Diepholzer Agenda 21-Förderverein diskutiert Auflösung und schlankere Strukturen 

GFS-Brief überrascht Versammlung

Der Vorstand des Agenda 21-Fördervereins Diepholz mit „Seelenbrettern“, deren Bemalung zum Skulpturenpfad-Projekt des Vereins gehören (v. l.): Vorsitzender Dieter Tornow, stellvertretende Vorsitzende Marion Schröder, die Beisitzer Reinald Schröder, Wilhelm Reckmann, Alfred Feldermann, Manfred Albers, Dagmar Trümpler und Ulrich Halfpap. Rechts: Das verabschiedete Vorstandsmitglied Dr. Cemal Tas. Es fehlen stellvertretender Vorsitzender Markus Hastenpflug sowie die Beisitzer Sabine Wilker und Peter Parizsky. - Foto: Jansen

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Freiwilligenagentur, Skulpturenpfad, soziales Engagement an der Moorstraße, Moor-Erlebnispfad: Diese Projekte und viele mehr hat der Agenda 21-Förderverein Diepholz seit seiner Gründung 1998 angeregt und mit Unterstützung der Stadt auf die Beine gestellt. Sollte mit diesem Engagement jetzt Schluss sein?

Vorsitzender Dieter Tornow strebte an, den Verein aufzulösen und die Aktivitäten auf die ebenfalls sehr aktive Bürgerstiftung Agenda 21 in Diepholz zu konzentrieren. Doch dann überraschte am Donnerstagabend bei der Versammlung ein Brief des Diepholzer Gymnasiums Graf-Friedrich-Schule (GFS) die Mitglieder.

Manfred Albers (SPD) – einer der Parteien-Vertreter im Vorstand – berichtete über das Schreiben der Schulleitung an ein Mitglied der SPD-Ratsfraktion, dessen Namen er nicht nennen wollte. Darin signalisiert die GFS die Bereitschaft, im Agenda 21-Förderverein aktiv zu werden: „Viele der Kooperationspartner und Aktionen, die der Förderverein unterstützt, decken sich mit unserem Profil als umweltbewusster Schule mit zahlreichen Projekten zur Umwelterziehung und Nachhaltigkeit“, heißt es in dem Brief. Der Förderverein will nun Vertreter der GFS einladen, um über eine Beteiligung zu sprechen.

Zu Beginn der Fördervereins-Versammlung im Keiko-Teehaus an der Strothestraße sahen die 15 teilnehmenden Mitglieder und Michael Klumpe als Vertreter der Stadt Diepholz einen Film von GFS-Schülern über „Verdauungsprobleme der Lohne“. Dieter Tornow, der für den Film interviewt wurde, erläuterte anschließend ausführlich die Probleme des Diepholzer Fließgewässers, das ausschließlich aus dem nährstoff- und algenbelasteten Wasser des Dümmers gespeist wird.

Am Ende der knapp dreistündigen Versammlung stimmten die Mitglieder dem Vorschlag des Vorsitzenden Dieter Tornow zur Zukunft von Agenda 21 in Diepholz zu. Demnach sollen Bürgerstiftung und/oder Förderverein in die Lage versetzt werden, das Leben und Wohnen in Diepholz qualitativ zu verbessern und im Sinne der Agenda 2030 zu wirken. Tornow hält einen städtischen Zuschuss von jährlich 12 000 Euro für notwendig. Dazu ist ein entsprechender Ratsbeschluss notwendig.

Einige Mitglieder unterstützten in der Diskussion die Auffassung Tornows, dass der Agenda-Prozess in Diepholz mit Förderverein und Bürgerstiftung zu verwirrend sei und befürworteten schlankere Strukturen. Dieter Tornow: „Wir fühlen uns nicht als Verein und haben ihn nur gegründet, um Fördergelder zu bekommen.“

Bei den anstehenden Wahlen herrschte große Einmütigkeit: Vorsitzender des Fördervereins mit 45 Mitgliedern bleibt Dieter Tornow. Seine Stellvertreter sind Marion Schröder und Markus Hastenpflug. Zu Beisitzern wurden Reinald Schröder, Alfred Feldermann und Ulrich Halfpap gewählt. Zudem sind als Vertreter der Parteien im Rat Vorstandsmitglieder: Sabine Wilker (CDU), Manfred Albers (SPD), Wilhelm Reckmann (FDP), Dagmar Trümpler (Grüne) und Peter Parizsky (Die Linke).

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