Auch viele Diepholzer spielen in der Stadt „Pokémon Go“ mit dem Handy

Jagd nach bunten Monstern

Ricardo Reimer Wiebe (17): „Ich bin eh so ein Medienjunkie.“ - Fotos: Manholt

Diepholz - Von Louisa Manholt. Bunte Monster machen Jugendliche auch in Diepholz mobil. Fast überall stehen und gehen sie, starren auf das Display ihres Smartphones. Sie nutzen die App „Pokémon Go“. In der Nähe von besonderen Orten wie Diepholzer Schloss, Bahnhof oder Rathaus sind die meist jungen Leute auf der Jagd nach Pokémon, den kleinen bunten Monstern aus Japan.

Auf dem Handy sehen die Nutzer die Karte ihres Standorts, der über das Satellitennavigationssystem GPS ermittelt wird, aus der Vogelperspektive. Dort erscheinen die Pokémon im Bild.

Um sie zu fangen, muss man zunächst das virtuelle Wesen auf dem Bildschirm berühren, um einen separaten Fangbildschirm aufzurufen. Mit Hilfe der Handy-Kamera sieht man dann die Monster in der „realen Welt“ auf seinem Handy.

Wischt man nun darüber, kann man sie mit einem sogenannten PokéBall einfangen. In „Arenen“ wie am Brunnen vor dem Diepholzer Rathaus kann man mit seinen Handy-Pokémon gegen andere „Trainer“ kämpfen und so seine Monster stärker machen.

Die Zielgruppen sind hauptsächlich Kinder und junge Erwachsene um die 20 Jahre. Aber auch Ältere sind der Anziehungskraft der neuen App verfallen. Das Geschlecht scheint dabei keine Rolle zu spielen.

In der Diepholzer Fußgängerzone berichtet Ricardo Reimer Wiebe von seiner Erfahrung mit „Pokémon Go“. Die App besäße er schon von Anfang an, aber erst seit gestern nutze er sie intensiv. „Ich bin eh so ein Medienjunkie“, sagt der 17-Jährige, der gerade nur für die Nutzung der App das Haus verlassen hatte. Er spiele das Spiel, weil es viel in den Medien gezeigt wurde, und auch, weil er seit seiner Kindheit mit den Videospielen zu Pokémon zu tun gehabt hatte.

Nicht weit von ihm entfernt sitzen zwei weitere Jugendliche, einer davon ebenfalls mit seinem Handy in der Hand. Er gehe durch die App täglich ungefähr eine Stunde spazieren, um Pokémon zu fangen. Auf Nachfrage, ob er das auch nach den Ferien so machen würde, nickt er. Seinen Namen will er nicht nennen. Auf dem Rathausmarkt vertreibt sich Svenja Grönemeyer die Zeit mit „Pokémon Go“, als sie auf ihren Freund wartet: „Ich gehe dafür nicht extra raus. Aber wenn ich unterwegs bin, spiele ich.“

Drei Männer um die 30 Jahre auf der Kolkstraße sagen, dass sie nach Feierabend extra in die Diepholzer Innenstadt gekommen seien, um die bunten Monster zu fangen: „In unseren Heimatorten Lembruch und Twistringen findet man nicht so viele.“

Einer der drei Männer kannte Pokémon vor der App nicht einmal, aber die Anwendung mache ihm trotzdem Spaß: „Es ist egal, ob ich jetzt diese oder eine andere App zum Daddeln spiele.“

Doch nicht nur Jugendliche profitieren von frischer Luft und Spaziergängen. Der Hype um die Smartphone-Anwendung freut auch Elektrofachmärkte. Im Diepholzer Euronics XXL beispielsweise sind die Verkaufszahlen von Powerbanks, mobilen Akkuladegeräten für Smartphones, auf mehr als das Doppelte angestiegen, denn „Pokémon Go“ verbraucht viel Strom.

Marcel Brake (22): „Ich habe fast ein stehendes Auto übersehen.“

Durch die neue Smartphone-App werden Jung und Alt nach Draußen geholt. Doch durch die Fixierung auf den Bildschirm, vernachlässigenviele ihre Umgebung. Auch die Polizei warnt vor ganz auf das Smartphone konzentrierten Verkehrsteilnehmern. Nutzer Marcel Brake gibt zu: „Ich hätte beinahe ein stehendes Auto übersehen!“ Seitdem würde er aber deutlich besser auf seine Umwelt achten, auch wenn er spielt.

Auch Kreiszeitung-Autor Max Brinkmann und Redakteur Guido Menker testeten das Spiel bereits im Selbstversuch. Doch die App birgt auch Gefahren, wie beispielsweise den Handy-Raub, Unfälle oder gar den Fund einer Leiche.

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