Diakonisches Werk sucht Gastgeber für „Welcome Dinner“

Flüchtlinge nach Hause zum Abendessen einladen

Die Flüchtlingssozialarbeiterinnen Lena Vornhusen (rechts) und Brigitte Suckut holen das Projekt „Welcome Dinner“ nach Diepholz, bei dem „alteingesessene“ Einwohner Flüchtlinge nach Hause zum gemeinsamen Abendessen einladen. - Foto: Diakonisches Werk

Diepholz - Die Flüchtlingssozialarbeit des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz betreut zurzeit circa 190 Flüchtlinge. Viele der Neubürger möchten sich schnell integrieren und Kontakt zu Einheimischen bekommen. In der Realität ist dies häufig jedoch gar nicht so einfach. Deshalb möchten die Flüchtlingssozialarbeiterinnen Lena Vornhusen und Brigitte Suckut nun die Idee des „Welcome Dinners“ nach Diepholz holen.

Das Projekt „Welcome Dinner“ stammt ursprünglich aus Schweden, schnell fand es Nachahmer in großen Städten wie Hamburg, Berlin, Köln oder Düsseldorf – und nun eben auch in Diepholz. Die Idee dahinter ist einfach: „Alteingesessene“ Einwohner laden Neubürger zu einem gemeinsamen Abendessen zu sich nach Hause ein und man lernt sich ganz ungezwungen kennen, so eine Pressemitteilung des Diakonischen Werkes

„Viele Flüchtlinge lernen kaum Leute aus Diepholz kennen, geschweige denn ihr Zuhause. In den Sprachkursen und Unterkünften kommen sie häufig nur mit Menschen aus anderen Nationen in Kontakt“, sagte Flüchtlingssozialarbeiterin Lena Vornhusen. „Dennoch gibt es hier in der Region viele Bürger, die aufgeschlossen sind, die Neubürger willkommen heißen und integrieren möchten.“

Deshalb beschloss Vornhusen gemeinsam mit ihrer Kollegin Brigitte Suckut, das „Welcome Dinner“ auch in Diepholz auszuprobieren. „Wir hoffen, dass wir dadurch Begegnungen schaffen können, die von Akzeptanz, Toleranz und Neugier geprägt sind und ein gegenseitiges Kennenlernen ermöglichen.“

Organisatoren bringt Gäste und Gastgeber zusammen

Über ein Formular, das beim Diakonischen Werk und der Freiwilligenagentur in Diepholz ausliegt oder unter welcomedinnerdh@gmail.com angefordert werden kann, können sich interessierte Gastgeber und Gäste für das „Welcome Dinner“ anmelden. „Wir bringen dann beide Seiten zusammen“, erklärt Brigitte Suckut. „Der Gastgeber gibt einen Wunschtermin an, an dem er zum Essen einladen möchte. Und wir schauen, welcher der Gäste an diesem Tag Zeit hat.“

Gastgeber kann jeder werden. Damit beim gemeinsamen Abendessen aber auch ein Gespräch möglich ist, können sich nur Flüchtlinge, die bereits ein paar Deutschkenntnisse haben, als Gast anmelden. Um zu gewährleisten, dass das Dinner in einem überschaubaren Rahmen stattfindet, der Austausch und gegenseitiges Kennenlernen ermöglicht, werden keine Gruppen vermittelt. Der Gast darf maximal eine Person (zum Beispiel Freund oder Ehepartner) mitbringen. Eigene Kinder können immer mitgebracht werden.

Vorlieben und Unverträglichkeiten werden berücksichtigt

Ein paar Tage vor dem Dinner-Termin meldet sich das Diakonische Werk beim Gastgeber und teilt mit, wer der Gast sein wird, wie man ihn kontaktieren kann und ob der Gast eventuell Unverträglichkeiten oder kulturell bedingt bestimmte Essensvorlieben hat. Der Gastgeber kann dann Kontakt aufnehmen und alles Weitere absprechen.

Was gekocht wird, entscheidet der Gastgeber. „Da das ,Welcome Dinner‘ eine Geste der Freundschaft und des Willkommenheißens ist, setzen wir voraus, dass der Gastgeber in seine eigene Wohnung einlädt und nicht in ein Restaurant“, betont Lena Vornhusen. „Natürlich ist es aber auch möglich, dass Gastgeber und Gast an diesem Abend gemeinsam kochen.“

Ebenso ist es Gast und Gastgeber freigestellt, wie viel Zeit sie miteinander verbringen und ob es danach noch ein weiteres Treffen geben soll. „Für beide Seiten soll es ein schöner, entspannter Abend werden, der zu nichts verpflichtet“, sagen die Diakonie-Flüchtlingssozialarbeiterinnen. „Aus Erfahrungen von Dinnern in anderen Städten wissen wir aber, dass es nicht selten zu Gegeneinladungen kommt und auch schon häufig Freundschaften durch die Aktion entstanden sind.“

Tipps von den Sozialarbeiterinnen

Sollte es beim Essen aufgrund der Sprachbarrieren schwierig werden, haben die beiden Flüchtlingssozialarbeiterinnen auch gleich ein paar Tipps für die Situation parat: „Mit einem Spiel, das ohne Sprache auskommt, ist es beispielsweise leicht, miteinander in Kontakt zu kommen. Oder man spielt dem Gast seine Lieblingsmusik vor, zeigt Fotos oder ein Video.“

Brigitte Suckut und Lena Vornhusen hoffen nun auf viele interessierte und offene Diepholzer, die Lust haben, Neubürger mit einem Abendessen willkommen zu heißen. Wer Interesse hat, Gastgeber beim „Welcome Dinner“ zu werden, meldet sich bei Lena Vornhusen im Diakonischen Werk Diepholz. Telefon: 05441/987932 oder per E-Mail: welcomedinnerdh@gmail.com

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