Geldinstitut schließt vier Geschäftsstellen

Kreissparkasse Diepholz dünnt ihr Filialnetz aus

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Die Zentrale der Kreissparkasse Diepholz mitten in der Innenstadt, rechts der neue Bürotrakt.

Diepholz/Sulingen - Von Sven Reckmann. Das Sparkassen-Netz im Südkreis wird dünner: Die Kreissparkasse Grafschaft Diepholz schließt zum Jahresende vier Filialen in ihrem Geschäftsgebiet und stuft zwei weitere zu reinen Selbstbedienungsstandorten herab. Darüber informierten die Sparkassen-Vorstände Ralf Finke und Claus Nordsieck in einem Pressegespräch.

Vier Geschäftsstellen wird die Kreissparkasse mit den größeren Nachbarstellen zusammenlegen: Eydelstedt und Drentwede gehen in Barnstorf auf, Barver in Wagenfeld, Schwaförden in Sulingen. Die Geschäftsstellen Lembruch und Ehrenburg werden umgewandelt zu reinen Selbstbedienungsräumen, die Kunden werden künftig von Lemförde beziehungsweise Neuenkirchen aus betreut.

Lokalpolitik reagiert mit Kritik

Die Sparkasse Lembruch wird zu Selbstbedienungsräumen umgewandelt. 

Arbeitsplätze sind nach den Angaben der Sparkasse davon nicht betroffen, die Mitarbeiter wechseln in die nächstgrößere Geschäftsstelle und betreuen ihre Kunden von dort aus. In der Lokalpolitik stößt die Entscheidung überwiegend auf Kritik. Die betroffenen Kunden sollen in diesen Tagen schriftlich über die Pläne informiert werden. Die Sparkasse begründet den Schritt mit der aktuellen Niedrigzinssituation, die auf die Erträge drücke. Hinzu kommen die zunehmende Digitalisierung, demographische Einflüsse und ein deutlich verändertes Kundenverhalten. Intensive Analysen hätten gezeigt, so heißt es vom Vorstand, dass die örtlichen Sparkassen immer weniger für alltägliche Aufgaben aufgesucht werden. So sei die Zahl der Belege und der Kassenposten zurückgegangen und mit ihnen auch der Bedarf an einfachen und persönlichen Servicedienstleistungen. „Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken“, so Finke.

Weniger Kunden in den Geschäftsstellen

Die Geschäftsstelle in Barver geht in die Sparkasse in Wagenfeld auf. 

Viele Bankgeschäfte lassen sich stattdessen telefonisch oder über das Internet abwickeln, Smartphones und Tablets kommen dabei immer häufiger zum Einsatz. „Bereits jetzt nutzen mehr als 18.000 Kunden unsere Internetfiliale“, erklärte Vorstandsmitglied Claus Nordsieck. Entsprechend nehme die Kundenfrequenz in den Geschäftsstellen ab. Eine Studie der Sparkassenorganisation habe ergeben, dass die Kunden fast 200 Mal im Jahr ihre Sparkasse per Smartphone aufrufen, 24 Mal den Geldautomat nutzten, aber nur einmal die Niederlassung betreten. „Das ist eine Abstimmung mit den Füßen, der muss man Rechnung tragen“, so Finke.

Zudem hätten steigende Anforderungen aus Regulatorik und Verbraucherschutz dazu geführt, dass die Beratung komplexer und zeitaufwändiger geworden sind. Das sei an kleinen Standorten nicht mehr darstellbar, sagte der Sparkassen-Vorstand.

Wenig Begeisterung lösen die Sparkassen-Pläne in den betroffenen Kommunen aus:

„Das ist eine Katastrophe für Barver“, sagte Bürgermeister Detlef Osterbrink. „Wir sind nicht wirklich begeistert – eigentlich sogar bestürzt“, beschrieb es Helmut Denker, Bürgermeister der Samtgemeinde Schwaförden.

Drentwedes Bürgermeister Theo Amelung hält die Schließung der kleinen Geschäftsstellen ebenfalls für falsch und regt stattdessen einen Zusammenschluss der Kreissparkassen Grafschaft Diepholz und Syke an. „Das wäre wirtschaftlich“, sagte Amelung, der als Kreistagsmitglied schon häufiger mit dem Thema konfrontiert wurde. Auf diese Frage angesprochen hatte Sparkassenvorstand Claus Nordsieck in dem Pressegespräch zuvor geantwortet, dies sei „aktuell kein Thema“.

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