Ernteerträge 2016 eher unterdurchschnittlich

Extremes Wetter stellt hohe Anforderungen an Landwirte

Diepholz - Landwirte mussten schon immer ein besonderes Auge auf das Wetter haben. Dies gilt umso mehr, wenn es um die Ernte geht. Der regenreiche Sommer, gefolgt von einem ungewöhnlich warmen und trockenen September, haben die Logistik und das Können der heimischen Landwirte auf eine harte Probe gestellt, stellt der Landvolk-Kreisverband Grafschaft Diepholz fest.

„Wir hatten genug Regen, nur völlig falsch im Jahr verteilt“, schildert Landwirt Wilhelm Lohaus aus Wagenfeld. Im Juni habe der Mais unter Wasser gestanden, was den Pflanzen alles andere als gut getan habe. Im September hingegen sei es extrem trocken gewesen, so dass der Ertrag sehr gelitten habe.

„Bei fast allen Getreidearten fielen die Ernteerträge im Bereich des Landvolkes Diepholz unter Durchschnitt aus“, erklärt Pressereferent Stefan Meyer in einer Mitteilung. Bei Weizen und Gerste gab es deutliche Unterschiede zum vergangenen Jahr, die durchschnittlichen Mengen der großen Getreidesorten Gerste, Roggen und das Futtergetreide Triticale blieben 2016 teils deutlich hinter den Erträgen des Vorjahres zurück. Der nasse Sommer beeinträchtigte nicht nur die Qualität des Getreides, sondern machte das Ernten umso schwieriger.

„Die Ernte einzufahren sieht vielleicht einfach aus, erfordert aber vom Landwirt eine Menge Fachwissen, hohes Können und seine ganze Erfahrung“, betont Kreisverbandsvorsitzender Theo Runge. „Ein guter Landwirt weiß mit jedem Wetter umzugehen, auch wenn der Einfluss des Klimas auf die Erträge natürlich groß ist und stetig wächst“, fügt Runge hinzu. Nachdem der verregnete Sommer Probleme bereitete, mache die Trockenheit im Herbst vielen Landwirten die Arbeit nicht leichter.

„Die Landwirte berichten mir, so trockenen Mais und staubige Kartoffelfelder noch nicht erlebt zu haben – trotz jahrzehntelanger Erfahrung“, so Runge. Das feuchte Wetter der ersten Jahreshälfte habe manche Kartoffelfelder durch Fäule unbrauchbar gemacht. Jetzt allerdings bleibe vielen Erzeugern von Kartoffeln nichts anderes übrig, als auf Regen zu warten. Erst dann könne die Ernte wiederaufgenommen werden, da die Knolle sich in extrem staubiger Erde nur sehr schlecht ernten lasse. Dies zeige, dass Wetterextreme die Anforderungen für den landwirtschaftlichen Betrieb nach oben schraube. „Die Landwirte rechnen damit, dass die ungewöhnlichen Wetterereignisse eher häufiger werden. Hier zeigt sich, dass die Landwirtschaft vom Klimawandel direkt betroffen ist wie sonst kaum ein Berufszweig“, so Meyer.

Und es gibt noch ein weiteres Problem: Während die Ernteerträge schwanken und die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse fallen würden, zeige die Kurve für Pachtpreise für Ackerflächen steil nach oben. Im Diepholzer Kreis seien die Pachtpreise allein in den vergangenenm fünf Jahren durchschnittlich um mehr als die Hälfte gestiegen. „Dies stellt viele Landwirte vor Probleme, aus den sinkenden Einnahmen nach Abzug aller Kosten noch die Pacht bezahlen zu können“, erklärt der Pressereferent.

Rubriklistenbild: © dpa

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