgegnete CDU-Vertreter Horst Glockzin.

Auch Bürgermeister Dr. Thomas Schulze sprach sich für die Fortführung des Verfahrens aus. „Wir wollen nun in dem Prüfverfahren den nächsten Schritt gehen.“

Das letzte Wort hat der Verwaltungsausschuss

Die Verwaltung hatte vor allem auf die Integration und Stärkung des Bereichs Bahnhofstraße/Bahnhof hingewiesen. „Es wird davon ausgegangen, dass eine Einzelhandelsentwicklung im Osten des Stadtgebietes den Versorgungsbereich stärkt, den Standort des Bahnhofes nachhaltig in die Zentrenentwicklung integriert und damit die Achse der Bahnhofstraße stärkt und belebt“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Dazu solle im östlichen Stadtgebiet ein Einzelhandelsstandort, bestehend aus einem Einkaufszentrum mit großflächigem Lebensmittelvollsortimenter und kleinflächigen Läden sowie ergänzenden Angeboten aus den Bereichen Dienstleistung und Handwerk sowie Gastronomie entstehen. Darüber hinaus soll im Sinne einer Angebotsplanung die Ansiedlung von „nichtzentrenrelevanten Einzelhandelsnutzungen“ ermöglicht werden, so heißt es weiter. Der Standort eigne sich aufgrund seiner Bahnhofsnähe und der Lage unmittelbar östlich der Innenstadt insbesondere für die weitere Entwicklung der Stadt.

Das letzte Wort, ob der Entwurf nun ausgelegt wird, hat der Verwaltungsausschuss.

Eingangs hatte Planerin Maren Ritter vom Planungsbüro „Evers und Küssner“ aus Hamburg die Ergebnisse der frühzeitigen Bürger- und Behördenbeteiligung vorgestellt. Wesentliche Änderungen am Vorentwurf gab es demnach nicht.

Die 73. Änderung des Flächennutzungsplans, der für das Plangebiet ein Sondergebiet „großflächiger Einzelhandel“ darstellt, ist inzwischen vom Landkreis genehmigt worden und Mitte August wirksam geworden.

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