Die Geschichte der Wetterfahne auf dem Schlossturm

„König Georg“ dreht sich wieder im Wind

Die Wetterfahne und der Dreizack; Horst Antrecht (Mitte), rechts Geselle Werner Arndt; links Lehrling Hans Salwick im September 1961 (Familienalbum Antrecht).

Diepholz - Von Richard W. Bitter. In diesen Tagen wurde völlig „geräuschlos“ und ohne die Anwesenheit der Öffentlichkeit die reparierte Wetterfahne wieder auf die Spitze des Diepholzer Schlossturms gesetzt. Zwei Mitarbeiter einer Dachdeckerfirma aus Bippen hoben das Schmuckstück in die endgültige Position.

Die Arbeiten in luftige Höhe an der Schlossturm-Spitze von unten aus gesehen. - Foto: Reckmann

Die Wetterfahne war im September 1961 von der Firma des Klempner- u. Installationsmeisters Horst Antrecht, Diepholz nach dem Vorbild der Vorgängerfahne hergestellt worden. Horst Antrecht erinnert sich, wie unter der Mitwirkung des Schmiedes Windels aus Diepholz zunächst ein Traggerüst aus Flachstahl hergestellt wurde. Darauf wurde das weithin sichtbare Kupferbild aufgeschraubt. Das Bild entstand durch das Ausstanzen des Kupferflachblechs mit einem Meißel, da es damals noch keine Metallstichsägen gab. Das Bild setzt sich aus den verschlungenen Buchstaben „G“ wie Georg und „R“ wie Rex, also „König Georg“ zusammen. Über den Buchstaben wölben sich die Umrisse einer Krone.

Spannend ist die Frage, wann das vorbeschriebene Motiv entstand und erstmalig auf dem Turm montiert wurde. Das Bild hat die Abmessungen 90 mal 90 Zentimeter und wird seitlich in einen halbkreisförmigen Metallbogen überführt. Dieser trägt an seiner Außenseite ein bleiernes Gegengewicht. Das Gegengewicht ist so eingestellt, dass die Gesamtkonstruktion links und rechts der vertikalen Achse gleich schwer ist und sich die Fahne dadurch leicht im Wind dreht.

Über der Wetterfahne gibt es dann nur noch den Dreizack, der in den Diepholzer Himmel greift. Dessen Oberkante endet bei 42,70 Meter über der Eingangssohle des Turms, wie aktuelle 3-D-Messungen ergeben haben, die vom jetzt zuständigen Staatlichen Baumanagement in Nienburg veranlasst wurden.

Auf der Wetterfahne haben sich die Handwerker wie in einem Tagebuch verewigt. In der linken oberen Ecke der Wetterfahne wurde das Datum „16. Sept. 1961“ eingraviert, Großmarktsamstag in Diepholz. In der rechten oberen Ecke haben die Handwerker das Datum „23. August 1990“ eingeritzt.

Dachdecker Alfred Smolzynski aus Bippen beim Justieren der Wetterfahne. Der 1. Vorsitzende des Heimatvereins Diepholz, Richard W. Bitter, hielt den denkwürdigen Moment im Bild fest.

Richard W. Bitter, der damals als Leiter des Staatshochbauamtes Diepholz die Baumaßnahme veranlasst hatte, erinnert sich: „Wir fuhren mit der Gondel eines Autokranes der Firma Hoff-Kranbetrieb aus Damme zur Turmspitze. Die Firma Metallbau Günter Priese, Diepholz hatte den Auftrag, die defekte Flugbeleuchtung auszutauschen und einige Kupferbleche der Wetterfahne zu befestigen. Die Wetterfahne wurde morgens demontiert und gegen Abend wieder in Position gebracht. Die Bauleitung wurde von Karl-Franz Hoffmann wahrgenommen“. Bei der aktuellen Reparatur wurde das Kupferbild von 1961 mit neuen Edelstahlschrauben befestigt. Nun dreht sich die Fahne wieder im Wind und ändert ihre Position mit der Windrichtung. Einen Zusammenhang der Drehrichtung und der Argumentationsrichtung der Anwälte im Gerichtssaal konnte noch nicht beobachtet werden.

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