Sanierung und Umbau laufen

Ein frisches Gesicht für den neuen alten Bahnhof

Magnus Westerkamp zeigt eine freigelegte Fachwerkwand in den oberen Räumen des Diepholzer Bahnhofsgebäudes, die instandgesetzt wird. - Foto: Reckmann

Diepholz - Türen sind herausgenommen, Wände neu verputzt, Bodendielen entfernt, Mauern aufgebrochen, Malerarbeiten im Gange – das Diepholzer Bahnhofsgebäude ist in den vergangenen Wochen zur Großbaustelle geworden.

Der neue Besitzer des geschichtsträchtigen Gebäudes, Geschäftsmann Magnus Westerkamp aus Hüde, geht die Sanierung an und will neues Leben in das Gebäude von 1873 bringen – auch in die bislang leerstehenden oberen Etagen.

Seit Mitte September ist das Gebäude komplett eingerüstet, dahinter sind Arbeiter damit beschäftigt, die Fassade zu reinigen, Fugen und Steine sowie Teile der Dachrinnen und Fenster zu erneuern. „Wir werden sicherlich noch acht Wochen dafür brauchen“, so seine Einschätzung. Bei der Fassadensanierung sei viel handwerkliche Arbeit vonnöten: jeder einzelne Stein wird überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht; teilweise müssen spezielle Handformziegel eingebaut werden. Der Balkon wird in Kürze vorübergehend abgenommen und aufgearbeitet.

„Die Stadt kooperiert sehr gut“

Das alles geschieht in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Generell hebt der Geschäftsmann die gute Zusammenarbeit mit den Behörden hervor. „Die Stadt kooperiert sehr gut“, so Westerkamp. Die Abstimmung mit der Stadtverwaltung habe gut geklappt.

Westerkamp hatte das Bahnhofsgebäude im Dezember 2014 von der Deutschen Bahn bei einer Versteigerung in Berlin gekauft. Schon bei der ersten Besichtigung habe er erkannt, dass man „da was daraus machen kann. Das war der Ansatz.“

Etwa 900 Quadratmeter Fläche bietet der Bahnhof insgesamt. Das Reisezentrum im Erdgeschoss bleibt wie es ist, ebenso der Zeitschriften- und Buchhandlung.

In Raum der ehemaligen Bahnhofsgaststätte lässt sich nur noch auf dem Boden erahnen, wo einst der Tresen stand. Nach dem Umbau wird hier die Fahrschule Kaiser einziehen, berichtet Westerkamp. Das Interesse an dem „Standort Bahnhof“ sei groß gewesen. Dieser sei einfach anzufahren, mit genügend Parkplätzen ausgestattet und auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ideal zu erreichen.

Backshop als Ergänzung zur Buchhandlung

Im Rohbau zu erkennen ist bereits der Snackshop in der Wartehalle. Hier müsse unter anderem noch eine Brandschutzwand eingezogen werden, so Westerkamp, „zwischen März und Mai“ soll der Shop seine Türen öffnen. Der Betreiber steht noch nicht fest, aber der Bedarf: „Täglich gehen rund 2.000 Leute durch den Bahnhof.“ Ein optimaler Standort, um Speisen und Getränke zum Mitnehmen anzubieten. Der Backshop sei eine ideale Ergänzung zur Buchhandlung, so Westerkamp.

In den vergangenen Jahren war immer wieder bemängelt worden, dass es im Bereich des Diepholzer Bahnhofs keine öffentlichen Toiletten gibt. Auch das wird durch den Umbau geändert. Die neue Toilette wird den Reisenden zu den Öffnungszeiten der Wartehalle zur Verfügung stehen.

Die Büroräume im Obergeschoss sind fast komplett vergeben, „einen Mieter könnten wir noch unterbringen.“

Westerkamp zeigt Fußbodenschichten, die übereinander verlegt worden sind, eine Deckenvertäfelung, die lange Zeit unter einer anderen verborgen war, und Fachwerkwände, die freigelegt und instandgesetzt werden. Es wird klar, dieses Gebäude hat Geschichte und könnte wahrscheinlich Geschichten erzählen. Aber trotz des hohen Alters sei die Bausubstanz sehr gut, auch die Infrastruktur wie beispielsweise versorgungsleitungen sei vorhanden.

Und auch wenn noch einiges zu tun ist am „neuen alten“ Bahnhof – „Es macht Spaß“, sagt Westerkamp. 

sr

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