Kordula Knitsch neue Leiterin der Diakonie-Fachstelle für Suchthilfe

„Beeindruckend, Menschen aus der Abhängigkeit heraus zu begleiten“

Kordula Knitsch
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Kordula Knitsch leitet ab sofort die Fachstelle für Suchthilfe und –Prävention im Diakonischen Werk.

Diepholz / Sulingen - Von Miriam Unger. Die Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Diepholz hat eine neue Leiterin: Kordula Knitsch, 59 Jahre alt, tritt die Nachfolge von Margret Lange an, die zum Jahresbeginn in den Ruhestand ging.

„Ich bin zwar nicht mehr die Jüngste, aber belastungsfähig und bringe Erfahrung mit“, sagt die Diplom-Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin und lacht. In den sozialen Bereich sei sie „damals so reingerutscht. Ich wollte eigentlich Grafikdesign studieren, habe mich dann aber für Sozialwesen entschieden, als ich schwanger war, weil es sich besser mit meiner Familiensituation vereinbaren ließ.“ Dass sie den sozialen Bereich anschließend nie wieder verlassen hat, zeigt wohl, dass es die richtige Entscheidung war.

Von der Kinder- und Jugendpflege wechselte sie in die Erwachsenenbildung, wo sie frauenspezifische Angebote und Kurse für arbeitslos gewordene Menschen betreute. Während mehrerer Zusatzausbildungen in den Bereichen systemische Kurzzeit-, Familien- und Gestalt-Therapie kam sie immer wieder mit Abhängigkeit in Berührung: „Gerade in der Familienberatung war Sucht oft ein Thema. Dabei ist mir deutlich geworden, dass das ein Schwerpunkt ist, der mich interessiert, und so machte ich die Fortbildung für Suchttherapie.“

Lange Zeit arbeitete sie als Bezugstherapeutin in der Fachklinik Emsland in Sögel, einer Rehabilitationseinrichtung, die Drogenentwöhnungsbehandlung macht. Danach wechselte sie in die Sucht- und Erziehungsberatungsstelle der Diakonie auf der der Insel Sylt. „Das war beruflich eine Herausforderung, und mein Mann und ich fanden es anfangs auch spannend, nach 30 Jahren eine Wochenend-Beziehung zu haben“, erzählt Kordula Knitsch. „Aber die Entfernung Sylt-Rhauderfehn war auf Dauer dann doch zu weit, und als ständiger Lebensraum war Sylt mit seinen Immobilienpreisen für uns keine Option. Also habe ich mich entschieden, wieder mehr in die Nähe zu ziehen.“

Seit Anfang des Jahres wohnt sie nun in Hüde und arbeitet als Leiterin der Fachstelle Sucht in den Diakonie-Geschäftsstellen Diepholz und Sulingen, das Angebot gilt für die ganze Region. Was sie an der neuen Aufgabe reizt? „Hier wurde eine Fachstellenleitung gesucht, die – wie meine Vorgängerin – in der Beratung genauso mitarbeitet wie in verschiedenen Gremien; die neue Ideen entwickelt, aber auch auf Konzeption und Wirtschaftlichkeit achtet – und auf das alles habe ich Lust.“ Der erste Eindruck von ihren Mitarbeitern sei komplett positiv: „Das Team wirkt auf mich sehr kompetent und gut gemischt – ich fühlte mich sofort aufgenommen.“

Den ersten Klienten hat sie schon beraten, „und jetzt muss ich erst mal alles und jeden kennenlernen“, meint die 59-Jährige. „Ich habe vor, mich hier schnell zu vernetzen und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen zu forcieren. Ich habe natürlich auch einige eigene Ideen mitgebracht. Das Thema Cannabis und Entkriminalisierung finde ich beispielsweise wichtig. Gerade für junge Leute, die durch den Konsum in die Kriminalität gedrängt werden. Aber erst mal freue ich mich, die Arbeit im Team, in den Gruppen und Fachgremien kennenzulernen. Und ich freue mich auch auf die einzelnen Leute, die in die Fachstelle kommen. Unabhängig davon, ob es sich um Alkohol-, Drogen-, Medikamenten-, Medien- oder Spielsucht handelt: Es ist immer wieder spannend und beeindruckend, Menschen auf ihrem Weg aus der Abhängigkeit zu begleiten."

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