GFS-Schüler beschäftigen sich mit ihrer beruflichen Zukunft

Den eigenen Weg gehen

Beim Seminar zur Berufsorientierung von Schüler der GFS Diepholz im Schäferhof (von links) Psychologin Corinna Kirchner, Psychologe Marcel Marcel Brunke und Seminarleiter Bernd Rebischke – alle von der Agentur für Arbeit. - Foto: GFS

Diepholz/Stemshorn - Wie geht es weiter nach dem Abitur? 24 Schülerinnen und Schüler des Diepholzer Gymnasiums Graf-Friedrich-Schule (GFS) verbrachten zur Beantwortung dieser Frage im Rahmen ihrer Projektwoche zur Berufsorientierung drei Seminartage auf dem Schäferhof in Stemshorn.

Das Berufsorientierungsseminar wurde dort im „alten Schafstall“ von der Agentur für Arbeit organisiert und unter Leitung von Bernd Rebischke und von seiner Kollegin Yvonne Goerlitz durchgeführt. Maßgeblich unterstützt wurden sie dabei am letzten Seminartag von Mitarbeitern des Psychologischen Dienstes der Agentur. Die Seminarräume wurden freundlicherweise wieder von der ZF bereitgestellt, berichten die Schüler Rehsan Savga und Madlen Alms in einer Pressemitteilung.

Der erste Tag diente der allgemeinen Orientierung zur Berufsauswahl, wobei Fragen aufkamen wie „Was sind meine Fähigkeiten?“, „Was sind meine finanziellen Vorstellungen?“ und „Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?“

Eingeleitet wurde all dies mit dem Song „Spinner“ von „Revolverheld“. Der Songtext fordert auf, seinem Traumberuf nachzugehen, unabhängig von der Meinung anderer und davon, ob dieser Wunsch für andere eine „verrückte Spinnerei“ darstellt.

Bei einem anschließenden sogenannten „Auktionsspiel“, bei dem man mit begrenztem Spielkapital auf „Lebensoptionen“ gegen die Mitspieler und Konkurrenten bieten konnte, musste jeder Schüler seine persönliche Gewichtung für fiktive Zukunftsereignisse festlegen und danach seinen persönlichen Einsatz bestimmen – zum Beispiel „einen Beruf mit einem Monatsverdienst von 7 000 Euro“, „einen festen Beamtenstatus erlangen“, „häufig im Ausland arbeiten“ oder „Familie gründen“. So hatte jeder Mitspieler für sich Prioritäten zu setzen und sich intensiv mit seiner geplanten zukünftigen Lebenssituation auseinandersetzen.

Am zweiten Tag stand das Konkretisieren der zukünftigen Berufsorientierung im Vordergrund. Zu Beginn konnten die Teilnehmer mittels eines Tests einen Interessenbereich für sich finden, der dann ganz bestimmten Berufen zugeteilt wurde. Nachfolgend arbeiteten Schüler mit ähnlichen Interessen in Gruppen zusammen und informierten sich mit Hilfe von Materialien der Agentur und einer Internetrecherche über ihr Berufsfeld. Zentrale Schwerpunkte waren dabei Voraussetzungen, Bewerbungsabläufe und spätere Einsatzmöglichkeiten. Mit den umfassenden Präsentationen der Gruppenergebnisse war der erste Tag dann abgeschlossen.

Am letzten Tag konnten die GFS-Schüler ihre eigenen Kompetenzen in einem favorisierten Bereich überprüfen – Naturwissenschaften, Philologie, Wirtschaft, Mathematik und Informatik, Jura oder Ingenieurwissenschaften. Dazu wurden sehr umfangreiche Studienfeld bezogene Tests unter Leitung von Corinna Kirchner (Psychologin bei der Agentur für Arbeit in Vechta) und Marcel Bruncke (Psychologe bei der Agentur für Arbeit in Nienburg) durchgeführt.

Nach der Auswertung nahmen sich die Psychologen Zeit für die Schülerinnen und Schüler, um mit ihnen über ihre Ergebnisse zu sprechen –in Einzelgesprächen unter Beachtung der Anonymität.

Im Rahmen eines simulierten Assessment-Centers wurde den Schülern schließlich über Rollenspiele vor Augen geführt, worauf Arbeitgeber oder auch Professoren bei Einstellungstests und Auswahlverfahren für Studiengänge achten. Geprüft wurden unter anderem bestimmte Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Selbstwirksamkeit und Durchsetzungsvermögen unter strenger Beobachtung des Seminarleiters Bernd Rebischke sowie einer ausgewählten Schüler-Beobachtungsgruppe.

Großer Wert wurde dabei auch auf das richtige „Outfit“ gelegt, das am vorherigen Tag besprochen worden war.

Im abschließenden Feedback stellte sich heraus, dass vor allem die Eignungstests und das Auktionsspiel viel positive Resonanz erhielten und das Seminar für viele zu einer konkreteren beruflichen Orientierung beitragen konnte, berichten die GFS-Schüler.

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