Heimliches Wahrzeichen / Flügel fehlten seit 1957

Mühlen-Ruine am Aschener Ortsrand abgerissen

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Vermutlich das letzte Luftbild der Aschener Mühle, aufgenommen am Sonntagnachmittag.

Aschen - Die ehemalige Windmühle am Ortsrand von Aschen ist Geschichte. Montag machten Abrissbagger das Gebäude, das in freier Lage zwischen Aschen und Apwisch stand, dem Erdboden gleich. Lange Zeit bot die Mühle am nördlichen Ortsrand in Aschen ein eher tristes Bild. Sie verfiel mehr und mehr zur Ruine. Trotzdem war der Mühlenstumpf eine Art Wahrzeichen für den Ort.

In heimatgeschichtlichen Schriften kann man die wesentlichen Daten der Mühlen-Geschichte herausfinden:

Von dem Mühlenstumpf am Aschener Ortsrand blieb nur ein Haufen Schutt übrig. 

„Erbauer der um 1878 errichteten Holländerwindmühle war der Müllermeister H.H.W. Fohring. Diese Familie ist seit Jahrhunderten hier ansässig, hieß aber früher ‘Vording’“ – so steht es in einem Buch über niedersächsische Mühlengeschichte von Wilhelm Kleeberg. „Die Mühle steht westlich des Dorfes und ist mit einem Sägewerk verbunden. Die Mahlmühle liegt still, das Gewerbe ist abgemeldet. Es handelt sich um einen sehr verfallenen Galerieholländer aus verputztem Ziegelsteinmauerwerk. Flügel und Windrose fehlen seit 1957. Die Galerie ist abgefallen.“ Wilfried Gerke schreibt in dem Bildband „Diepholz in alten Ansichten“ (Teil 3): Nach dem Bau der Ortsbild prägenden Windmühle am nördlichen Ortsrand, erhielt sie 1886 eine Lokomobile (Dampfmaschine), weil der Müller vom Wind unabhängig werden wollte.

1884 wurde demnach ein Sägewerk angegliedert. 1947 wurde die Mühle voll auf Strom umgestellt. Das Mühlensterben sei aber auch an ihr nicht vorbeigegangen, heißt es weiter. Der Schornstein wurde 1955 abgebrochen. 1957 wurden die 20 Meter langen Flügel an den Müller Henke in Labbus bei Sulingen verkauft, so Gerke.

Mit ein bisschen Wehmut verfolgten nicht wenige Aschener den Abriss des Gebäudes, wie Ortsvorsteher Wilhelm Paradiek einräumte. „Jeder weiß, dass die Mühle eine Art kleines Wahrzeichen für den Ort gewesen ist“, so Paradiek. Auch jüngere Aschener hätten sich bei ihm zu Wort gemeldet und es bedauert, dass das Gebäude verschwinden musste. „Die haben gefragt: Warum musste das weg? Das gehörte doch zu Aschen.“ Es habe, so berichtete Paradiek, in den vergangenen Jahren immer wieder Ideen gegeben, dort Veränderungen herbeizuführen, letztlich erfolglos.

2002 erlangte die Mühle sogar Fernsehberühmtheit, beim Tatort „Lastrumer Mischung“, der zu großen Teilen in Aschen gedreht wurde, und auf den ARD-Kanälen immer gern wiederholt wird, war die Mühle kurz zu sehen.

Die Stadt Diepholz bestätigte gestern auf Anfrage, dass sie eine entsprechende Abrissgenehmigung für das unter Denkmalschutz stehende Gebäude erteilt habe.

Der Besitzer der Mühle war gestern telefonisch nicht zu erreichen. Laut Ortsvorsteher Paradiek soll das Gelände, wo bis gestern der Mühlenstumpf stand, jetzt zu Ackerland werden. 

sr

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