Stadt stellt bei Anwohnerversammlung Planungen vor

Hindenburgstraße: Ausbau in drei Abschnitten

+
Catharina Bülker und Wilhelm Pape von der Stadtverwaltung stellten vor, was in den kommenden Jahren an und mit der Hindenburgstraße geplant ist. 

Diepholz - Von Sven Reckmann. Sie wird die größte städtische Baustelle in den kommenden Jahren: Die Pläne für den Umbau, beziehungsweise die Sanierung der Hindenburgstraße in Diepholz nehmen langsam Gestalt an.

Die Stadtverwaltung hatte daher Anwohner zu einer Versammlung eingeladen, um ihnen den Planungsstand zu erläutern und Anregungen zu sammeln. Mit rund 70 Zuhörern war der Ratssaal am Mittwochabend gut gefüllt, was nicht zuletzt daran gelegen haben dürfte, dass die Anwohner einen Teil des geschätzt etwa vier Millionen Euro teuren Ausbaus durch Beiträge mitfinanzieren sollen.

Bauamtsmitarbeiterin Catharina Bülker stellte zunächst die Gründe für die Sanierung vor. In erster Linie die kaputte und zu kleine Kanalisation, die zu schmalen Rad- und Fußwege. Der gesamte Verkehrsraum wird neu gestaltet, dabei werden die Bushaltestellen und die Beleuchtung mit einbezogen.

Wesentliche Neuerung: der Radfahrer kommt auf die Straße, das heißt, es soll nach den Vorstellungen der Planer keine Fahrradwege mehr geben sondern Schutz-, beziehungsweise Radfahrstreifen von 1,5 beziehungsweise 1,8 Metern Breite, die es vergleichbar auch schon an anderen Stellen im Stadtgebiet gibt, zum Beispiel auf der Schlesierstraße und am Postdamm/Willenberg.

Der Kreuzungsbereich Eschfeldstraße/Hindenburgstraße wird zu einem Kreisverkehr umgebaut, dessen „Nasen“ (Aufpflasterungen an den Einfahrten) überfahrbar sind, was für den Schwerlastverkehr zu dort ansässigen Betrieben wichtig ist.

Die Ordnung der Parkplätze soll aufgelockert werden

Die beiden Fußgänger-Bedarfsampeln im Zuge der Hindenburgstraße (Höhe Rudolfstraße und an der Grundschule) sollen entfernt werden und an ihre Stelle eine Mittelinsel (Rudolfstraße) beziehungsweise eine Aufpflasterung mit Zebrastreifen (an der Schule) treten.

Dieses Ansinnen sorgte für Widerspruch in den Zuschauerreihen („das ist gefährlich“). In Aschen vor der Schule sei vor kurzem eine Ampel installiert worden, in Diepholz baue man sie ab, so lautete die Kritik.

In Tempo 30-Zonen wie hier seien gar keine Ampeln vorgesehen, erklärte Catharina Bülker.

An der Schule ist weiter eine Elternvorfahrt geplant, wo Kinder vor und nach der Schule gebracht, beziehungsweise abgeholt werden können.

Aus den Reihen der Zuhörer kam die Frage, ob die geplanten Radfahrstreifen für die Schüler, die dort unterwegs sind, ausreichen. Wolfgang Rehling, Verkehrssicherheitsberater der Polizei, der ebenfalls bei den Zuhörern saß, gab zu bedenken, dass Grundschulkinder im Alter bis zehn Jahren ohnehin auf dem Fußweg fahren. „Und der ist nach dem Ausbau mindestens doppelt so breit wie der Knüppeldamm, den wir da bislang haben.“

Auch der Plan, die Bushaltestelle vor der Klinik nicht mehr mit Bucht zu planen, gleichwohl aber eine Verkehrsinsel dort zu bauen sorgte zum Teil für Kopfschütteln bei Zuhörern. Der Radfahrer solle hinter dem Bus warten, erklärte Bülker, „das ist besser für die Verkehrsführung und die Verkehrssicherheit“.

Der Ausbau soll in drei Abschnitten über drei Jahre verteilt vonstatten gehen. Zunächst von der Rudolfstraße bis zum neu zu bauenden Kreisel Eschfeldstraße (hier beginnen die Arbeiten 2017), der zweite von dort bis zur Einmündung Niedersachsenstraße, der dritte bis zum Bremer Eck.

Wie die genauen Bauabschnitte und dann auch die Umleitungen eingerichtet werden, dass entscheidet sich, wenn die Planungen weiter fortgeschritten sind. Bülker kündigte weitere Bürgerversammlungen an.

Beim Thema Geld herrschte nochmal aufmerksame Stille im Saal. Verwaltungs-Mitarbeiter Wilhelm Pape („wir müssen auch etwas an Ihr Portemonnaie“) stellte die komplexe Berechnung der Anliegerbeiträge vor. Niemand werde „verkaufen müssen“, antwortete er auf eine entsprechende Frage von Zuhörern, auch Ratenzahlung sei möglich, aber die Straßenausbaubeitragssatzung verpflichte die Stadt eben auch dazu, Anlieger an der Finanzierung zu beteiligen. Einige der Zuhörer ließen sich von Pape nach der Sitzung individuell darüber informieren, was auf sie im Einzelfall zukommt.

Mehr zum Thema:

Feuer bei Party in Oakland - bis zu 40 Tote befürchtet

Feuer bei Party in Oakland - bis zu 40 Tote befürchtet

RB Leipzig bleibt Erster vor Bayern und Hertha BSC

RB Leipzig bleibt Erster vor Bayern und Hertha BSC

Nikolausmarkt rund um die Kirche in Dörverden

Nikolausmarkt rund um die Kirche in Dörverden

Bartels hält Werder am Leben

Bartels hält Werder am Leben

Meistgelesene Artikel

Polizei Syke schnappt Postdieb

Polizei Syke schnappt Postdieb

Wiedersehensfeier: Ehemalige Kollegen treffen sich 

Wiedersehensfeier: Ehemalige Kollegen treffen sich 

Schüler sammeln 4 100 Euro für gute Zwecke

Schüler sammeln 4 100 Euro für gute Zwecke

Tierfrischmehlfabrik: Keine Strafabgabe

Tierfrischmehlfabrik: Keine Strafabgabe

Kommentare