BBZ Diepholz bildet künftig Mechatroniker im Landkreis aus

5,6 Millionen Euro für Berufsausbildung der Zukunft

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Metallverarbeitende Berufe haben am BBZ Diepholz einen enormen Stellenwert: (v.l.) Friedel Duwenhorst, Birgitt Kathmann und Constantin von Kuczkowski zeigen, wie junge Menschen ihr berufliches Rüstzeug erhalten. 

Diepholz - Von Anke Seidel. Die originalgetreue Fahrzeugachse im Mini-Format aus dem 3D-Drucker beweist: Am Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup (BBZ) in Diepholz hat die Zukunft schon begonnen. Dort legen Lehrkräfte den Grundstein für berufliche Herausforderungen im Industriezeitalter 4.0, indem sie ihre Schüler mit dem aktuellen Stand der Technik vertraut machen – und sie zu Mechatronikern schulen. Das BBZ ist dafür zentraler Ausbildungsstandort im Landkreis Diepholz.

„Mechatroniker und Mechatronikerinnen bauen aus mechanischen, elektrischen und elektronischen Bestandteilen komplexe mechatronische Systeme, zum Beispiel Roboter für die industrielle Produktion“, erläutern BBZ-Direktorin Birgitt Kathmann und Friedel Duwenhorst als Abteilungsleiter Technik. Zum Beginn des kommenden Schuljahres erwarten sie die erste Klasse in diesem dualen Ausbildungsberuf.

Es ist eine anspruchsvolle Ausbildung. Denn die Fachkräfte stellen sowohl Komponenten als auch ganze Systeme und Anlagen her – inklusive Programmierung und Installation der notwendigen Software. „Dabei richten sie sich nach Schaltplänen und Konstruktionszeichnungen und prüfen die Anlagen sorgfältig, bevor sie diese an die Kunden übergeben“, so Kathmann und Duwenhorst.

Investition in Schwerpunkt-Konzept der Berufsschulen

Der Landkreis als Schulträger stattet den neuen Ausbildungsbereich deshalb mit adäquater Technik aus – und investiert in den rund 830 Quadtratmeter großen Erweiterungsbau sowie den Umbau bestehender Räume (insgesamt 2.165 Quadratmeter) rund 5,6 Millionen Euro – eine Investition in das Schwerpunkt-Konzept der Berufsschulen im Landkreis, denn allein der Standort Diepholz bietet diesen Ausbildungsgang an. Kathmann und Duwenhorst sind überaus zufrieden: „Es entstehen große, zusammenhängende Lernflächen, die flexibel und bedarfsgerecht an betrieblichen Abläufen orientierten Lernsituationen entsprechend abgegrenzt werden können.“ Ergebnis: Realer Firmenalltag in der Berufsschule.

Immerhin eine Million Euro steht dem BBZ für die sachliche Ausstattung zur Verfügung. „Davon wird ein großer Anteil für Beschaffungen im Berufsfeld Elektrotechnik und komplexer mechatronischer Systeme eingesetzt“, erläutern die BBZ-Vertreter.

12 bis 14 Auszubildende zum Start erwartet

Firmen, die auf Fachkräfte wie Mechatroniker angewiesen sind, haben sie vor ihrer sprichwörtlichen Haustür: ZF Lemförder als Zulieferer für die Automobil-Industrie und BASF Polyurethanes als Produzent von Kunststoff-Systemen und Spezialprodukten gehören zu den größten Arbeitgebern im Landkreis Diepholz.

Ihre Auszubildenden zum Mechatroniker sind bisher auf die Berufsschulen in Osnabrück oder Bremen angewiesen. Birgitt Kathmann und Friedel Duwenhorst rechnen zum Start des neuen Ausbildungsangebots am BBZ mit 12 bis 14 Auszubildenden – und hoffen, dass es in der Zukunft mehr werden.

Dass auch Firmen aus dem Norden des Landkreises dieses Angebot schätzen lernen, davon ist Constantin von Kuczkowski als Leiter der IHK-Geschäftsstelle in Syke überzeugt: „Wenn die Betriebe merken, dass der Beruf in Diepholz gut beschult wird, werden sich die Firmen mit dem Gedanken beschäftigen: ,Jetzt haben wir Ausbildungsmöglichkeiten dicht bei.’ “

BBZ auch personell gut ausgestattet

Zumal, so fügt Birgitt Kathmann hinzu, das BBZ auch personell gut ausgestattet sei. Denn technische Berufe bilden einen Schwerpunkt der Berufsschule in Diepholz. Dort erhalten beispielsweise Industriemechaniker und Zerspanungsmechaniker ihr berufliches Rüstzeug – genauso wie Maschinen- und Anlagenführer oder Metalltechnik-Fachkräfte und Maschinentechniker. Schließlich gibt es am BBZ sowohl ein berufliches Gymnasium als auch eine Fachoberschule mit dem Schwerpunkt Technik.

Zurück zu den fünfeinhalb Millionen Euro schweren Investitionen: „Die erste Bauphase ist abgeschlossen, wir sind im zweiten Bauabschnitt“, bescheibt Friedel Duwenhorst den aktuellen Sachstand. Bis zum April soll er abgeschlossen sein.

„Man kann den Betrieben nur zurufen: Hier habt ihr das Neueste vom Neuen“, wirbt von Kuczkowski für das neue Konzept von regionaler Bedeutung.

Ist angesichts der Fahrtwege für die Auszubildenden ein Block-Berufschulunterricht über mehrere Wochen sinnvoll? Über die Einrichtung eines Studentenwohnheims in Diepholz war politisch zumindest diskutiert worden.

Zurzeit werde diese Diskussion nicht mehr geführt, hieß es in Diepholz. „Außerdem sehe ich Blockunterricht pädagogisch als nicht sinnvoll an“, fügt Kathmann hinzu. Es sei besser, wenn sich Berufsalltag in Firmen und Berufsschule wie bisher abwechseln. Diese Einschätzung teilt von Kuczkowski: „Die Betriebe wären über Blockunterricht nicht so glücklich.“

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